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Evaluation eines Mentorenprojekts im Grundschulalter zur Prävention von gesundheitsgefährdendem Verhalten bei sozial benachteiligten Schülerinnen und Schülern: Balu und Du

Allgemeines

Förderkennzeichen BMBF

01EL0802

laufende Projektnummer

53

Kurzbeschreibung

Das ehrenamtliche Mentorenprogramm Balu und Du wurde im Hinblick auf seine Potentiale zur Verbesserung des Gesundheitsverhaltens und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität von sozial benachteiligten Grundschulkindern untersucht. Das Programm ist bereits als kostengünstige Maßnahme mit hoher Wirksamkeitsskalierung in fast allen Bundesländern etabliert.
Bei Balu und Du handelt es sich um ein Angebot, bei dem das informelle Lernen im Alltag (außerschulisch und außerfamiliär) im Mittelpunkt steht.
Die Untersuchung des Einflusses auf das Gesundheitsverhalten und die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde als Interventionsstudie (Kontrollgruppenvergleich) angelegt. Zum Einsatz kamen sowohl bereits verfügbare Evaluationsinstrumente wie auch projektspezifisch entwickeltes Material.
Als formative Evaluation dienen die Ergebnisse der Optimierung der Maßnahme.
Im Rahmen eines Designs mit zwei Erhebungszeitpunkten (zu Beginn und am Ende des Projekts) wurden sowohl LehrerInnen, Eltern als auch die Kinder selbst („Moglis" und „Kontrollgruppenkinder“) befragt bzw. getestet. Des Weiteren wurden die Projekt-Tagebücher der MentorInnen einer qualitativen Analyse unterzogen.

Liste zuklappenKontaktdaten aller wissenschaftlicher Partner

Universität Osnabrück

Fachbereich Erziehungs- und Kulturwissenschaften
Prof. Hildegard Müller-Kohlenberg (Projektleitung)

Sibylle Drexler (wiss. Mitarbeiterin)


Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen

Fachgruppe Gesundheitsinformation
Dr. Brigitte Borrmann

Projektförderung

Beginn / geplanter Beginn: Oktober 2008 Ende / geplantes Ende: September 2011 BMBF-Förderphase 4

Institution/Institutionen des/der Präventionspartner?

  • Verein

Bundesland / Bundesländer, in denen die Maßnahme statt findet

  • Baden-Württemberg
  • Berlin
  • Bremen
  • Hessen
  • Niedersachsen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland
  • Sachsen
  • Schleswig-Holstein
  • Thüringen

Projektbeschreibung

gesundheitsbezogener Schwerpunkt des Projekts

  • Sonstiges: allgemeine Stärkung von personalen Schutzfaktoren im Kindesalter

Liste zuklappenAusgangssituation und theoretischer Hintergrund der Studie

Da die neuere Präventionsforschung das Augenmerk vor allem auf die Stärkung von Schutzfaktoren legt, wurden in die Untersuchung Basiskompetenzen wie Selbstorganisation, Selbstwirksamkeitsüberzeugung, Entscheidungsbereitschaft, Aufmerksamkeit, Empathie und realistische Selbsteinschätzung u.a. einbezogen. Als wichtiger Einflussfaktor in Bezug auf die Entwicklung dieser personalen Ressourcen ist das Vorhandensein mindestens einer verlässlichen und zugewandten Bezugsperson seit den 80er Jahren des letzten Jhds. bekannt (vgl. Werner u. Smith 1982). Insbesondere für Risikogruppen kann daher die Bereitstellung eines Mentors/einer Mentorin eine wirksame Hilfe für die gesundheitsbezogene Entwicklung sein. Obwohl Kinder aus sozial benachteiligten Familien über kommunale und schulische Gesundheitsförderungsprogramme schwer zu erreichen sind, konnte nachgewiesen werden, dass die Familien der Zielgruppe einer Teilnahme an Balu und Du in 82% der Anfragen (durch LehrerInnen) zustimmen und die Maßnahme in 88,9% ein Jahr lang durchgehalten wird (vgl. Müller-Kohlenberg, 2012).
- Werner EE. und Smith RS (1982) Vulnerable but invincible. A Longitudinal Study of Resilient Children and Youth. McGraw-Hill, New York
- Müller-Kohlenberg H.(2012): My home is my castle - Welche Zugangswege gibt es zu benachteiligten Familien? In: Forschung und Praxis der Gesundheitsförderung, Band 41, Gesund aufwachsen in Kita, Schule, Familie und Quartier. Nutzen und Praxis verhaltens- und verhältnisbezogener Prävention - KNP-Tagung am 18. und 19. Mai 2011 in Bonn. Köln: BZgA, S. 191 - 201

Liste zuklappenHauptziele der Studie

In der Evaluationsstudie zum Mentorenprogramm Balu und Du geht es zum einen um die Überprüfung der Wirksamkeit dieser Maßnahme im Hinblick auf das Gesundheitsverhalten von Risikokindern im Grundschulalter und zum anderen um die (Weiter-)Entwicklung von Erhebungsinstrumenten und Methoden bzw. deren Verknüpfung (Triangulation).
Die Wirksamkeit des Projekts wird anhand von Veränderungen bei den Mentees in folgenden Bereichen überprüft: gesundheitsbezogene Lebensqualität, Grundstimmung, Ernährungsverhalten, Bewegungsverhalten, Kommunikationsfreude, Risikoverhalten, Hygieneverhalten, Selbstwertgefühl, Konzentrationsfähigkeit, Entscheidungsfähigkeit, Selbstwirksamkeitsüberzeugung und Selbstorganisation. Die Verknüpfung von qualitativen Daten (aus Elterninterviews, Fokusgruppen mit MentorInnen und qualitativen Tagebuchanalysen) mit quantitativen Werten aus standardisierten Tests und selbstentwickelten Fragebögen und Skalierung gibt Aufschluss über die Wirkmechanismen des Mentorenprogramms.
Die Übertragbarkeit der entwickelten Erhebungsinstrumente auf die Untersuchung ähnlicher Projekte ist ein weiteres Ziel der Studie.

Liste zuklappenZielgruppe

Altersgruppe

  • Grundschüler und -schülerinnen (6-10)

Projekt richtet sich an

nicht geschlechtsspezifisch

Personengruppe

  • Sozial benachteiligte Personen

Die Maßnahme wird in folgendem Setting durchgeführt:

  • sonstige: außerschulisches und außerfamiliäres Umfeld im Freizeitbereich der Kinder

Methodik und Studiendesign

Ziele, die das Projekt verfolgt?

  • (Weiter-)Entwicklung von Erhebungsinstrumenten
  • Evaluation der Wirksamkeit von Maßnahmen

Welche Intervention wurde durchgeführt?

  • Sonstiges: Mentoring/ Informelles Lernen

Studiendesign

  • Experimentell
    • Interventionsstudie
      • Mit Kontrollgruppe

verwendete Methoden

  • Dokumentenanalyse
  • Quantitative Methode: Standardisierte Befragung (Fragebogen/Interview)
  • Qualitative Methode: Diskussionsrunde / Fokusgruppen, Leitfrageninterview
  • Erhebung funktionaler und physiologischer Parameter
  • sonstiges : Qualitative Tagebuchanalyse

gemessene Outcomes?

  • Gesundheit: Lebensqualität, Intermediäre physiologische und funktionale Parameter, Intermediäre Verhaltenparameter
  • Kompetenz / Empowerment
  • Akzeptanz / Zufriedenheit

Liste zuklappenBeschreibung von Methode und Vorgehensweise der Studie

Die Untersuchung wurde als Interventionsstudie angelegt, bei der Variablen der Treatmentgruppe (der Mentees bzw. „Moglis") und einer stratifizierten Kontrollgruppe zu Beginn und am Ende des Mentorenprojekts erhoben wurden (in Anlehnung an ein Prä-Post-Design).
An den Untersuchungsstandorten ist eine Vollerhebung der Mentees weitgehend erreicht worden. (Interventionsgruppe N = 141; Kontrollgruppe N = 158). Zur Überprüfung der Hypothesen zur Veränderung der o.a. Basiskompetenzen wurden z.T. neue Erhebungsinstrumente entwickelt und mit bereits validierten Instrumenten (Kidscreen, KTK, IVE, KKA) und einer BMI-Ermittlung kombiniert. Teilweise wurde die Anpassung von Erhebungsinstrumenten an eine Altersgruppe mit geringen bzw. ohne Schreib- und Lesekompetenzen erforderlich.

Ergebnisse und Praxistransfer

Liste zuklappen(geplanter) Praxistransfer

Die Ergebnisse der Evaluationsstudie werden den KoordinatorInnen an den (z. Zt. 53) Projektstandorten von Balu und Du vorgestellt, um in Workshops gemeinsam mit ihnen Konsequenzen aus den Forschungsergebnissen für die Weiterentwicklung des Programms zu erarbeiten. Da den KoordinatorInnen die Aufgabe zufällt, durch dichte Begleitung der MentorInnen deren Aktivitäten, ihren Mentoringstil und ihre Interaktion mit den Mentees zu kommentieren und zu optimieren, kann die Supervision in den Begleittreffen im Anschluss an die Studie empiriebasiert gestaltet werden. Zusätzlich wird auf Grundlage der Forschungsergebnisse Informationsmaterial entwickelt (sog. Memos), die in komprimierter Form Hinweise für die Praxis enthalten. Eine Abschlusstagung, zu der alle beteiligten SchulleiterInnen, LehrerInnen, KoordinatorInnen und MentorInnen eingeladen waren, fand unter dem Titel „Wie kann man das Gesundheitsverhalten von Grundschulkindern fördern?“ am 27. 5.2011 in Osnabrück statt. Ein weiterer Austausch fand am 4.3.2013 im Haus des GKV-Spitzenverbandes (Berlin) statt. Unter der URL-Adresse www.balu-und-du.de (Publikationen) sind Ergebnisse der Forschung sowie weitere Informationen über das Programm Balu und Du abzurufen.

Liste zuklappenPublikationen

B. Borrmann, S. Drexler und H. Müller-Kohlenberg (2011): Gesundheitliche Chancengleichheit für benachteiligte Grundschulkinder. In: Dokumentation des 16. Kongresses "Armut und Gesundheit"; Verwirklichungschancen für Gesundheit. Berlin

H. Müller-Kohlenberg (2012): My home is my castle - Welche Zugangswege gibt es zu benachteiligten Familien? In: Forschung und Praxis der Gesundheitsförderung, Band 41, Gesund aufwachsen in Kita, Schule, Familie und Quartier. Nutzen und Praxis verhaltens- und verhältnisbezogener Prävention - KNP-Tagung am 18. und 19. Mai 2011 in Bonn. Köln: BZgA, S. 191 - 201

S. Drexler, B. Borrmann, H. Müller-Kohlenberg (2012): Learning life skills strengthening basic competencies and health-related quality of life of socially disadvantaged elementary school children through the mentoring program "Balu und Du" ("Baloo and you"). In: Journal of Public Health, Vol. 20, Number 2, pp 141 - 149 (DOI:10.1007/s10389-011-0458-7)

N. Schomborg, H. Müller-Kohlenberg (2012): "Balu und Du" - ein außerschulisches Mentorenprogramm für benachteiligte Grundschulkinder. In: Handbuch für Erzieherinnen, 67. Ausgabe, 2012, 40 / Teil 5, S. 1 - 21

H. Müller-Kohlenberg und S. Drexler (2013): Balu und Du (“Baloo and You”)- A mentoring program: Conception and evaluation results. Nova Science Publishers, Inc. (im Druck)

Im Vorfeld der aktuellen Evaluationsstudie wurden bereits folgende Evaluationsergebnisse veröffentlich:

Müller-Kohlenberg H (2008): Entwicklungsorientierte Prävention von Devianz im Jugendalter: Das Mentorenprojekt "Balu und Du". In: Bundesministerium des Innern (Hrsg.): Theorie und Praxis gesellschaftlichen Zusammenhalts, Berlin S. 241-259

M. Szczesny, G. Goloborodko und H. Müller-Kohlenberg (2009): Bürgerschaftliches Engagement als "additives Modell" zum Erwerb von Schlüsselkompetenzen: Welche Kompetenzen können im Mentorenprojekt "Balu und Du" erworben werden? In: SQ-Forum, Schlüsselqualifikationen in Lehre, Forschung und Praxis, 1/2009 (hrsgg. von E. Müller, H. Küppers, T. Brinker), S. 111-124

M. Schlüter, und H. Müller-Kohlenberg (2010): Feststellung der Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen am Beispiel des Mentorenprogramms "Balu und Du": Effektstärken, Netto-Effektstärken und die Funktion von Kontrollgruppen. In: forum kriminalprävention 3/2010 (hrsgg. Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention), S. 34-36

Weiterführende Informationen

Links

Homepage des Präventionsprogramms Balu und Du
http://www.balu-und-du.de

Prävention im Grundschulalter geht auf die Vorläufermerkmale von Fehlentwicklungen ein“ (Deutscher Präventionstag, 2008)
http://www.praeventionstag.de/html/GetDokumentation.cms?XID=228

Bisherige Publikationen zu Balu und Du
http://www.balu-und-du.de/index.php?id=ergebnisse_publikationen

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