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Stadtteilbezogene Prävention und Gesundheitsförderung für sozial benachteiligte Mütter und Mütter mit Migrationshintergrund - Ein innovativer Ansatz zur nachhaltigen Verbesserung der gesunden Lebensweise von Kindern in ihren Familien

Allgemeines

Förderkennzeichen BMBF

01EL0801

laufende Projektnummer

52

Kurzbeschreibung

Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung und Evaluation niedrigschwelliger, partizipativer und stadtteilbezogener Interventionen zur Verbesserung der gesunden Lebensweise von Kindern aus sozial benachteiligten Familien bzw. aus Familien mit Migrationshintergrund. Schwerpunkte der Interventionen bilden die Bereiche Ernährung, Bewegung, Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen. Zielgruppe sind sozial benachteiligte Mütter und Mütter mit Migrationshintergrund, deren Kompetenzen, Einstellungen und Verhaltensweisen über Angebote wie eine offene Gesundheitsberatung, partizipative Informationsveranstaltungen, gesundes Kochen, ein mehrsprachiges Gesundheitsblättchen beeinflusst werden sollen. Nachhaltigkeit wird durch die Vernetzung verschiedener Akteure sowie strukturelle Veränderungen im Stadtteil angestrebt. Das Programm wird hinsichtlich Akzeptanz, Angemessenheit und Wirksamkeit evaluiert. Das Vorhaben zielt auf die Schaffung nachhaltiger gesundheitsförderlicher Strukturen im Stadtteil. Ein Transfer in andere Stadtteile und Regionen soll über das Netzwerk "Regionaler Knoten Sachsen", die Erstellung eines Handbuches bzw. über Workshops und Publikationen erreicht werden.

Liste zuklappenKontaktdaten aller wissenschaftlicher Partner

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

Fachbereich Angewandte Sozialwissenschaften
Prof. Gesine Grande

Projektförderung

Beginn / geplanter Beginn: Januar 2009 Ende / geplantes Ende: Dezember 2011 BMBF-Förderphase 4

Institution/Institutionen des/der Präventionspartner?

  • Ministerien und Einrichtungen auf Bundes-, Landes- oder kommunaler Ebene
  • Sozialversicherung (z.B. Krankenkasse, Unfallkasse)

Bundesland / Bundesländer, in denen die Maßnahme statt findet

  • Sachsen

Projektbeschreibung

gesundheitsbezogener Schwerpunkt des Projekts

  • Bewegung
  • Ernährung
  • Impfen
  • Sonstiges: Vorsorgeuntersuchungen für Kinder

Liste zuklappenAusgangssituation und theoretischer Hintergrund der Studie

Kinder und Jugendliche von sozial benachteiligten Eltern bzw. von Eltern mit Migrationshintergrund sind gesundheitlich benachteiligt. Zu beobachten sind ein vermehrtes Auftreten von Übergewicht und Essstörungen sowie eine schlechtere Mundgesundheit. Zudem nehmen sie seltener an Früherkennungsuntersuchungen teil, sind weniger häufig geimpft und treiben weniger Sport. Die Notwendigkeit frühzeitiger präventiver Maßnahmen ist deutlich, problematisch gestaltet sich dabei jedoch der Zugang zur Zielgruppe. Menschen aus den unteren sozialen Schichten und Menschen mit Migrationshintergrund nehmen das Gesundheitssystem seltener und vornehmlich in Akutsituationen in Anspruch. Ihr Zugang zu gesundheitsrelevanten Informationen und Leistungen ist durch finanzielle, soziale, kulturelle und auch sprachliche Faktoren erschwert. Um auch sozial benachteiligte Personen und Menschen mit Migrationshintergrund zu erreichen, werden niedrigschwellige, kulturspezifische und settingbezogene Maßnahmen erprobt. Wirksame Ansätze waren dabei informative, partizipative und interaktive Maßnahmen, die Fokussierung von Eltern und Müttern als Zielgruppe und stadtteilbezogene Interventionen.

Liste zuklappenHauptziele der Studie

Mit dem Forschungsvorhaben werden zwei Hauptziele verfolgt:

  • Die nachhaltige Entwicklung einer gesundheitsförderlichen Lebensweise bei Kindern aus sozial benachteiligten Familien bzw. aus Familien mit Migrationshintergrund.
  • Die Verbesserung der Gesundheit sowie der Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen von Kindern aus sozial benachteiligten Familien bzw. Familien mit Migrationshintergrund.

A Individuumsbezogene Interventionen – verhaltenspräventive Ziele

Um eine gesundheitsförderliche Lebensweise und die Verbesserung der Gesundheit von Kindern zu erzielen, brauchen Mütter

  • selbst gesundheitsrelevantes Wissen, gesundheitsförderliche Einstellungen und Fertigkeiten.
  • Empowerment in Form einer Stärkung des Selbstwertgefühls, praktischer und sozialer Kompetenzen, erlebter Selbstwirksamkeit sowie Konfliktlösungsstrategien.

Durch das Erreichen dieser Teilziele sollen Mütter zu einer gesundheitsförderlichen Gestaltung des familiären Umfeldes und zur Inanspruchnahme externer Angebote für Kinder (wie Vorsorgeuntersuchungen, Gesundheitskurse der Krankenkassen, Sportvereine) befähigt werden.

B Strukturbezogene Interventionen – verhältnispräventive Ziele

Geplant ist der Aufbau nachhaltiger gesundheitsförderlicher Strukturen im Stadtteil, dabei wird an bereits bestehende, von der Zielgruppe akzeptierte Strukturen im Stadtteil angeknüpft. Teilziele:

  • Schaffung von zielgruppenspezifischen Angeboten zur Gesundheitsberatung, Information und Kompetenzentwicklung,
  • Reduktion von Zugangsbarrieren zu bereits existierenden Angeboten (Sportvereine, Freizeitangebote, Vorsorgeuntersuchungen für Kinder),
  • Vernetzung sozialer und „gesundheitsförderlicher“ Angebote,
  • Schaffung positiver Modelle und Anreize für gesundheitsförderliches Verhalten.

Liste zuklappenZielgruppe

Altersgruppe

  • Altersgruppenunabhängig

Projekt richtet sich an

Mädchen / Frauen

Personengruppe

  • Sozial benachteiligte Personen

Die Maßnahme wird in folgendem Setting durchgeführt:

  • Region / Stadtteil / Nachbarschaft

Methodik und Studiendesign

Ziele, die das Projekt verfolgt?

  • Entwicklung und/oder Erprobung von Interventionen
  • Evaluation der Wirksamkeit von Maßnahmen
  • Strukturbildung
  • Vernetzung bestehender Programme
  • Zugangswege

Welche Intervention wurde durchgeführt?

  • Anreize
  • Beratung / Coaching / Hausbesuche
  • Informationsveranstaltungen
  • Schulung / Kurs / Training
  • Sonstige verhältnisbezogene Maßnahmen
  • schriftlichen Informationen / Erstellen von Websites

Studiendesign

  • Experimentell
    • Interventionsstudie
      • Ohne Kontrollgruppe

verwendete Methoden

  • Quantitative Methode: Standardisierte Befragung (Fragebogen/Interview)
  • Qualitative Methode: Leitfrageninterview
  • Analyse von Sekundärdaten

gemessene Outcomes?

  • Gesundheit: Intermediäre Verhaltenparameter
  • Kompetenz / Empowerment
  • Versorgungsdaten
  • Akzeptanz / Zufriedenheit

Liste zuklappenBeschreibung von Methode und Vorgehensweise der Studie

Evaluation der Implementationsprozesse

Der Implementationsprozess wird fortlaufend beobachtet, um die Umsetzung des Programms zu bewerten. Die Verläufe der Interventionen (Inhalte, Teilnahme, Aktionen), die Veränderungen des ursprünglichen Konzeptes und die Erreichbarkeit der Zielgruppe werden im Rahmen der Prozessevaluation dokumentiert und geprüft. Die gewonnenen Ergebnisse werden rückgekoppelt und die Interventionen modifiziert. Es wird ein Qualitätszirkel mit allen Akteuren des Projektes eingerichtet. Er begleitet das Projekt über den gesamten Zeitraum, dient dem Erfahrungs- und Erkenntnisaustausch und berät über erforderliche Anpassungen des Programms.

Wirkungsanalyse
Die Ergebnisse der Interventionen werden überprüft hinsichtlich

proximaler Effekte: intermediäre Variablen, die Gesundheitseinstellungen und -verhalten von Kindern indirekt beeinflussen. Dazu zählen Selbstwertgefühl, erlebte Selbstwirksamkeit, soziale und praktische Kompetenzen, Wissen, gesundheitsförderliche Einstellungen der Mütter.

distaler Effekte: Variablen, die den Gesundheitszustand der Kinder direkt beeinflussen – d.h. Veränderungen der Lebensweise und des gesundheitsrelevanten Verhaltens der Kinder und Familie, Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen für Kinder.

Zur Wirkungsanalyse wird ein Prä-Post-Design verwendet mit insgesamt 3 Messzeitpunkten (T0: Programmbeginn, T1: nach einem Jahr, T2: nach zwei Jahren). Als Datenquellen werden berücksichtigt:

a)Teilnehmerinnen verschiedener Maßnahmen
b)Repräsentative Stichprobe im Stadtteil
c)Daten von Kinder-, Zahn- und Allgemeinärzten zur Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen
d)Mitgliedschaften von Kindern in Sportvereinen

Ergebnisse und Praxistransfer

Liste zuklappen(geplanter) Praxistransfer

Durch die Evaluation des Projektes lassen sich Aussagen über die Angemessenheit und Effektivität eines stadtteilbezogenen und mütterzentrierten Präventionsprojektes treffen. Erweisen sich die erprobten Interventionsstrategien als zielgruppenadäquat und effektiv, sollen diese als Angebot im Stadtteil verstetigt werden. Es werden im Stadtteil nachhaltig Strukturen und Netzwerke geschaffen, die die Gesundheitsförderung der Bewohnerschaft langfristig gewährleisten sollen.

Aus den Projekterfahrungen soll ein detailliertes Handbuch für stadtteilbezogene Interventionen für die Zielgruppe der Mütter erstellt werden, so dass ein Transfer in andere Stadtteile oder Regionen möglich ist. Das Projekt wird über den Regionalen Knoten Sachsen, getragen von der Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheit e.V., mit anderen Angeboten zur Gesundheitsförderung für Sozial Benachteiligte vernetzt. Die Projektergebnisse werden auf der Plattform „Gesundheitliche Chancengleichheit, auf Tagungen, und in Zeitschriften veröffentlicht.

Weiterführende Informationen

Liste zuklappenProjektmaterialien

Bisher gibt es keine Publikationen, aber einen Projektflyer, den man hier downloaden kann.

Links

http://www.leipziger-osten.de/content/projekte/uebersicht-projekte/go/

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Logo des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf

Logo der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung