Wir setzen auf dieser Website Cookies ein. Diese dienen dazu, Ihnen Servicefunktionen anbieten zu können sowie zu Statistik- und Analysezwecken (Web-Tracking). Weitere Informationen dazu und die Widerspruchsmöglichkeit zum Web-Tracking finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Kreisdiagramm mit Pfeilen

Logo KNP

Seiteninhalt

Projekt-Detailansicht

„Gut Drauf hat viel bewegt in unserer Einrichtung“. Evaluation der Projektpraxis im Rahmen der Jugendaktion GUT DRAUF

Allgemeines

laufende Projektnummer

81

Kurzbeschreibung

Der Jugendaktion GUT DRAUF liegt die Leithypothese zugrunde, dass sich Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren in altersspezifischen Lebenswelten aufhalten. Wenn Einrichtungen der Jugendarbeit und -bildung, die diese Lebenswelten prägen, ihre strukturellen Rahmenbedingungen sowie ihre inhaltlichen Angebote gesundheitsfördernd entwickeln, nimmt dies Einfluss auf das gesundheitsbezogene Alltagsverhalten der Jugendlichen. Nach diesem sozialraumorientierten Ansatz wurden die fünf Handlungsfelder Jugendarbeit, Schule, Sportvereine, (Ausbildungs-)betriebe sowie Jugendreisen –und unterkünfte definiert. Organisationen und Anbieter aus diesen Handlungsfeldern können sich mit GUT DRAUF an einem Organisationsentwicklungsprozess beteiligen, der auf die Zertifizierung als gesundheitsförderliche Einrichtung zielt.

Folgende Umsetzungsformen lassen sich unterscheiden:

- einmalige Halbtagesveranstaltungen,

- einmalige Ganztagesveranstaltungen,

- mehrtägige Workshops,

- regelmäßige Kurs- bzw. Unterrichtsangebote,

- Fahrten bzw. Ferienreisen,

- Zertifizierung der Einrichtung.

Die Jugendaktion GUT DRAUF verfolgt zusammengefasst die Ziele:

1. Mehr Jugendliche verhalten sich gesundheitsgerecht in den Bereichen Ernährung, Bewegung, Stressregulation.

2. Die Rahmenbedingungen für gesundheitsgerechtes Verhalten von Jugendlichen (in den Bereichen Ernährung, Bewegung, Stressregulation) sind institutionell verbessert.

3. Die Rahmenbedingungen für gesundheitsgerechtes Verhalten von Jugendlichen (in den Bereichen Ernährung, Bewegung, Stressregulation) sind institutionsübergreifend kommunal verbessert.

Ziel der vorliegenden Evaluationsstudie ist es, die Praxisumsetzungen von GUT DRAUF, insbesondere in den zertifizierten GUT DRAUF-Strukturen, im Geschäftsjahr 2009/2010 zu erfassen und zu bewerten.

Projektförderung

Beginn / geplanter Beginn: April 2009 Ende / geplantes Ende: März 2010

Die Förderung des Projektes erfolgte durch

  • Einrichtungen des Bundes: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Bundesland / Bundesländer, in denen die Maßnahme statt findet

  • bundesweit

Projektbeschreibung

gesundheitsbezogener Schwerpunkt des Projekts

  • Bewegung
  • Ernährung
  • Psyche / Stress

Liste zuklappenAusgangssituation und theoretischer Hintergrund der Studie

Die Qualitätssicherung und -entwicklung sind ein maßgeblicher Bestandteil der Jugendaktion GUT DRAUF. Ein formativ angesetztes Evaluationskonzept (vgl. Beywl u.a. 2001; Ulrich u.a. 2004) liefert hierzu einen ganz entscheidenden Beitrag. Durch die GUT DRAUF-Gesamtevaluation werden in jedem Projektjahr durch ein externes Evaluationsbüro fragebogengestützt

- sämtliche Schulungen gesplittet nach den Perspektiven‚Teilnehmende sowie Trainerinnen und Trainer erhoben und zeitnah bezüglich der Ergebnisse rückgekoppelt sowie ein Jahresgesamtblick erstellt,

- alle zertifizierten Strukturen befragt,

- einen Teil der Projektumsetzungen noch nicht zertifizierter Partner erfasst

- sowie neue Projektumsetzungsformate (bspw. Aktionstage, Jugendmesseevents etc.) evaluiert.

Auf dieser Erkenntnisebene werden durch schriftliche und mündliche Befragungen die Strukturen der GUT DRAUF-Partner sowie die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren befragt (Bestmann 2007, 2008, 2009a). Für jedes Handlungsfeld gibt es bezogen auf die Perspektive der Jugendlichen sowohl fragebogengestützte (Schaal 2007; 2009; Ilg 2008) als auch qualitativ ausgerichtete Erhebungen in sämtlichen Handlungsfeldern (Bestmann 2009b, 2010).

Liste zuklappenHauptziele der Studie

Ziel der vorliegenden Untersuchung ist es, die Projektumsetzungen von GUT DRAUF, insbesondere in den zertifizierten GUT DRAUF-Strukturen, im Geschäftsjahr 2009/2010 (April 2009 – März 2010) zu erfassen. Ein besonderes Erkenntnisinteresse bestand darin, die durch die weiterentwickelten GUT DRAUF-Qualitätsstandards abzuleitenden Ziele in den jeweiligen Handlungsfeldern bezüglich ihrer Umsetzbarkeit und Akzeptanz in der Praxis zu beleuchten und fortzuschreiben (Struktur- und Prozessevaluation). Die Projektumsetzungen der zertifizierten GUT DRAUF-Partner wurden im Jahr 2009/10, wie in den Vorjahren, mit einem schriftlichen Dokumentations- und Evaluationsinstrument für alle fünf Handlungsfelder - Schule, Ausbildung, Jugendarbeit, Sport, Jugendunterkünfte- und reisen erfasst. Abgefragt wurden allgemeine Daten zum Träger und der strukturellen Einbettung, Fragen zur Zielgruppe und den Rahmenbedingungen der Umsetzung. Neben inhaltlichen Zielen zur Projektumsetzung wurde die Zufriedenheit mit den Rahmenbedingungen von GUT DRAUF erfasst. Zudem wurden die subjektiven Einschätzungen der Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zur Wirkung von GUT DRAUF bezogen auf die Zielgruppe der Jugendlichen mit berücksichtigt. Die Ergebnisse des Fragebogens der zertifizierten Einrichtungen sind maßgeblicher Bestandteil des vorliegenden Berichts.

Für die GUT DRAUF-Partner der fünf Handlungsfelder, die zwar im Prozess, jedoch noch nicht zertifiziert sind, wurde eigens ein Fragebogen eingesetzt, der prinzipiell der oben genannten Gliederung folgt.

Liste zuklappenZielgruppe

Altersgruppe

  • Jugendliche und junge Erwachsene (15-25)
  • Schülerinnen und Schüler (11-14)

Projekt richtet sich an

nicht geschlechtsspezifisch

Personengruppe

  • Professionelle als Multiplikatoren
  • Sozial benachteiligte Personen

Die Maßnahme wird in folgendem Setting durchgeführt:

  • Betrieb
  • Hochschule / sonstige Bildungseinrichtung
  • Schule
  • Verein / Kirchengemeinde
  • sonstige: Jugendzentren, Jugendreisen- und unterkünfte, Sportvereine

Methodik und Studiendesign

Ziele, die das Projekt verfolgt?

  • Evaluation der Wirksamkeit von Maßnahmen
  • Sonstiges: Ergebnisqualität, Untersuchung von Struktur- und Prozessqualität

Welche Intervention wurde durchgeführt?

  • Beratung / Coaching / Hausbesuche
  • Informationsveranstaltungen
  • Management-/Organisationsbezogene Intervention
  • Schulung / Kurs / Training
  • Sonstige verhältnisbezogene Maßnahmen
  • Sonstiges: Gesundheitsförderliche Angebote
  • schriftlichen Informationen / Erstellen von Websites

Studiendesign

  • Sonstiges : Evaluation als Qualitätsmanagementtool

verwendete Methoden

  • Quantitative Methode: Standardisierte Befragung (Fragebogen/Interview)

gemessene Outcomes?

  • Strukturbildung
  • Zugangswege
  • Akzeptanz / Zufriedenheit
  • Sonstiges : Bezug zu den Indikatoren der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität

Liste zuklappenBeschreibung von Methode und Vorgehensweise der Studie

Die je nach Kontext, sprich Handlungsfeld, spezifische Umsetzungspraxis der Jugendaktion GUT DRAUF zielt einerseits auf gesundheitsförderliche Lebenswelten und andererseits auf eine Änderung zu einem gesundheitsgerechten Verhalten der Jugendlichen hin. Die Projektumsetzung in den Handlungsfeldern wurde und wird modellhaft erprobt, um bedarfsgerechte Qualitätskriterien- und standards zu entwickeln. Abhängige und mögliche unabhängige Variablen sind damit nicht unbedingt bekannt und können zudem je nach Handlungsfeld variieren.

Um dieser Komplexität Rechnung zu tragen, gliedert sich das Studiendesign in folgende Ebenen der Evaluation:

Struktur- und Prozessevaluation, Selbstevaluation, Wirkungsevaluation.

Folgende Erhebungsinstrumente kommen bei der Struktur- und Prozessevaluation zur Verwendung:

- Fragebogen für die Praxisumsetzungen

- Fragebogen für zertifizierte Partner

- Fragebogen für Schulungen; Teilnehmende und Trainerinnen und Trainer werden getrennt befragt

- Fragebogen für Aktionstage und größere Events

- Evaluation besonderer Verfahrensweisen

Die Selbstevaluation dient zum Zweck der Überprüfung der eigenen Projektumsetzung der GUT DRAUF-Partner:

- Selbstevaluationsfragebogen für teilnehmende Jugendliche

- Checklisten

- Handreichung der Methoden der Selbstevaluation

Die Wirkungsevaluation beinhaltet die Überprüfung der Wirkungsziele auf der Verhältnis- und Verhaltensebene:

- Schriftliche Befragung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren

- Qualitative Befragung von Jugendlichen, teilnehmende Beobachtungen

- Qualitative Befragungen zur Strukturentwicklung.

Die Fragebögen wurden durch das zuständige Fachreferat der BZgA an die GUT DRAUF-Partner per E-Mail bzw. postalisch verschickt bzw. standen zum Download auf der GUT DRAUF-Intranetseite zur Verfügung. Die Partner haben die ausgefüllten Bögen über

das BZgA-Referat gebündelt an das Evaluationsbüro zurückgesandt.

Die Evaluationsberichte werden veröffentlicht und allen GUT DRAUF-Partnern im Intranet zugänglich gestellt. Die Evaluationsergebnisse werden im Fachbeirat, in Fachgruppen und den Beratenden Gremien diskutiert und dienen zugleich als evidenzinformierte Entscheidungsgrundlage für die Weiterentwicklung und Fortschreibung der Jugendaktion.

Ergebnisse und Praxistransfer

(vorläufige) Ergebnisse

Die hier vorgestellten zusammenfassenden Ergebnisse zertifizierter Partner beziehen sich auf das untersuchte GUT DRAUF-Geschäftsjahr im Zeitraum 01. April 2009 bis 31. März 2010. Von den insgesamt 220 zertifizierten Partnern sendeten 171 Projektpartnern einen verwertbaren Fragebogen zurück. Daraus ergibt sich eine Rücklaufquote von 78 %. Im Vergleich zu den Vorjahren lässt diese Entwicklung auf einen sehr deutlichen Verstetigungsprozess und weiteren Zuwachs zertifizierter Einrichtungen schließen.

Die an der Evaluation berücksichtigten zertifizierten GUT DRAUF-Partner verteilen sich wie folgt auf die Handlungsfelder:

Jugendeinrichtung (61), Jugendunterkunft (39), Schule (31), Sport (2), Labelprogramme (37), Keine Angabe (1).

In der Nennung der besuchten Schulformen der jugendlichen Teilnehmenden liegt die Hauptschule deutlich an der Spitze. Differenziert nach den Handlungsfeldern zeigt sich, dass die Jugendzentren am stärksten von den Jugendlichen einer Hautpschule genutzt werden.

Die zertifizierten GUT DRAUF-Partner wurden im Geschäftsjahr insgesamt von 622.449 GUT DRAUF-Teilnehmenden bzw. Gästen besucht. Von den 171 zertifizierten Partner haben 125 insgesamt 1217 GUT DRAUF-Angebote bzw. Aktivitäten umgesetzt, teilweise mehrfach im Verlauf des Projektjahres. Durch diese speziellen, intensiveren GUT DRAUF-Aktionen wurden insgesamt 56.388 Jugendliche erreicht. 43 Einrichtungen machten hierzu keine Angaben.

104 von 171 zertifizierten GUT DRAUF-Partnern kooperieren mit mindestens einem anderen GUT DRAUF-Partner eines anderen Handlungsfeldes. Die sozialräumliche Vernetzung als Qualitätsmerkmal der Jugendaktion nimmt seit dem Vorjahr deutlich zu, ist jedoch weiterhin ausbaufähig.

Aus Sicht der Konzeptentwickler und Projektumsetzenden lassen sich Wirkungsziele für die Zielgruppe der Jugendlichen in Qualitätsstandards ableiten. Für eine vergleichende Evaluation ist jedoch erschwerend, dass kein standardisiertes Vorgehen im Sinne eines klassischen

Interventionsprogramms vorliegt. In jedem Handlungsfeld und in jedem Umsetzungsformat gibt es (z. T. deutliche) Varianten in der Umsetzung zur Zielerreichung. Aufgrund dessen wurden die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren nach ihrer persönlichen Einschätzung zur Wirkung von GUT DRAUF bei den teilnehmenden Jugendlichen befragt.

Eine sehr deutliche Tendenz mit knapp 87% zeigt die Einschätzung zum Beitrag von GUT DRAUF, dass Jugendliche aktiv Entscheidungen treffen können, um sich gesünder zu verhalten. Der Zusage „Unsere GUT DRAUF Umsetzung trägt dazu bei, dass Jugendliche regelmäßige Bewegungs- und Sportmöglichkeiten in ihrem Alltag umsetzen“ konnten 78% zustimmen. Im Bereich Ernährung sehen sogar 85% der Befragten Änderungen hin zu gesunden Essgewohnheiten. Für den Bereich der Stressregulation sehen 67% Veränderungen im Alltagsverhalten der Jugendlichen.

Liste zuklappen(geplanter) Praxistransfer

Die Jugendaktion GUT DRAUF der BZgA ist eine bundesweite Aktion, die seit 1993 umgesetzt wird. Der Praxistransfer bzw. die Umsetzungspraxis von GUT DRAUF erstreckt sich über die fünf Handlungsfelder (Jugendarbeit, Schule, Jugendreisen/-unterkünfte, Sportvereine und Betriebe). Daraus ergibt sich eine gewisse Varianz in der Umsetzung, als dass handlungsspezifische Qualitätsstandards an den Bedingungen und Voraussetzungen des Handlungsfeldes angepasst sind, um eine gelingende Projektpraxis zu ermöglichen. Die handlungsfeldübergreifenden Qualitätskriterien sind dagegen für alle Handlungsfelder verbindlich und prägen das Leitbild der Jugendaktion GUT DRAUF. Die GUT DRAUF-Partner aller Handlungsfelder berücksichtigen in ihrer Projektpraxis die Umsetzung der Kriterien und Standards, um im Zertifzierungs-, bzw. Neuzertifizierungsverfahren als GUT DRAUF-Einrichtung anerkannt zu werden/zu bleiben.

Liste zuklappenPublikationen

Bestmann, S. (2010): „Gut Drauf hat viel bewegt in unserer Einrichtung“ - Evaluation der Projektpraxis im Rahmen der Jugendaktion GUT DRAUF der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Zusammenfassender Bericht. Berlin, Europäisches Institut für Sozialforschung.

Bestmann, S.; Häseler-Bestman, S.; Langerbeins, S. (2011): Jugendarbeit und Schule. Gemeinsam Gesundheit fördern? Sozial Magagzin, 7-8: 77-83.

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) (Hrsg.) (2011): GUT DRAUF – Zwischen Wissenschaft und Praxis. Eine bundesweite Jugendaktion der BZgA zur nachhaltigen Gesundheitsförderung. Gesundheitsförderung Konkret, Band 15. Köln, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Ilg, W. (2011): GUT DRAUF – Wirkungen bei Freizeiten. Zur Nachhaltigkeit von Lebensstiländerungen bei Ernährung, Bewegung und Entspannung. In: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (2011): GUT DRAUF – Zwischen Wissenschaft und Praxis. Eine bundesweite Jugendaktion der BZgA zur nachhaltigen Gesundheitsförderung. Gesundheitsförderung Konkret, Bd. 15. Köln, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Schulz, C. B.; Streif, S. (2011): Die Jugendaktion GUT DRAUF der BZgA. Gesundheitsförderung an der Schnittstelle Jugendhilfe und Schule. Jugendhilfe & Schule inform, 2: 29-32.

Mann, R.; Schulz, C. B. (2011): GUT DRAUF-Jugendreisen – wirkungsvoll und nachhaltig. Infomagazin, 4: 1-5.

Weiterführende Informationen

Liste zuklappenProjektmaterialien

Für mehr Informationen zur Jugendaktion GUT DRAUF: www.gutdrauf.net

Für den Download weiterer GUT DRAUF-Materialien bitte diesem Pfad folgen:
www.gutdrauf.net > Materialien

Logo des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

Logo der Medizinischen Hochschule Hannover

Logo des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf

Logo der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung