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Projekt-Detailansicht

H.O.M.E. Housing Opportunities & Mobility in the Elderly: Primärprävention für das höhere Lebensalter - Milieuspezifische Wohnstrategien und Umzugsentscheidung älterer Frauen und Männer

Allgemeines

laufende Projektnummer

68

Kurzbeschreibung

Zu den alters­pezi­fischen Risiken zählen die mit der Wohnsituation verbundenen Gefährdungen, da sich mit fortschreitendem Alter der Aktivitätsradius stark auf das Wohnumfeld einschränkt. Schlechte Wohn­bedingungen wirken sich physisch, psychisch und sozial aus und bergen eine erhöhte Institutiona­lisierungsgefahr. Die Versorgung von Hoch­betagten in Pflegeeinrichtungen stellt mit 5% der Krankheits­kosten in Deutschland auch in gesellschaftspolitischer Hinsicht ein relevantes Thema dar. Demnach können Umzugs­entscheidungen im Bereich des Privatwohnens sowohl als Beitrag zur Kosten­reduzierung als auch als Möglichkeit individueller proaktiver Optimierung der Person-Umweltpassung verstanden werden. Diese Studie untersucht Umzugs­entschei­dungen, die als primärpräventives Handeln zugunsten altersgerechter Wohn­umwelten zum Erhalt von Autonomie und Lebens­qualität betrachtet werden können. Im Zuge der Frage, welche Faktoren Wohnmobilität beeinflussen, sollen Umzugsbereitschaft versus Wohnimmobilität bezüglich Geschlechts-, Alters- und Milieuspezifität untersucht werden.

Eine quantitative Befragung zu sozio­demografischen Daten wird mit einem experimentellen Vignettendesign kombiniert. Letzteres konfrontiert die Befragten mit einer hypothetischen Umzugsentscheidung. Der Feldzugang sieht eine geschichtete Ziehung (N=1.100) aus dem Einwohnermelderegister Berlins vor.

Diese Studie leistet einen empirischen Beitrag zur verhältnispräventiven Charakterisierung von Umzugs­­bereitschaft im Hinblick auf ökologische Risiko­konstellationen.

Liste zuklappenKontaktdaten aller wissenschaftlicher Partner

Charité - Universitätsmedizin Berlin

Institut für Medizinische Soziologie
Herr Andrea Teti, Dipl.-Soz. (Projektleitung)
Luisenstraße 13
10117 Berlin
Telefon: +49 30 450 529 188
Fax: +49 30 450 529 984
E-Mail: a.teti@charite.de

Institut für Medizinische Soziologie
Dr. Stefan Blüher (Beratung)

Berlin School of Public Health
Gesa Kröger, M.A. (Projektmitarbeiterin)
Oudenarder Str. 16
13347 Berlin
Telefon: +49 30 450 - 50

Projektförderung

Beginn / geplanter Beginn: Oktober 2010 Ende / geplantes Ende: September 2012

Die Förderung des Projektes erfolgte durch

  • Stiftungen: Robert Bosch Stiftung, Stuttgart

Bundesland / Bundesländer, in denen die Maßnahme statt findet

  • Berlin

Projektbeschreibung

gesundheitsbezogener Schwerpunkt des Projekts

  • Sonstiges: Verhältnisprävention: Wohnsituation im Alter

Liste zuklappenAusgangssituation und theoretischer Hintergrund der Studie

Aufgrund der zunehmenden Zeitdauer, die ältere Menschen in ihrer Wohnung verbringen, sind Lebensqualität und Gesundheit im Alter eng mit der Wohnsituation verbunden. Verhältnisprävention stellt dabei ein wichtiges Mittel zur der Minimierung der mit der Umwelt verbunden Gefährdungen dar.

Der derzeitige Wissenstand zeigt, dass die meisten Älteren in Wohnungen mit Umweltbarrieren leben, und dass die Probleme der Zugänglichkeit und prekärer Wohnstandards mit zunehmendem Alter der Bewohner ansteigen. Das steigende Maß an gesundheitlichen Risikofaktoren des Wohnens wird somit in Zusammenhang mit dem sogenannten „doppelten Altern“ der Bewohner und der Wohnungen gesetzt. Welche sind die möglichen präventiven Wohnstrategien im Bereich des Privatwohnens im Alter?

Eine zukunftsträchtige, primärpräventive Wohnstrategie ist der Umzug im Bereich des Privatwohnens. Darunter ist vor allem der Umzug privater Haushalte zu verstehen, sowohl im kleinräumigen (innergebäudlich, innerkommunal) als auch im großräumigen Radius (netzwerkorientierte, versorgungsorientierte Wanderung).

Liste zuklappenHauptziele der Studie

  1. Im Hinblick auf das Beratungsangebot zu den Wohnoptionen im Alter und auf die oft mangelnden Kenntnisse in der Beratungspraxis über Schicht-, Bildung-, und Milieuspezifität von Wohnentscheidungen, scheint es sinnvoll, Sensibilisierungs- und Information­sinterventionen sowie Beratungsangebote gezielt gruppenspezifisch zu gestalten. Dieses Projekt zielt auf eine umfangreiche Kategorisierung der Handlungsorientierungen in der Wohn­entschei­dung nach sozioökonomischen Determinanten bzw. nach den Lebenswelten der Betroffenen, um damit das Beratungsangebot gezielt auf gruppenspezifische Risikokonstellationen auszurichten. Als Zielgruppen des Praxistransfers dieser empirischen Arbeit gelten die Wohnberatungsstellen sowie die Pflegestützpunkte in ihrer beratenden Funktion hinsichtlich der Wohnoptionen im Alter. Nicht zuletzt wenden sich diese empirischen Ergebnisse auch an die hausärztliche Praxis in ihrer Schlüsselfunktion bezüglich der primärpräventiven Risikosenkung für das höhere Lebensalter.
  2. Entwicklung neuer Impulse für die Wohnberatung: Darunter versteht man vor allem die Vermittlung der Botschaft „Mobil bleiben auch im Alter“, die komplementär zu dem bisher einzig propagierten Ansatz des „Aging in Place“ bestehen sollte. Auf kommunaler Ebene soll durch die Wohnberatungs­stellen sowie auf Bundesebene durch die Pflegestützpunkte, die Effektivität von Modellprojekten, wie Wohntauschbörsen oder Umzugsmanagement, propagiert werden. Ziel ist hierbei deren Förderung und Implemen­tierung.

Liste zuklappenZielgruppe

Altersgruppe

  • Hochbetagte (ab 80)
  • Menschen im höheren erwerbsfähigen Alter (51-65)
  • ältere Menschen (66-79)

Projekt richtet sich an

nicht geschlechtsspezifisch

Personengruppe

  • Bevölkerungsgruppen in risiko-erhöhten Lebensphasen

Die Maßnahme wird in folgendem Setting durchgeführt:

  • Familie / Haushalt
  • Region / Stadtteil / Nachbarschaft

Methodik und Studiendesign

Ziele, die das Projekt verfolgt?

  • (Weiter-)Entwicklung von Erhebungsinstrumenten
  • Ermittlung des Bedarfs
  • Identifikation von Zielgruppen

Welche Intervention wurde durchgeführt?

  • keine

Studiendesign

  • Experimentell

verwendete Methoden

  • Quantitative Methode: Standardisierte Befragung (Fragebogen/Interview)
  • sonstiges : Vignettendesign (Factorial Survey)

gemessene Outcomes?

  • Gesundheit: Lebensqualität
  • Kompetenz / Empowerment
  • Akzeptanz / Zufriedenheit
  • Sonstiges : SES, Social Support, Place Attachment, objektive Wohnsituation, Wohnzufriedenheit

Liste zuklappenBeschreibung von Methode und Vorgehensweise der Studie

Standardisierte Befragung, face to face. Die Grundgesamtheit der Untersuchung bilden Frauen und Männer, geboren am 01.09.1955 und älter, wohnhaft in den Berliner Stadtteilen Wedding und Charlottenburg.

Die ausgewählte Population entsteht durch eine geschichtete Ziehung aus dem Einwohnermelderegister Berlins.

Das Methodendesign besteht aus drei methodischen Ansätzen:

  1. Ein standardisierter Fragebogen zu gesundheitsbezogener Lebensqualität, sozialer Unterstützung, Coping-Strategien, Wohnzufriedenheit und soziodemo­graphischen Daten
  2. Eine Erhebung der objektiven Wohnsituation und der architektonischen Barrieren mittels Hausbesuchsprotokolle (aus der ergothera­peutischen Praxis).
  3. Eine hypothetische Entscheidung zu Wohnmobilität (virtueller Immobilienmarkt nach primärpräventiven Dimensionen des Wohnens im Alter) mittels Vignettenanalyse(faktorieller Survey) .

Ergebnisse und Praxistransfer

(vorläufige) Ergebnisse

Es wird erwartet, dass Umzugs­entscheidungen im Sinne primärpräventiven Handelns Analogien zu den bekannten milieu­spezifischen gesund­heitsrelevanten Einstellungs- und Verhaltensmustern aufweisen. Von besonderer Bedeutung ist dabei das Aufdecken schicht- und lebensstilspezifischer Zukunftsorientierungen in der Wohnentscheidung. Diese Studie einen empirischen Beitrag zur verhältnispräventiven Charakterisierung von Umzugs­­bereitschaft im Hinblick auf ökologische Risiko­konstellationen leisten. Die damit verbundene Identifizierung von Interventionsbedarf kann zudem Impulse zur Etablierung von Umzugsberatung und –management für eine autonomiefördernde Gestaltung der Wohnsituation im Alter geben.

Weiterführende Informationen

Liste zuklappenProjektmaterialien

eingesetzte Instrumente (PDF)

Logo des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

Logo der Medizinischen Hochschule Hannover

Logo des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf

Logo der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung