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Primärpräventive Wirkungen der Arbeit des 'Netzwerkes Märkisches Viertel'

Allgemeines

Förderkennzeichen BMBF

01EL0710

laufende Projektnummer

43

Kurzbeschreibung

Da soziale Benachteiligung auch im Alter mit besonderen Gesundheitsrisiken einhergeht, wurden im Projekt Anknüpfungspunkte für Primärprävention in der Arbeit des Netzwerkes Märkisches Viertel gesucht. Das Akteursnetzwerk wurde als lokale Struktur primärpräventiver Gesundheitsförderung für ältere Menschen analysiert. Indikatoren waren auf der individuellen Ebene verbesserte Ausstattungen mit sozialem, kulturellem und ökonomischem Kapital, die gesundheitsförderliches Verhalten erleichtern. Auf Quartiersebene wurden Verbesserungen in der stadträumlichen Gestaltung, in der Angebotsstruktur und der Kooperation/Vernetzung unterschiedlicher Akteure fokussiert. Besonderes Interesse galt der Zugänglichkeit von Angeboten für sozial benachteiligte ältere Menschen und Ältere mit Migrationshintergrund.

Die Untersuchung erfolgte in einem Methodenmix aus teilnehmender Beobachtung, standardisierten Interviews, Fokusgruppendiskussionen und repräsentativen Befragungen und wurde in drei Phasen durchgeführt. In der ersten Phase wurde die Zusammenarbeit der Akteure im Netzwerk intern untersucht, in der zweiten Phase die Zielgruppe repräsentativ sowie in Fokusgruppen befragt. Aus den Ergebnissen wurden in der dritten Phase Empfehlungen für die Qualitätsentwicklung abgeleitet.

Die Aktivitäten des Netzwerkes beeinflussen die Angebotsstruktur des Märkischen Viertels nachhaltig. Die Kooperation der unterschiedlichen Netzwerkpartner erzeugt zahlreiche Synergie-Effekte, fachbereichsübergreifende Ansätze und im Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung primärpräventive Wirkung. Allerdings zeigte sich, dass den älteren Bewohner/innen im Märkischen Viertel das Netzwerk Märkisches Viertel weitgehend unbekannt ist und als Ansprechpartner kaum wahrgenommen wird. Zugleich wurden die Bedarfe vor allem von sozial benachteiligten älteren Menschen und älteren Migrant/innen durch die Netzwerkpartner nur dann erkannt, wenn diese die ausdrücklichen Zielgruppen der Akteure waren. Neue Angebote, die vor allem benachteiligte ältere Menschen unterstützen sollten, wurden daher zum Teil an den tatsächlichen Bedarfen vorbei entwickelt. Vor diesem Hintergrund wurde dem Netzwerk eine stärkere partizipative Ausrichtugn empfohlen.

Als erste Maßnahme wurde daher ein Projektbeirat eingesetzt, der aus drei älteren Bewohner/innen (davon 2 Personen mit Migrationshintergrund) besteht. Weitere Beteiligungsmaßnahmen, wie eine jährliche Befragung von älteren Bewohner/innen zur Seniorenfreundlichkeit der Unternehmen im Quartier, folgten und sind inzwischen etabliert.

Neben wissenschaftlichen Publikationen zur Evaluation von (Primär-)prävention und Methoden der Netzwerkanalysen sind die Ergebnisse für Politik und Verwaltung von Kommunen, Kranken- und Pflegekassen sowie andere Präventionsträger relevant und wurden auf zahlreichen Fachveranstaltungen und in Expertengesprächen vorgestellt und diskutiert.

Liste zuklappenKontaktdaten aller wissenschaftlicher Partner

Institut für Gerontologische Forschung e.V.

Dr. Josefine Heusinger (Projektleitung)


Institut für soziologische Meinungsforschung IsoMe

Malte Friedrich

Projektförderung

Beginn / geplanter Beginn: Januar 2007 Ende / geplantes Ende: Juni 2010 BMBF-Förderphase 3

Bundesland / Bundesländer, in denen die Maßnahme statt findet

  • Berlin

Projektbeschreibung

gesundheitsbezogener Schwerpunkt des Projekts

  • Sonstiges: Gesundheitsförderung für ältere Menschen

Liste zuklappenAusgangssituation und theoretischer Hintergrund der Studie

Das Netzwerk Märkisches Viertel ist ein ehrenamtlicher lokaler Zusammenschluss von Akteur/innen aus Wirtschaft, Politik, Dienstleistung und Beratung in einer Berliner Großwohnsiedlung mit einem hohen Anteil an älteren Bewohner/innen, zum Teil mit Migrationshintergrund. Das Netzwerk dient dem Ziel, auf Grundlage einer verbindlichen Kooperationsvereinbarung die Lebensbedingungen für Senior/innen im Stadtteil zu verbessern. Das Forschungsprojekt knüpfte daran an, dass im Netzwerk großes Interesse an einer Evaluation und qualitativen Weiterentwicklung bestand. Anlass war die Unsicherheit über die Wahrnehmung und Angemessenheit der Netzwerk-Aktivitäten angesichts der heterogenen Gruppe älterer Menschen im Quartier.

Liste zuklappenHauptziele der Studie

In dem Forschungsprojekt wurde in Zusammenarbeit mit Betroffenen und Akteur/innen vor Ort das Netzwerk Märkisches Viertel als lokale Struktur primärpräventiver Gesundheitsförderung für ältere Menschen analysiert. Seine Wirkungen auf Frauen und Männer und insbesondere auf sozial benachteiligte ältere Menschen sowie auf das Quartier wurden beschrieben. Auf dieser Grundlage wurden Praxis begleitend Anregungen zur Qualitätsverbesserung erarbeitet sowie Elemente für die fortlaufende Evaluation der Netzwerkarbeit entwickelt.

Liste zuklappenZielgruppe

Altersgruppe

  • Hochbetagte (ab 80)
  • Menschen im höheren erwerbsfähigen Alter (51-65)
  • ältere Menschen (66-79)

Projekt richtet sich an

nicht geschlechtsspezifisch

Personengruppe

  • Professionelle als Multiplikatoren
  • Sozial benachteiligte Personen

Die Maßnahme wird in folgendem Setting durchgeführt:

  • Region / Stadtteil / Nachbarschaft

Methodik und Studiendesign

Ziele, die das Projekt verfolgt?

  • Entwicklung und/oder Optimierung von Qualitätssicherung
  • Evaluation der Wirksamkeit von Maßnahmen
  • Zugangswege

Welche Intervention wurde durchgeführt?

  • Sonstige verhältnisbezogene Maßnahmen

verwendete Methoden

  • Quantitative Methode: Standardisierte Befragung (Fragebogen/Interview)
  • Qualitative Methode: Diskussionsrunde / Fokusgruppen, Leitfrageninterview, Beobachtung

gemessene Outcomes?

  • Strukturbildung
  • Zugangswege
  • Akzeptanz / Zufriedenheit

Liste zuklappenBeschreibung von Methode und Vorgehensweise der Studie

Das Projekt ist in drei Phasen gegliedert. In Phase 1 wurden die interne Struktur und die Arbeitsweise des Netzwerkes sowie die Motivationen und Erwartungen der NetzwerkpartnerInnen erfasst. In Phase 2 wurden Lebensalltag und Bedürfnisse der älteren Bewohner/innen im Märkischen Viertel analysiert und ihre Bewertungen der Netzwerkarbeit ermittelt. In Phase 3 wurden schließlich die Ergebnisse der ersten beiden Phasen zusammengeführt und auf dieser Basis die Wirkung des Netzwerkes beurteilt. Auf dieser Grundlage wurden Empfehlungen für die Weiterentwicklung des Netzwerkes und die künftige eigenständige Evaluation entwickelt. Bei der Untersuchung kam ein Methodenmix aus teilnehmender Beobachtung, Fokusgruppendiskussionen, standardisierten Interviews und repräsentativen Befragungen mittels Fragebogen zum Einsatz.

Ergebnisse und Praxistransfer

(vorläufige) Ergebnisse

Das Netzwerk stellte sich als gut organisierte, stadtteilbezogene Struktur dar, die im Quartier Impulse setzt. Aus einem gewollten Prozess zunehmender Verbindlichkeit in der Zusammenarbeit (Vereinsgründung, stark erhöhter Mitgliedsbeitrag) und damit verbundener Mitgliederfluktuation ist das Netzwerk gestärkt und handlungsfähig hervorgegangen. Das Engagement der NetzwerkpartnerInnen variiert branchenabhängig, es engagierten sich im Untersuchungszeitraum überdurchschnittlich viele Frauen. Die Kenntnisse über die Außenwirkung des Netzwerkes im Quartier und über die Bedürfnisse vor allem der sozial benachteiligten BewohnerInnen waren im Netzwerk gering. Die primärpräventiven Wirkungen des Netzwerkes auf Gesundheit und Lebensalltag der BewohnerInnen wurden in der zweiten Projektphase repräsentativ und in Fokusgruppen mit sozial benachteiligten Älteren untersucht. Die u. a. durch die Kooperation entstandenen Netzwerkangebote wurden von der Zielgruppe positiv bewertet, waren jedoch noch zu wenig bekannt und teilweise nicht zielgruppengerecht zugeschnitten. Außerdem wurden sie weitgehend nicht mit dem Netzwerk als lokalem Akteur in Beziehung gesetzt. In der dritten Phase wurden aufgrund dieser Befunde Angebote und Öffentlichkeitsarbeit angepasst sowie ein Projektbeirat eingerichtet.

Liste zuklappen(geplanter) Praxistransfer

Während der gesamten Projektlaufzeit fand ein Ergebnisaustausch mit dem Kooperationspartner in Form von Zwischenpräsentationen und Ergebnisdiskussionen statt. In der letzten Projektphase wurden in Zusammenarbeit mit dem Kooperationspartner und mit Vertreter/innen der Zielgruppe die Ergebnisse ausgewertet und Instrumente für die eigenständige, fortlaufende und nachhaltige Evaluation entwickelt. Zum Abschluss wurde eine gemeinsame Veranstaltung von Wissenschaft und Praxis "Gesund alt werden im Märkischen Viertel" durchgeführt, zu der die älteren Quartiersbewohner/innen eingeladen wurden. Projektergebnisse und aktuelle Planungen des Netzwerks wurden in diesem Kontext vor und zur Diskussion gestellt.

Liste zuklappenPublikationen

Heusinger, Josefine (2011): Vernetzung im Stadtteil als Motor settingbezogener Gesundheitsförderung im Alter, in: Schott, Thomas/Hornberg, Claudia (Hg.): Die Gesellschaft und ihre Gesundheit: 20 Jahre Public Health in Deutschland: Bilanz und Ausblick einer Wissenschaft, Wiesbaden: VS, 635-667

Wolter, Birgit (2010): Altwerden in der Großwohnsiedlung: Unterstützung durch ein Akteursnetzwerk. In: Raumforschung und Raumordnung, Verlag Springer Berlin/Heidelberg, Vol. 68, Issue 3/2010, S. 207-217

Heusinger, J.; Kammerer, K.; Schuster, M.; Wolter, B. (2009): Netzwerkarbeit in der Großwohnsiedlung. Ein Beitrag zur Gesundheitsförderung im Alter? In: Zeitschrift Prävention und Gesundheitsförderung, Verlag Springer Berlin/Heidelberg, Vol.4, 3/2009, S. 158-166

Heusinger, J.; Schuster, M.; Wolter, B. (2008): Gesundheitsförderung für alte Menschen im Stadtteil durch Kooperation und Ressourcenstärkung. In: Altgeld, Thomas/Richter, Antje: Dünne Rente – Dicke Probleme. Armut, Alter und Gesundheit – Neue Herausforderungen für die Armutsprävention und Gesundheitsförderung, Mabuse-Verlag, S. 175-184

Wolter, B. (2009): Aktuelle Studie untersucht Netzwerk zur Unterstützung von Senioren. In: DW - Die Wohnungswirtschaft, Heft 9, 2009, 62. Jahrgang, S. 34-35

Weiterführende Informationen

Links

Netzwerk Märkisches Viertel

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