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Fit50+

Allgemeines

Förderkennzeichen BMBF

01EL0704

laufende Projektnummer

37

Kurzbeschreibung

Das Ziel des Forschungsvorhabens Fit50+ liegt in der multiparametrischen wissenschaftlichen Evaluation und Optimierung einer bestehenden Präventionsmaßnahme für langzeitarbeitslose Personen im Alter von über 50 Jahren. Ziel der Untersuchungen im Rahmen der geplanten Evaluation ist es, im Sinne eines Minimalprogramms eine langfristige, den Bedürfnissen und der Akzeptanz von älteren Langzeitarbeitslosen angemessene und bzgl. der Reduktion kardiovaskulärer Risikofaktoren wirksame Interventionsmethode zu entwickeln. Der Arbeitsplan zur Evaluierung der Präventionsmaßnahme besteht im Kern aus einem 3-stufigen Verfahren zur Initialisierung der Evaluation, Optimierung und Validierung der Maßnahme. Die Ergebnisse der Maßnahmenevaluation und deren Optimierung werden in die weitere Verbesserung der Präventionsmaßnahme „Gesundheit - Basiswissen und Training" im JobCenter 50+ einfließen. Durch die Einbeziehung von weiteren Kooperationspartnern (Sportvereine, Fitnessstudios, Kureinrichtungen) wird eine Netzwerkbildung betrieben.

Liste zuklappenKontaktdaten aller wissenschaftlicher Partner

Institut für Präventivmedizin, Universität Rostock

Institut für Präventivmedizin (Arbeitsmedizin, Sportmedizin, Sozialmedizin)
PD Dr. Regina Stoll (Projektleitung)
St. Georg-Str. 108
18055 Rostock
Telefon: 0381/494 9951
Fax: 0381/494 9952
E-Mail: regina.stoll@uni-rostock.de


celisca - Center for Life Science Automation

Prof. Kerstin Thurow
Friedrich-Barnewitz-Str. 8
18119 Rostock
Telefon: 0381-5196-4802
Fax: 0381-5196-4803
E-Mail: kerstin.thurow@celisca.de

Projektförderung

Beginn / geplanter Beginn: August 2007 Ende / geplantes Ende: Juli 2010 BMBF-Förderphase 3

Bundesland / Bundesländer, in denen die Maßnahme statt findet

  • Mecklenburg-Vorpommern

Projektbeschreibung

gesundheitsbezogener Schwerpunkt des Projekts

  • Bewegung
  • Früherkennung von Krankheiten und Beeinträchtigungen
  • Prävention von chronischen Erkrankungen (z.B. KHK, Diabetes)

Liste zuklappenAusgangssituation und theoretischer Hintergrund der Studie

Der Abbau sozial bedingter gesundheitlicher Ungleichheit ist als wichtiges gesundheitspolitisches Thema und Ziel von Gesundheitsförderungsmaßnahmen in Deutschland erkannt und formuliert worden. Neben anderen zählen auch Arbeitslose und insbesondere ältere Langzeitarbeitslose zur Gruppe der sozial Benachteiligten, deren gesundheitliche Chancen verbessert werden müssen. Die negativen, subjektiv empfundenen Auswirkungen von Arbeitslosigkeit auf die psychische Gesundheit und das körperliche Wohlbefinden der Betroffenen sind in der wissenschaftlichen Literatur relativ gut dokumentiert. Weit weniger erforscht sind dagegen die objektiven körperlichen Auswirkungen, beispielsweise die Erhöhung des Risikos für Herzkreislauferkrankungen, sowie die Ursachen und Bedingungsfaktoren dieser negativen gesundheitlichen Effekte. Dadurch ergeben sich Schwierigkeiten für die Entwicklung analytisch begründeter Interventionsstrategien. Bei bereits durchgeführten Interventionen fehlte bislang häufig die Dokumentation spezifischer gesundheitlicher Aspekte und die Entwicklung geeigneter Evaluationsinstrumente.

Liste zuklappenHauptziele der Studie

Ziel des Forschungsvorhabens ist die multiparametrische Evaluation und Optimierung einer bestehenden Präventionsmaßnahme für ältere Langzeitarbeitslose. Grundlage ist ein ganzheitlicher Ansatz bzgl. des Erhaltes bzw. der Förderung physischer und psychischer Gesundheit. Durch Verlaufsuntersuchungen sollen aus dem umfangreichen Methodeninventar einzelne Parameter ausgewählt werden, die geeignet sind, Veränderungen des Gesundheitszustandes der Betroffenen anzuzeigen. Diese sollen als Indikatoren allgemeingültiger Evaluationsstandards dienen. Im Rahmen der Evaluation soll eine langfristige, den Bedürfnissen und der Akzeptanz von älteren Langzeitarbeitslosen angemessene und bzgl. der Reduktion kardiovaskulärer Risikofaktoren wirksame Interventionsmaßnahme optimiert werden.

Liste zuklappenZielgruppe

Altersgruppe

  • Menschen im höheren erwerbsfähigen Alter (51-65)

Projekt richtet sich an

nicht geschlechtsspezifisch

Personengruppe

  • Personen mit spezifisch erhöhten Krankheitsrisiken
  • Sozial benachteiligte Personen

Die Maßnahme wird in folgendem Setting durchgeführt:

  • sonstige: Bildungsträger mit Vermittlungskompetenz

Methodik und Studiendesign

Ziele, die das Projekt verfolgt?

  • Entwicklung und/oder Optimierung von Qualitätssicherung
  • Evaluation der Wirksamkeit von Maßnahmen

Welche Intervention wurde durchgeführt?

  • Beratung / Coaching / Hausbesuche
  • Schulung / Kurs / Training

Studiendesign

  • Experimentell
    • Interventionsstudie
      • Ohne Kontrollgruppe

verwendete Methoden

  • Quantitative Methode: Standardisierte Befragung (Fragebogen/Interview)
  • Erhebung funktionaler und physiologischer Parameter
  • Längsschnittstudie

gemessene Outcomes?

  • Gesundheit: Lebensqualität, Intermediäre physiologische und funktionale Parameter, Intermediäre Verhaltenparameter
  • Kompetenz / Empowerment
  • Zugangswege
  • Akzeptanz / Zufriedenheit
  • Sonstiges : Erhebung von Lebensstilfaktoren und Medienkonsum

Liste zuklappenBeschreibung von Methode und Vorgehensweise der Studie

Insgesamt 119 männliche und weibliche Langzeitarbeitslose, die älter als 50 Jahre sind, durchlaufen einen dreigliedrigen Untersuchungszyklus (vor Beginn der Intervention, 2 und 8 Monate nach Beginn der Intervention). Das Methodeninventar umfasst neben Anamnese und klinischem Status die Beurteilung des Ernährungszustandes, die Erfassung klassischer Risikofaktoren für Herzkreislauferkrankungen, die Beurteilung der körperlichen Leistungsfähigkeit mittels Fahrradspiroergometrie, die Erfassung der sozialen Unterstützung, der psychischen Gesundheit, die Erhebung von Lebensstilfaktoren und Medienkonsum, die Einschätzung von Selbstwirksamkeitserwartung, psychischem Distress und Depression, sowie die subjektive Einschätzung von Lebensqualität und
Gesundheit.

Ergebnisse und Praxistransfer

(vorläufige) Ergebnisse

Es wurden 119 Erstuntersuchungen (73 Frauen, 46 Männer) und 94 Zweituntersuchungen (79% der Stichprobe, 75% der Frauen, 85% der Männer) durchgeführt. Am follow-up (6 Monate nach Beendigung der Gesundheitsförderungs-maßnahme) nahmen 60 Probanden (50% der Stichprobe, 40% der Frauen, 67% der Männer) teil. 14 weitere Probanden beantworteten zu t3 postalisch zugeschickte Fragebögen.

Die Zielgruppe wurde über die beim Bildungsträger zuständigen Fallmanager erreicht. Sowohl die Compliance als auch die Motivation der Beteiligten wurden als überraschend gut eingeschätzt.
Die Untersuchten wiesen ein ungünstiges kardiovaskuläres Risikoprofil auf: mittlerer BMI > 30, prozentualer Körperfettanteil deutlich oberhalb der altersspezifischen Norm, Anteil der Hypertoniker = 42%, Anteil manifester Diabetiker = 10,1 %, Bewegungsmangel in 72,3% der Fälle, positive Familienanamnese bzgl. Herzinfarkt =24 % der Fälle, körperliche Leistungsfähigkeit (ergospirometrisch): deutlich unterhalb der Altersnorm. Chronische Rückenschmerzen wurden von 51% der Befragten angegeben, bei 31% d.F. wurden klinisch relevante Depressionswerte nachgewiesen. Die Zahlen bestätigen, dass Interventionsbedarf besteht und dass die Zielgruppe (und nicht nur selektiv die Gesunden und Sportlichen) erreicht wurde.
Bereits nach einer 2-monatigen Trainingsphase zeigten sich statistisch signifikante Verbesserungen sowohl auf der Ebene der körperlichen Leistungsfähigkeit und der kardiovaskulären Risikofaktoren, als auch auf der Ebene der Beschwerden und des Befindens. Unspezifische psychische Beschwerden und Depressivität konnten signifikant verringert werden. Maximale Trainingseffekte waren nach Ende des körperlichen Trainings nachweisbar. Sofern das Training danach selbständig fortgesetzt wurde, konnten die körperlichen Trainingseffekte stabil gehalten werden.
Fazit: Maßnahmen zur Gesundheitsförderung können bei älteren Langzeitarbeitslosen zum Abbau von gesundheitlich bedingten Vermittlungshemmnissen beitragen.

Liste zuklappen(geplanter) Praxistransfer

Die Überführung des Projekts in den Regelbetrieb mit flankierender wissenschaftlicher Begleitung hat im Januar 2012 begonnen (Förderung über die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns/ ESF). Für den Praxistransfer werden Arbeitshilfen erstellt. Als Präventionsanbieter fungieren neben privaten Bildungsträgern auch sog. Intergrationsprojekte. Die Zielgruppe wird erweitert auf erwerbslose Personen jedes Alters und auf Personen mit Migrationshintergrund. Im Sinne der Nachhaltigkeit liegt ein Schwerpunkt auf der Kooperation mit ortsnahen Sportvereinen.

Liste zuklappenPublikationen

Kreuzfeld, S., Preuss, M., Stoll, R.: Abschlussbericht Fit 50+- Evaluation eines modularen Konzeptes zur Verbesserung der physischen und psychischen Gesundheit älterer Langzeitarbeitsloser (2011), FKZ 01 EL0704, TIB Universität Hannover

Kreuzfeld, S., Preuss, M., Weippert, M., Stoll, R.: Health effects and acceptance of a physical activity intervention for older long-term unemployment people. Int Arch Occup Environ Health (2013) 86:99-105, doi: 10.1007/s00420-012-0749-5

Kreuzfeld, S., Stoll, R.: Fit50+: Gezielte Gesundheitsförderung bei Langzeiterwerbslosen. Public Health Forum 20, Nr. 74 (2012), 28-29

Kreuzfeld S, Weippert M, Preuss M, Kumar M, Stoll R: Effekte eines kombinierten Ausdauer-Kraft-Trainings auf die sympathikovagale Balance von Personen mit moderat erhöhtem kardiovaskulären Risiko. In: Hottenrott K, Hoos O and Esperer HD (Hrsg.) Herzfrequenzvariabilität: Gesundheitsförderung- Trainingssteuerung- Biofeedback, Czwalina, Hamburg (2011), pp 175-183

Kreuzfeld, S., Stoll, R., Preuss, M.: Abbau von Vermittlungshemmnissen bei älteren Langzeitarbeitslosen durch gezieltes körperliches Training. In Gesundheit Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Dokumentation 16. Kongress Armut und Gesundheit- Verwirklichungschancen für Gesundheit und Satellit „Gesund und aktiv älter werden“, CD-ROM, Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V. (2011), ISBN 978-3-939012-12-2

Kreuzfeld, S., Stoll, R.: Folgen langjähriger Erwerbslosigkeit und Möglichkeiten der Gesundheitsförderung. VDBW aktuell (2011), Ausgabe Dezember 2011: 12-13

Kreuzfeld, S., Preuss, M., Arndt, D., Weippert, Stoll, R.: Wieder fit mit 50plus? Ergebnisse eines präventivmedizinischen Angebotes für Langzeitarbeitslose. 41. Deutscher Sportärztekongress Ulm (D) 24.-26.9.2009, Dtsch Z Sportmed 60 (7/8), p. 217

Preuss, M., Kreuzfeld, S., Arndt, D., Weippert, M., Kumar, M., Neubert, S., Stoll, R.: Körperbezogene Lebensqualität und psychologische Faktoren bei älteren Langzeitarbeitslosen. Arbeitsmed.Sozialmed.Umweltmed. 44, 3 (2009): p. 156

Kreuzfeld, S., Preuss, M., Arndt, D., Weippert, M., Kumar, M. Stoll, R.: Gesundheitsförderung verbessert Perspektiven für Langzeitarbeitslose. Arbeitsmed.Sozialmed.Umweltmed. 45, 6 (2010): p. 298

Kreuzfeld, S., Preuss, M., Weippert, M., Kumer, M., Rieger, A., Stoll, R.: Gender-Aspekte in der Gesundheitsförderung von Erwerbslosen. Posterpräsentation, 51. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Arbeits.-Sozial- und Umweltmedizin (DGAUM), 09.-12.03.2011, Heidelberg

Preuss, M., Kreuzfeld, S., Weippert, M., Kumar, M., Rieger, A., Stoll, R.: Prädiktoren zur Aufrechterhaltung eines Bewegungsprogramms für ältere Langzeitarbeitslose. 51. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Arbeits.-Sozial- und Umweltmedizin (DGAUM), 09.-12.03.2011, Heidelberg

Good-Practice-Beispiel in der Datenbank „Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Ausgewählt als besonders vorbildlich in den Bereichen: Empowerment, Innovation und Nachhaltigkeit, sowie Dokumentation und Evaluation.

Hennings, A.: „Ohne Sport wär’ ich schon abgestürzt…“, Langzeitarbeitslose in Bewegung. In: Nachspiel, Deutschlandradio Kultur, 09.05.2010.

gsub – Gesellschaft für soziale Unternehmensberatung: Aktivität und Bewegung fördern ein selbstbestimmtes Leben. In: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Hrsg.): Reisende Reporter 2010, Perspektive 50plus, Beschäftigungspakte in den Regionen.


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