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Stress- und Ressourcenmanagement für un- und angelernte Beschäftigte mit Migrationshintergrund sowie Belegschaften mit kultureller Diversität. Entwicklung und Evaluation eines Multiplikatorenkonzepts (ReSuDi)

Allgemeines

Förderkennzeichen BMBF

01EL0803

laufende Projektnummer

54

Kurzbeschreibung

Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung und Evaluation eines Multiplikatorenkonzepts zu Stress- und Ressourcenmanagement. Das Konzept richtet sich an un- und angelernte Beschäftigte mit Migrationshintergrund und un- und angelernte Belegschaften mit kultureller Diversität, wie interkulturelle Arbeitsgruppen. Das Konzept ist multimodal und partizipativ ausgerichtet und wird mit und für Präventionsanbieter entwickelt. Phase I: Projektkonstituierung mit den Kooperationspartnern und Literaturrecherche, -sichtung und -bewertung. Phase II: Vorbereitung und Entwicklung eines multimodalen Stress- und Ressourcenmanagementkonzepts; Modulentwicklung und Erstellung eines manualisierten Rahmenkonzepts. Phase III: Erprobung und Überarbeitung des Multiplikatorenkonzepts. Phase IV: Durchführung und Evaluierung des Rahmenkonzepts und seiner Module gemeinsam mit den Multiplikatoren sowie die Überprüfung der Übertragbarkeit auf andere Multiplikatoren und Zielgruppen. Phase V (Abschlussarbeiten): Überarbeitung der Multiplikatorenmanuale und Materialien für die Präventionsanbieter. Mit dem Vorhaben wird ein kultursensibles Instrumentarium zur Erfassung von gesundheitsrelevanten Arbeitsmerkmalen, Bewältigungsstrategien und Befinden bei un- und angelernten Beschäftigten entwickelt. Die Analyseergebnisse werden empirisch fundierte Schlussfolgerungen über die wesentlichen bedingungs- und personenbezogenen Belastungen und Ressourcen bei Beschäftigten mit Migrationshintergrund zulassen. Des Weiteren können anhand der Evaluationsergebnisse empirisch gesicherte Aussagen über die Effektivität und Effizienz des Multiplikatorenkonzepts gemacht werden. Den Präventionsanbietern wird ein umfassendes, evaluiertes Stress- und Ressourcenmanagementkonzept für Un- und Angelernte für die Anwendung in der betrieblichen Praxis angeboten, das dem jeweiligen Bedarf der Betriebe und Branchen und der kulturellen Diversität der Belegschaft gerecht wird.

Liste zuklappenKontaktdaten aller wissenschaftlicher Partner

Universität Hamburg

Fakultät für Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bewegungswissenschaft - Fachbereich Psychologie - Arbeitsbereich Arbeits-, Betriebs- und Umweltpsychologie
Dr. Christine Busch
Von-Melle-Park 11
20146 Hamburg

Projektförderung

Beginn / geplanter Beginn: Juni 2009 Ende / geplantes Ende: Mai 2012 BMBF-Förderphase 4

Bundesland / Bundesländer, in denen die Maßnahme statt findet

  • Baden-Württemberg
  • Hamburg
  • Nordrhein-Westfalen

Projektbeschreibung

gesundheitsbezogener Schwerpunkt des Projekts

  • Psyche / Stress
  • Soziale Kompetenz

Liste zuklappenAusgangssituation und theoretischer Hintergrund der Studie

In Deutschland stieg der Anteil an MigrantInnen von 1961 bis 2004 von 1,2% auf fast 9% an (Statistisches Bundesamt, 2006). Insbesondere der Anteil an gering qualifizierten MigrantInnen ist in Deutschland mit 52% überdurchschnittlich hoch (OECD, 2005). Gesundheitschancen sind sozial ungleich verteilt. Die Arbeitstätigkeit spielt dabei eine wesentliche Rolle. MigrantenInnen haben ein höheres Prekarisierungsrisiko, da sie eher Zugang zu Berufen mit ungünstigen Arbeitszeiten und -bedingungen, einem geringen Verdienst und schlechten Aufstiegschancen haben. Gründe hierfür sind die erschwerte Anerkennung ausländischer Abschlüsse und sprachliche Barrieren. Die Besonderheiten von Beschäftigten mit Migrationshintergrund werden aufgrund fehlender Interessensvertretungen in Untersuchungen und Gesundheitsförderungsangeboten bisher nur unzureichend berücksichtigt. Es wird daher ein Multiplikatorenkonzept für diese Zielgruppe entwickelt und erprobt. Die handlungsregulationstheoretische Erweiterung des transaktionalen Stressmodells (Greif, Bamberg & Semmer, 1991; Bamberg, Busch & Ducki, 2003) bietet u.a. eine theoretische Grundlage für ReSuDi.

Liste zuklappenHauptziele der Studie

Ziel dieses Vorhabens ist die Entwicklung und Evaluation eines Multiplikatorenkonzepts zu Stress- und Ressourcenmanagement. Das Konzept richtet sich an un- und angelernte Beschäftigte mit Migrationshintergrund und un- und angelernten Belegschaften mit kultureller Diversität, wie interkulturelle Arbeitsgruppen. Das Konzept ist multimodal und partizipativ ausgerichtet. Genderspezifische Inhalte finden durchgängig besondere Berücksichtigung. Die Teilziele untergliedern sich hinsichtlich

  1. Entwicklung eines multimodalen Multiplikatorenkonzepts
  2. Entwicklung einer zielgruppengerechten Analyse- und Evaluationsmethodik und
  3. Erprobung und Evaluierung des Multiplikatorenkonzepts.

Das Konzept wird den Präventionsanbietern ein umfassendes, evaluiertes Stress- und Ressourcenmanagementkonzept für Un- und Angelernte angeboten, das dem jeweiligen Bedarf der Betriebe und Branchen und der kulturellen Diversität der Belegschaft gerecht wird. Das Multiplikatorenkonzept sieht neben den Präventionsanbietern innerbetriebliche Multiplikatoren vor: interessierte Un- und angelernte Beschäftigte, Führungskräfte und VertreterInnen der Personal- und Organisationsentwicklung. Das Multiplikatorenkonzept wird manualisiert. Dies umfasst eine schriftliche Festlegung der Inhalte, eine Schulung der Präventionsanbieter, um die Implementierung der Inhalte zu gewährleisten und die empirische Überprüfung der Implementierung. Das Manual soll eine ausführliche Beschreibung der Stress- und Ressourcenmanagementintervention sowie der Analyse- und Evaluationsmethoden enthalten.

Liste zuklappenZielgruppe

Altersgruppe

  • Jugendliche und junge Erwachsene (15-25)
  • Menschen im höheren erwerbsfähigen Alter (51-65)
  • Menschen im mittleren erwerbsfähigen Alter (26-50)

Personengruppe

  • Personen mit spezifisch erhöhten Krankheitsrisiken
  • Sozial benachteiligte Personen

Die Maßnahme wird in folgendem Setting durchgeführt:

  • Betrieb

Methodik und Studiendesign

Ziele, die das Projekt verfolgt?

  • (Weiter-)Entwicklung von Erhebungsinstrumenten
  • Entwicklung und/oder Erprobung von Interventionen
  • Ermittlung des Bedarfs
  • Evaluation der Wirksamkeit von Maßnahmen
  • Zusammenstellung für die Praxis

Welche Intervention wurde durchgeführt?

  • Informationsveranstaltungen
  • Schulung / Kurs / Training
  • Sonstiges: Schulung/Training von Multiplikatoren
  • schriftlichen Informationen / Erstellen von Websites

Studiendesign

  • Experimentell
    • Interventionsstudie
      • Mit Kontrollgruppe

verwendete Methoden

  • Dokumentenanalyse
  • systematische Literaturanalyse
  • Quantitative Methode: Standardisierte Befragung (Fragebogen/Interview)
  • Qualitative Methode: Diskussionsrunde / Fokusgruppen, Experteninterview, Leitfrageninterview, Beobachtung
  • Erhebung funktionaler und physiologischer Parameter

gemessene Outcomes?

  • Gesundheit: Lebensqualität, Intermediäre physiologische und funktionale Parameter, Intermediäre Verhaltenparameter
  • Zugangswege
  • Akzeptanz / Zufriedenheit
  • Direkte/indirekte Kosten

Liste zuklappenBeschreibung von Methode und Vorgehensweise der Studie

Qualitativen Interviews werden mit un- und angelernten Beschäftigten, Führungskräften und Vertretern der Personal- und Organisationsentwicklung sowie Beobachtungsinterviews in interkulturellen Arbeitsgruppen geführt. Physiologisch-somatischen Stressparameter werden erhoben. Auf der Grundlage der Interviews wird die Intervention entwickelt. Die Evaluation der Intervention umfasst eine formative und eine summative Evaluationsphase. Es wird sowohl die Programmkonzeption und die theoretische Fundierung, als auch der Prozess, die Wirksamkeit und die Wirtschaftlichkeit evaluiert. Im Rahmen der Erprobungsphase wird eine formative Evaluation vorgenommen. Das Konzept wird auf Grundlage der Evaluationsergebnisse grundlegend überarbeitet. Im Rahmen der nachfolgenden Durchführungsphase wird eine summative Evaluation kombiniert mit einer Prozessevaluation zum Einsatz kommen. Geplant ist ein quasi-experimentelles Kontrollgruppendesign mit drei Messzeitpunkten. Der Fokus bei der summativen Evaluation liegt auf der Evaluation der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit in Verbindung mit der Evaluation des Prozesses, wie modulspezifische Bewertungen und Erreichbarkeit (Randall, Griffiths & Cox, 2005). Geplant ist der Einsatz von Mehrebenenanalysen für Längsschnittdaten mit multipler Imputation der bei Längsschnittstudien unvermeidlichen fehlenden Werte.

Ergebnisse und Praxistransfer

Liste zuklappenPublikationen

Busch, C., Clasen, J., Vowinkel, E., Winkler, E., Koch, T. (in prep.). Evaluation of a stress management intervention for culturally diverse workforces.

Busch, C., Cao, P., Clasen, J. & Deci, N. (i.V.). ReSuDi - ein Trainingsmanual zu Ressourcen- und Stressmanagement für un- und angelernte Belegschaften mit einem hohen Anteil an Migranten.

Busch, C. & Suhr-Ludewig, K. (2013). Work-Life Balance - Lebensgestaltung von Frauen in un- und angelernten Tätigkeiten.Gruppendynamik und Organisationsberatung,10.1007/s11612-013-0210-6.

Busch, C., Deci, N. & Laackmann, M. (2013). Teamarbeit und Gesundheit - Der Einfluss von Teammerkmalen auf Stressbewältigung und Gesundheit bei Un- und Angelernten. Gruppendynamik und Organisationsberatung, DOI 10.1007/s11612-013-0209-z.

Clasen, J., Busch, C., Vowinkel, J. & Winkler, E. (2013). Arbeitssituation und Gesundheit von geringqualifizierten Beschäftigten in kulturell diversen Belegschaften. Gruppendynamik und Organisationsberatung. DOI 10.1007/s11612-013-0212-4

Vowinkel, J, Busch, C. & Cao, P. (2013). Subjektive arbeitsbezogene Gesundheit in un- und angelernten, kulturell diversen Belegschaften. Gruppendynamik und Organisationsberatung. DOi 10.1007/s11612-013-0208-0

Winkler, E., Busch, C. & Duresso, R. (2013) Gesundheitsförderliches Führungsverhalten bei un- und angelernten, kulturell diversen Belegschaften.Gruppendynamik und Organisationsberatung.

Busch, C., Ducki, A., Bamberg, E., Roscher, S.,Clasen, J., Kalytta, T., Liedtke, G.,Gloede, D. (2013).Entwicklung und Evaluation eines Gesundheitsförderungsprogramms für Un- und Angelernte unter besonderer Berücksichtigung der Transfersicherung. Das Gesundheitswesen.

Busch, C. Clasen, J. Deci, N., Vowinkel, J. & Winkler, E. (2013).Arbeitswelt als Zugang zu sozial Benachteiligten – ein Multiplikatorenprogramm zur Gesundheitsförderung von un- und angelernten Belegschaften mit hohem Migrantenanteil. Das Gesundheitswesen.

Busch, C. et al. (2012). Wirkfaktoren von Führungskräfteschulungen. In G. Athannasiou, S. Scheiber-Costa & O. Sträter (Hg.), Psychologie der Arbeitssicherheit und Gesundheit. Sichere und gesunde Arbeit erfolgreich gestalten- Forschung und Umsetzung in der Praxis (S. 115-118). Heidelberg: Asanger.

Bamberg, E. Mohr, G. & Busch, C. (2011) (Hg.). Arbeitspsychologie. Reihe: Bachelorstudium Psychologie. Göttingen: Hogrefe.

Busch, C. & Ducki, A. (2011). Gesundheitsförderung für Un- und Angelernte: ReSuM. Public Health Forum, 72, S. 22-24.

Busch, C. (2011). Betriebliche Gesundheitsförderung für die Zielgruppe der Un- und Angelernten. In E. Bamberg, A. Ducki & A.-M. Metz (Hg.) Gesundheitsförderung und Gesundheitsmanagement in der Arbeitswelt. Ein Handbuch. S. 501-517. Göttingen: Hogrefe

Den Flyer können Sie hier als PDF downloaden.

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