Wir setzen auf dieser Website Cookies ein. Diese dienen dazu, Ihnen Servicefunktionen anbieten zu können sowie zu Statistik- und Analysezwecken (Web-Tracking). Weitere Informationen dazu und die Widerspruchsmöglichkeit zum Web-Tracking finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Kreisdiagramm mit Pfeilen

Logo KNP

Seiteninhalt

Projekt-Detailansicht

Logo des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

Gesundheitsförderung und Primärprävention bei älteren Menschen mit Migrationshintergrund

Allgemeines

Förderkennzeichen BMBF

01EL0711

laufende Projektnummer

44

Kurzbeschreibung

Ziel des Vorhabens ist es, die Wirksamkeit von gesundheitsfördernden Maßnahmen bei älteren Menschen mit Migrationshintergrund sowohl auf der Ebene der Verhaltens- als auch der Verhältnisprävention zu evaluieren und neue Möglichkeiten des Zugangs zu dieser im Bereich der Gesundheitsförderung und Primärprävention bislang kaum berücksichtigten Zielgruppe zu untersuchen. Potenziale der Selbsthilfe, Selbstorganisation und Beteiligung älterer Migranten/innen finden dabei besondere Beachtung. Ausgehend von einem qualitativen Forschungsansatz werden leitfadengestütze Interviews mit älteren Migranten/innen und Experten/innen in drei Erhebungswellen über einen Zeitraum von zwei Jahren durchgeführt. Darüber hinaus finden im Anschluss an die erste und zweite Erhebungswelle gemeinsame „Werkstattgespräche“ mit älteren Migranten/innen, Experten/innen und Multiplikatoren/innen statt. Die Ergebnisse können zur Entwicklung von effektiven Maßnahmen der primären Prävention und Gesundheitsförderung für ältere Migranten/innen beitragen, den Auf- und Ausbau partizipativer, gesundheitsfördernder Strukturen unterstützen und neue Zugangsmöglichkeiten zu dieser Zielgruppe aufzeigen.

Liste zuklappenKontaktdaten aller wissenschaftlicher Partner

Forschungsgesellschaft für Gerontologie e.V./ Institut für Gerontologie an der TU Dortmund

Institut für Gerontologie an der Technischen Universität Dortmund
Prof. Gerhard Naegele

Projektförderung

Beginn / geplanter Beginn: Oktober 2007 Ende / geplantes Ende: Juni 2010 BMBF-Förderphase 3

Institution/Institutionen des/der Präventionspartner?

  • Einrichtungen der freien Wohlfahrt

Bundesland / Bundesländer, in denen die Maßnahme statt findet

  • Nordrhein-Westfalen

Projektbeschreibung

gesundheitsbezogener Schwerpunkt des Projekts

  • Bewegung
  • Ernährung
  • Psyche / Stress
  • Soziale Kompetenz

Liste zuklappenAusgangssituation und theoretischer Hintergrund der Studie

Ältere Menschen mit Migrationshinter­grund gehören zu den Bevölkerungs­gruppen, die von besonderen gesundheit­lichen Belastungen und Risiken betroffen sind. Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung sind daher von großer Bedeutung, um die Lebensqualität älterer Menschen mit Migrationshinter­grund zu fördern, ihnen ein möglichst selbstständiges und selbstbestimmtes Leben im Alter zu ermöglichen und einer vorzeitig auftretenden Hilfe- und Pflege­bedürftigkeit entgegenzuwirken.

Derzeit werden ältere Migrantinnen und Migranten allerdings kaum von präventi­ven und gesundheitsfördernden Angebo­ten erreicht werden. Auch gibt es kaum Erkenntnisse zur Wirksamkeit von Prä­ventionsmaßnahmen bezogen auf diese in Zukunft stark wachsende Bevölke­rungsgruppe. Zukünftig gilt es daher, mi­grationsgeprägte Lebenslagen und Le­bensstile in Forschung und Praxis zur Prävention und Gesundheitsförderung bei älteren Menschen stärker zu berücksich­tigen.


Liste zuklappenHauptziele der Studie

Ziel des Forschungsprojektes ist die Gewinnung weiterführender Erkenntnisse

  • zur Wirksamkeit von präventiven und gesundheitsfördernden Maßnahmen für ältere Menschen mit Migrationshintergrund sowohl auf der Ebene der Verhaltens- als auch der Verhältnisprävention,
  • zu Möglichkeiten der Erschließung von Zugängen zur Zielgruppe der älteren Menschen mit Migrationshintergrund und
  • zu den Potenzialen der Selbsthilfe, Selbstorganisation und Beteiligung älterer Migrantinnen und Migranten im Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung.

Liste zuklappenZielgruppe

Altersgruppe

  • Menschen im höheren erwerbsfähigen Alter (51-65)
  • ältere Menschen (66-79)

Projekt richtet sich an

nicht geschlechtsspezifisch

Personengruppe

  • Sozial benachteiligte Personen

Die Maßnahme wird in folgendem Setting durchgeführt:

  • Verbände / Krankenkassen
  • Verein / Kirchengemeinde

Methodik und Studiendesign

Ziele, die das Projekt verfolgt?

  • Evaluation der Wirksamkeit von Maßnahmen
  • Strukturbildung
  • Zugangswege

Welche Intervention wurde durchgeführt?

  • Informationsveranstaltungen
  • Schulung / Kurs / Training

Studiendesign

  • Beobachtend
    • Querschnittsstudie

verwendete Methoden

  • Qualitative Methode: Diskussionsrunde / Fokusgruppen, Experteninterview, Leitfrageninterview
  • sonstiges : partizipative Werkstattgespräche

gemessene Outcomes?

  • Kompetenz / Empowerment
  • Zugangswege
  • Akzeptanz / Zufriedenheit
  • Sonstiges : subjektiver Gesundheitszustand und Wohlbefinden

Liste zuklappenBeschreibung von Methode und Vorgehensweise der Studie

Ausgehend von einem qualitativen Forschungsansatz werden in drei Erhebungswellen insgesamt 120 leitfadengestützte Interviews mit älteren Menschen mit Migrationshintergrund (Teilnehmer und Nicht-Teilnehmer an Präventionsmaßnahmen) und 30 Experteninterviews durchgeführt. Zwischen den einzelnen Erhebungswellen finden zudem in den beiden Projektstandorten Duisburg und Mönchengladbach jeweils gemeinsame Werkstattgespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der Zielgruppe, sowie relevanten Akteuren der Gesundheitsförderung und Primärprävention statt.

Ergebnisse und Praxistransfer

(vorläufige) Ergebnisse

Die Untersuchungsergebnisse zur Wirksamkeit von präventiven und gesundheitsfördernden Maßnahmen bei älteren Menschen mit Migrationshintergrund verweisen auf ein weites Spektrum von miteinander verknüpften Effekten der Belastungsreduzierung und Ressourcenvermehrung. Die von den Befragten berichteten Effekte umfassen folgende Wirkungsdimensionen:

- Physische Effekte (Verbesserung der Beweglichkeit, Verringerung oder Verschwinden von Schmerzen, Steigerung der Fitness)

- Psychische Effekte (Entspannung und Stressabbau, Förderung von Selbstsicherheit und Selbstbewusstsein, Emotionale Stabilität)

- Soziale Effekte (Erweiterung der sozialen Kontakte, Soziale Unterstützung, Aktivierung und soziale Teilhabe)

- Lerneffekte / Kompetenzerweiterung (Gesundheitswissen, Bewältigungsstrategien, Gesundheitsverhalten, Sozialverhalten)

Die Ergebnisse verdeutlichen zudem die hohe Relevanz des persönlichen Austausches und gemeinschaftlicher Aktivitäten in muttersprachlichen Settings. Offenbar ist nicht allein die Teilnahme an einzelnen spezifischen Präventionsmaßnahmen, sondern die ergänzende Einbindung in dauerhafte Gruppenzusammenhänge maßgeblich für eine nachhaltige präventive und gesundheitsfördernde Wirkung. Der Gruppenbezug ist Türöffner für den Zugang und Verstärker der Wirkungen von spezifischen Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung (z.B. Angebote in den Bereichen Bewegung, Ernährung und Entspannung).

Die Untersuchungsergebnisse zu den strukturellen Rahmenbedingungen ergeben folgendes Bild: Primärprävention und Gesundheitsförderung bei älteren Migranten sind bislang wenig beachtete Themen an der Schnittstelle verschiedener kommunaler Handlungsfelder. Unklare Zuständigkeiten und unzureichende Kooperationen sowie eine nicht adäquate Finanzierungspraxis tragen mit dazu bei, dass das Angebot gesundheitsfördernder Maßnahmen für ältere Migrantinnen und Migranten gering ist bzw. nicht an ihre Lebenslagen und Bedürfnisse angepasst ist

Insgesamt verweisen die Ergebnisse auf einen Bedarf an ganzheitlichen Konzepten und integrierten Ansätzen der Gesundheitsförderung für ältere Menschen mit Migrationshintergrund. Eine stärkere und zielgruppenorientierte Kooperation zwischen sozialen Dienstleistungsanbietern und dem Gesundheitssystem, einschließlich der Anpassung von Finanzierungsmodellen und die Weiterentwicklung von settingbezogenen Fördermöglichkeiten wären wichtige Schritte, um den Zugang und die Effektivität von präventiven und gesundheitsfördernden Maßnahmen für ältere Migranten zu verbessern.

Liste zuklappen(geplanter) Praxistransfer

Der Praxistransfer soll gewährleistet werden durch eine regelmäßige Rückkopplung der Untersuchungsergebnisse an die beteiligten Präventionsträger und weitere Akteure in den Projektstandorten, durch die Erstellung eines Praxisleitfadens mit Handlungsorientierungen, die auch für andere Präventionsanbieter relevant sind und für die Weiterentwicklung von Präventionsangeboten in anderen Kommunen genutzt werden können sowie durch Ergebnispräsentationen u.a. auf Fachveranstaltungen und in Fachzeitschriften.

Liste zuklappenPublikationen


Olbermann, E. (2009). Health promotion and primary prevention for older migrants: Improving access and effectiveness. Poster präsentiert beim 19th IAGG World Congress of Gerontology and Geriatrics, 5. - 9. Juli 2009 in Paris, Frankreich.

Olbermann, E., Schmitt, M. & Naegele, G. (2009). Gesundheitsförderung und Primärprävention bei älteren Menschen mit Migrationshintergrund. Poster präsentiert beim Strategietreffen des Verbundprojektes "Kooperation für nachhaltige Präventionsforschung (KNP) am 10./11. Dezember 2009 in Hannover.

Es gibt einen Flyer zum Projekt, den man hier als PDF downloaden kann.

Logo des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

Logo der Medizinischen Hochschule Hannover

Logo des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf

Logo der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung