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Projekt-Detailansicht

Wissenschaftliche Begleitung des Förderprogramms 'Unterstützungsangebote für Kinder von psychisch Kranken oder suchtkranken Eltern'

Allgemeines

laufende Projektnummer

66

Kurzbeschreibung

Die stattfindenden "Unterstützungsangebote für Kinder von psychisch kranken oder suchtkranken Eltern" der Stiftung Kinderland Baden-Württemberg haben die Aufgabe, die positive Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu fördern, sie in ihrer spezifischen Lebenslage zu unterstützen und ein mögliches Erkrankungsrisiko zu reduzieren. Die wissenschaftliche Begleitung durch das Zentrum für Kinder- und Jugendforschung hat das Ziel, den Verlauf der 16 heterogen konzipierten, in Baden-Württemberg stattfindenden Projekte zu dokumentieren und Aussagen über mögliche erreichte Effekte zu treffen. Dazu werden anhand eines multiperspektivischen (Befragung der Kinder/Jugendlichen, Eltern/Bezugspersonen und Projektleitungen), quantitativen Prä-Post-Evaluationsdesigns die Unterstützungsangebote auf ihre Wirksamkeit, ihre Erreichbarkeit der Kinder und Jugendlichen sowie ihre je spezifischen Projektziele wissenschaftlich überprüft.

Liste zuklappenKontaktdaten aller wissenschaftlicher Partner

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen

Deutsches Institut für Sucht- und Präventionsforschung (DISuP)
Prof. Dr. Tanja Hoff (Projektleitung)
Wörthstr. 10
50668 Köln
E-Mail: t.hoff@katho-nrw.de


FIVE - Forschungs- und Innovationsverbund an der Evangelischen Hochschule Freiburg e. V.

Zentrum für Kinder und Jugendforschung
Stefanie Pietsch (wiss. Mitarbeiterin)
Bugginger Str. 38
79114 Freiburg im Breisgau
E-Mail: pietsch@eh-freiburg.de

Prof. Klaus Fröhlich-Gildhoff (Co-Projektleitung)

Projektförderung

Beginn / geplanter Beginn: Juli 2008 Ende / geplantes Ende: Januar 2012

Die Förderung des Projektes erfolgte durch

  • Stiftungen: Stiftung Kinderland Baden Württemberg

Bundesland / Bundesländer, in denen die Maßnahme statt findet

  • Baden-Württemberg

Projektbeschreibung

gesundheitsbezogener Schwerpunkt des Projekts

  • Psyche / Stress
  • Sucht (z.B. Tabak, Alkohol)
  • Früherkennung von Krankheiten und Beeinträchtigungen

Liste zuklappenAusgangssituation und theoretischer Hintergrund der Studie

Die Stiftung Kinderland Baden-Württemberg hat das das Förderprogramm "Unterstützungsangebote für Kinder von psychisch kranken Eltern oder suchtkranken Eltern" ausgeschrieben. Dieses Programm hat "das Ziel, die positive Entwicklung der Kinder von psychisch kranken und suchtkranken Eltern durch finanzielle Förderung entsprechender Projekte zu unterstützen" (Ausschreibungstext der Stiftung Kinderland), insbesondere hinsichtlich des Selbstbewusstseins und der Selbstwirksamkeit der Kinder. Dabei sollen auch praktikable Wege der Erreichbarkeit der Kinder und Jugendlichen überprüft werden. Wesentlicher Betrachtungsaspekt ist "die Persönlichkeit der Kinder - und nicht die Krankheit ihrer Eltern" (ebd.) im Rahmen der Projekte.

Liste zuklappenHauptziele der Studie

Folgende Fragestellungen sollen in der wissenschaftlichen Begleitevaluation bearbeitet werden:

  • Prozessqualität, u.a. erreichte Zielgruppengröße, Wege der Zielgruppen-Akquise, eingesetzte Methoden und prozesssteuernde Elemente
  • Zielerreichung und Effekte der Projekte (Struktur- und Ergebnisqualität), u.a. aus Sicht der Kinder, Eltern und weiterer ExpertInnen
  • projektübergreifende Erkenntnisse: Erreichbarkeit der Zielgruppe in verschiedenen Projektformen, Wirkfaktoren in der Unterstützung von Kindern psychisch erkrankter Eltern

Liste zuklappenZielgruppe

Altersgruppe

  • Grundschüler und -schülerinnen (6-10)
  • Jugendliche und junge Erwachsene (15-25)
  • Klein- und Vorschulkinder (2-5)
  • Schülerinnen und Schüler (11-14)

Projekt richtet sich an

nicht geschlechtsspezifisch

Personengruppe

  • Personen mit spezifisch erhöhten Krankheitsrisiken

Die Maßnahme wird in folgendem Setting durchgeführt:

  • Verein / Kirchengemeinde
  • sonstige: Diverse u.a.: Beratungsstellen, Einrichtungen der Jugendhilfe, Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie etc.

Methodik und Studiendesign

Ziele, die das Projekt verfolgt?

  • Entwicklung und/oder Erprobung von Interventionen
  • Ermittlung des Bedarfs
  • Evaluation der Wirksamkeit von Maßnahmen
  • Identifikation von Zielgruppen
  • Vernetzung bestehender Programme
  • Zugangswege
  • Zusammenstellung für die Praxis

Welche Intervention wurde durchgeführt?

  • Informationsveranstaltungen
  • Sonstiges: Gruppenangebote, Eltern-Kind-Maßnahmen, Patenschaften

Studiendesign

  • Experimentell
    • Interventionsstudie
      • Ohne Kontrollgruppe

verwendete Methoden

  • Quantitative Methode: Standardisierte Befragung (Fragebogen/Interview)
  • Qualitative Methode: Leitfrageninterview

gemessene Outcomes?

  • Gesundheit: Lebensqualität, Intermediäre Verhaltenparameter
  • Zugangswege
  • Akzeptanz / Zufriedenheit

Liste zuklappenBeschreibung von Methode und Vorgehensweise der Studie

1) Erfassung der Ausgangslage (Strukturqualität):

-Stand. Fragebogen zur Projektstruktur

2) Dokumentation des Projektverlaufs (Prozessqualität)

-Stand. Fragebogen zu den Projekteinheiten/Gruppenangeboten

-Stand. Dokumentation der Projektaktivitäten

-Analyse der Zwischenberichte

3) Erfassung der Effekte (Ergebnisqualität):

-Stand. Fragebogen zur Projektstruktur

-Stand. Erfassung der Ausgangs- und Endsituation bei den teilnehmenden Kindern und Jugendlichen (Selbsteinschätzung sowie Fremdeinschätzung durch Eltern/Gruppenleitung)

-Analyse des Abschlussberichts

Ergebnisse und Praxistransfer

(vorläufige) Ergebnisse

Zur Evaluation der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität der 16 Modellprojekte im Rahmen des Programms „Unterstützungsangebote für Kinder psychisch kranker oder suchtkranker Eltern“ wurden Struktur-, Prozess- und Ergebnisdaten aus allen Projekten sowie Veränderungsdaten (Prä-Post) zu 189 teilnehmenden Kindern und Jugendlichen ausgewertet.
Insgesamt konnten mit dem Programm 558 Kinder psychisch kranker oder suchtkranker Eltern in Baden-Württemberg erreicht und in ihrer spezifschen
Lebenssituation unterstützt werden.
Die befragten Eltern der teilnehmenden Kinder waren von einer hohen Bandbreite psychischer Störungen inklusive Abhängigkeitserkrankungen betroffen; allein 40,0% gaben dabei mehrere Krankheitsdiagnosen an.

Exemplarische Ergebnisse Strukturqualität:
Die Projekte waren sowohl an Institutionen mit Erfahrungen mit der Zielgruppe, als auch an solchen, die hierzu neue Angebote aufbauten, ange-siedelt. Die umgesetzten Konzeptionen sahen mehrheitlich pädagogische, kontinuierliche Gruppen (62,5%) vor; andere Projekte boten erlebnispädagogisch orientierte Mehrtages-/Intensivmaßnahmen, manualisierte und psychoedukativ ausgerichtete Gruppen oder Patenschaften an.

Exemplarische Ergebnisse Prozessqualität:
Methodisch wurden in allen Kindergruppenangeboten und Intensivmaßnahmen Gesprächsrunden, die Verbalisierung von Befinden und Emotionen, gemeinsame Aktivitäten sowie die kindgerechte, gruppendynamisch angepasste Thematisierung der elterlichen Erkrankung realisiert. Hinsichtlich der Förderung von Lebenskompetenzen im Sinne der WHO (1994) bestand nach den standardisiert abgefragten Inhalten in den Gruppenumsetzungen eine deutliche Fokussierung der Fachkräfte auf emotionale, kommunikative und kreative Copingfertigkeiten.

Exemplarische Ergebnisse Ergebnisqualität:
Im Gesamturteil von Projektleitungen, aber auch den teilnehmenden Kindern und deren Eltern fallen die Unterstützungsangebote sehr positiv aus. Mit der Projektumsetzung und dem Gesamtverlauf waren 37,5% der Projektleitungen sehr zufrieden und 62,5% zufrieden. Die teilnehmenden Kinder fühlten sich zu 75,9% in hohem Maße durch die Projekte unterstützt und bewerteten vor allem die Projektmitarbeiter, das Zusammensein mit anderen Kindern, die Themen der einzelnen Treffen und die erlebte Ressourcenstärkung positiv. Auch 87,3% der Eltern gaben in hohem Maße eine beobachtete Unterstützung für ihr Kind an, 80,8% fühlten sich aber auch selbst durch die Projekte gut unterstützt. 87,2% berichteten von einer hohen Motivation und Freude ihres Kindes am Besuch des Projektes.

Ergebnisse der an den Unterstützungsangeboten teilnehmenden Kinder und Jugendlichen; Prä-Post-Daten (Die festgestellten Effekte können jedoch durch das praxisbedingte Evaluationsforschungsdesign (keine Kontrollgruppen) nur als erste vorsichtige Hinweise auf den Projekterfolg gewertet und nicht kausal auf die Projekt-
teilnahme zurückgeführt werden):

Lebensqualität:

  • altersübergreifend und speziell bei Kindern bis 10 Jahre: hochsignifikante Verbesserung der Gesamtlebensqualität sowie der Anzahl lebensqualitätsbelastender Probleme im Selbsterleben


Copingstrategien:

  • Kinder bis 10 Jahre: signifikante Reduktion des dysfunktionalen Einsatzes destruktivärgerbezogener Bewältigungsfertigkeiten; zudem bei Jungen eine stärkere Suche nach sozialer Unterstützung als Copingstrategie; keine Veränderung der anderen Copingfertigkeiten
  • Jugendliche ab 11 Jahre: keine Veränderungen


Substanzkonsum:

  • Kinder bis 10 Jahre: keine Auffälligkeiten im Substanzkonsum
  • im Vergleich zu repräsentativen Bundesdaten: zu Projektbeginn insgesamt deutlich mehr Jugendliche, die keinen Alkohol tranken; erwartungsgemäßer altersbezogener Trend der Zunahme des Alkoholkonsums während der Projektteilnahme
  • im Vergleich zu repräsentativen Bundesdaten: zu Projektbeginn mehr Jugendliche mit Nikotinerfahrungen in ihrem Leben; erwartungsgemäßer altersbezogener Trend der Zunahme des Nikotinkonsums während der Projektteilnahme


Verhaltensauffälligkeiten:

  • signifikante Verbesserungen der emotionalen Probleme sowohl bei Kindern als auch bei Jugendlichen
  • aus Elternsicht zudem Verringerung der Verhaltensprobleme bei Jugendlichen sowie der Gesamtproblembelastung durch Verhaltensauffälligkeiten bei beiden Altersgruppen
  • aus Gruppenleitersicht: Verringerung der Hyperaktivität bei Kindern und Verbesserung des prosozialen Verhaltens bei Jugendlichen


Wahrnehmung der elterlichen Erkrankung im Jugendalter:

  • Entlastung der Jugendlichen im subjektiven Wunschbild der Eltern und der Familie
  • Verbesserung des Gefühls, geeignete Ansprechpartner für familiäre Probleme zu haben

Liste zuklappen(geplanter) Praxistransfer

Votrag, Publikationen

Liste zuklappenPublikationen

Stiftung Kinderland Baden-Württemberg (Hrsg.) (2012). Unterstützungsangebote für Kinder von psychisch kranken oder suchtkranken Eltern. Ergebnisse der Projektevaluation. Stuttgart: Baden-Württemberg Stiftung.

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