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Schulentwicklung durch Gesundheitsmanagement - Entwicklung einer Kennzahlentoolbox, Bewertung der Zielerreichung, der Wirksamkeit und der Kosten –

Allgemeines

Förderkennzeichen BMBF

01EL0811

laufende Projektnummer

60

Kurzbeschreibung

Wesentlich für die Förderung der Gesundheit in Settings ist die Entwicklung von Organisationen. Die explorative Studie soll Aufschluss geben, inwieweit die organisationsbezogene Intervention „Gesund Leben Lernen“ (GLL) Schulen nachhaltig zu einer gesundheitsförderlichen Ausrichtung führen kann, und welche Kosten entstehen. Evaluiert wird die Eignung der Balanced Scorecard (BSC) als Management- und Evaluationsinstrument in der Schule. Ziel ist zudem die Erstellung einer Kennzahlentoolbox, die den Schulen eine eigenständige Überprüfung der Zielerreichung ihrer Aktivitäten und organisatorischen Veränderungen erlaubt. Die explorative Studie entwickelt und bewertet Instrumente und Verfahren, die die Schulen im Rahmen ihres Gesundheitsmanagements zur Schulentwicklung nutzen können. Studienteil A umfasst die Entwicklung einer Kennzahlentoolbox zur schuleigenen Überprüfung der von den Schulen selbst definierten Ziele und durchgeführten Maßnahmen. Studienteil B beinhaltet die Erprobung und Bewertung des strategischen Managementinstruments der Balanced Scorecard sowie der Intervention „GLL“. Die Kostenanalyse identifiziert mittels der Prozessanalyse die relevanten Interventionsleistungen, erfasst den zugehörigen Ressourcenkonsum und bewertet diesen monetär.


Die bisher für Deutschland fehlende Toolbox wird den Schulen z.B. als integrativer Bestandteil der Intervention „Gll“ bereitgestellt. Erweist sich die BSC als förderlich, steht es als evaluiertes Managementinstrument den Schulen zur Verfügung. Eine Kostenbewertung ermöglicht Einschätzungen zur Implementation von Managementansätzen in Schulen. Die Ergebnisse werden i.S. einer Politikberatung in die Weiterentwicklung des Orientierungsrahmens „Schulqualität“ eingebracht sowie in die Handlungsempfehlungen des GKV-Spitzenverbandes. Neben wissenschaftlichen Publikationen in einschlägigen Journalen und auf inter-/nationalen Tagungen erfolgt der Transfer über Multiplikatoren der Bildungs- und Versorgungspraxis.

Liste zuklappenKontaktdaten aller wissenschaftlicher Partner

Medizinische Hochschule Hannover (MHH)

Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung
Prof. Dr. Ulla Walter (Projektleitung)
Carl-Neuberg-Str. 1
30623 Hannover
Telefon: 0511-532 4455
Fax: 0511-532 5347
E-Mail: walter.ulla@mh-hannover.de

Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung
PD Dr. Christian Krauth (Projektleitung)

Projektförderung

Beginn / geplanter Beginn: April 2009 Ende / geplantes Ende: Juni 2012 BMBF-Förderphase 4

Institution/Institutionen des/der Präventionspartner?

  • Einrichtungen des Gesundheitssystems (z.Bsp. Krankenhaus, Arztpraxis, Ärztekammer)
  • Ministerien und Einrichtungen auf Bundes-, Landes- oder kommunaler Ebene
  • Sozialversicherung (z.B. Krankenkasse, Unfallkasse)

Bundesland / Bundesländer, in denen die Maßnahme statt findet

  • Niedersachsen

Projektbeschreibung

Liste zuklappenAusgangssituation und theoretischer Hintergrund der Studie

Die Förderung der Gesundheit in der Schule hat sich in den vergangenen Jahrzehnten von der Gesundheitserziehung, einem gesundheitsbezogenen Curriculum über die Einbeziehung der Kommune bis hin zu dem umfassenden Ansatz der gesundheitsfördernden Schulen mit den aktuell favorisierten organisations- und strukturbezogenen Strategien entwickelt.

Zur Förderung der Gesundheit werden nach der Ottawa-Charta der WHO (1986) Settings wie „healthy schools“ präferiert. Settings sind „komplexe materiosoziokulturelle Umwelten“, die eine Vielzahl an gesundheitsrelevanten Ressourcen und Risiken beinhalten. Häufig sind es organisierte soziale Systeme mit einer spezifischen Struktur. Aus systemtheoretischer Betrachtung handelt es sich um ein lebendes System, das zwar auf Austauschprozesse mit der Umwelt angewiesen ist, seine spezifische Form und Identität aber durch eigene, rekursive, geschlossene Operationen herstellt und aufrecht erhält. Als kollektive Akteure können Schulen damit ihre eigenen Strukturen und Prozesse sowie die inneren und äußeren Umwelten gezielt beeinflussen.

Liste zuklappenHauptziele der Studie

Das Projekt soll darüber Aufschluss geben, inwieweit eine managementbezogene Intervention wie „Gesund leben lernen“ Schulen zu Veränderungen im Hinblick auf eine gesundheitsförderliche Ausrichtung führen kann, und welche Kosten für die Einführung in Schulen entstehen. Ziel ist die Sichtung, Zusammenstellung und Erprobung einer Sammlung von Kennzahlen sowie deren Operationalisierung, die den Schulen eine eigenständige Überprüfung ihrer vorgenommenen Aktivitäten und organisatorischen Veränderungen erlaubt. Darüber hinaus soll geprüft werden, inwieweit sich die Balanced Scorecard als Management- und Evaluationsinstrument in der Schule eignet.

Liste zuklappenZielgruppe

Altersgruppe

  • Grundschüler und -schülerinnen (6-10)
  • Jugendliche und junge Erwachsene (15-25)
  • Menschen im höheren erwerbsfähigen Alter (51-65)
  • Menschen im mittleren erwerbsfähigen Alter (26-50)
  • Schülerinnen und Schüler (11-14)

Projekt richtet sich an

nicht geschlechtsspezifisch

Die Maßnahme wird in folgendem Setting durchgeführt:

  • Schule

Methodik und Studiendesign

Ziele, die das Projekt verfolgt?

  • Entwicklung und/oder Optimierung von Qualitätssicherung
  • Evaluation der Wirksamkeit von Maßnahmen
  • Zusammenstellung für die Praxis

Welche Intervention wurde durchgeführt?

  • Management-/Organisationsbezogene Intervention

Studiendesign

  • Experimentell
    • Interventionsstudie
      • Ohne Kontrollgruppe
  • Beobachtend
    • Kohortenstudie
  • Sonstiges : Explorative Studie

verwendete Methoden

  • Dokumentenanalyse
  • Quantitative Methode: Standardisierte Befragung (Fragebogen/Interview)
  • Qualitative Methode: Diskussionsrunde / Fokusgruppen, Experteninterview, Leitfrageninterview
  • gesundheitsökonomische Analyse

gemessene Outcomes?

  • Kompetenz / Empowerment
  • Strukturbildung
  • Direkte/indirekte Kosten

Liste zuklappenBeschreibung von Methode und Vorgehensweise der Studie

Bei der Studie handelt es sich um eine explorative Studie, in der quantitative und qualitative Methoden zum Einsatz kommen. Entwickelt und bewertet werden Instrumente und Verfahren, die die Schulen unterstützen sollen durch Gesundheitsmanagement diese in ihrer Entwicklung zu befördern. Die Studie umfasst zwei Teile.

A Entwicklung einer Kennzahlentoolbox
Die zu entwickelnde Toolbox soll den Schulen ermöglichen den Zielerreichungsgrad ihrer strategischen Ausrichtung anhand von einfach zu erhebenden Kennzahlen selbst zu überprüfen. Maßgeblich ist dabei, dass diese Kennzahlen die Auswirkung und Erreichung der entsprechenden definierten strategischen Ziele unmissverständlich auszudrücken vermögen. Nur so kann die Erreichung der einzelnen Ziele, bzw. deren Erreichungsgrad, sichtbar gemacht werden. Die Toolbox ist somit ein Instrument von Kennzahlen und deren Anwendbarkeit zur Ermittlung des Erreichungsgrades von strategischen Zielen. Ausgangspunkt der in mehreren Schritten erfolgenden Entwicklung der Kennzahlentoolbox bilden die von den Schulen definierten Ziele. Hierzu werden neben den zu Beginn der Studie erstmals in den Interventionsschulen die auf Basis der BSC systematisch definierten, priorisierten (und dokumentierten) Ziele sowie die von den vorherigen Schulen in den vorangehenden Jahren festgelegten Ziele (soweit möglich) herangezogen. Sie werden im Verlauf der Studie kontinuierlich mit den definierten Zielen der jeweils neu aufgenommenen Schulen bzw. modifizierter Ziele bereits beteiligter Schulen abgeglichen und ggf. ergänzt. Für die von den Schulen definierten Ziele werden passende Kennzahlen im Rahmen der Studie zusammengestellt. Die entwickelte Toolbox wird anschließend allen Schulen der Intervention „Gesund Leben Lernen“ als ergänzendes Element der BSC zur Verfügung gestellt.

B Erprobung und Bewertung der BSC sowie der Intervention „Gesund Leben Lernen“
Im Rahmen der Studie wird das strategische Instrument der BSC in die Intervention „Gesund Leben Lernen“ integriert. Sie bildet im Rahmen der Intervention „Gesund leben lernen“ die Grundlage zur Definition und Priorisierung der Ziele an den einzelnen Schulen. Hierzu werden die Perspektiven des Instruments an die Intervention angepasst. Vor Implementierung der BSC in den Schulen werden von dem Antragsteller in Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern die Fachkräfte für Gesundheitsmanagement zum Hintergrund der BSC sowie deren Handhabung intensiv geschult. Während der Projektlaufzeit werden die Fachkräfte kontinuierlich supervidiert. Die Fachkräfte führen die BSC unter Mitwirkung der Antragsteller und Kooperationspartner in einem Workshoppaket mit mehreren aufeinander aufbauenden Veranstaltungen in den Schulen ein, um diese bei der Umsetzung ihrer Strategie zu unterstützen.

Ergebnisse und Praxistransfer

Liste zuklappen(geplanter) Praxistransfer

Ziel ist der Transfer der Ergebnisse in die Bildungs- und Versorgungspraxis, d. h. es werden konkrete Handlungsempfehlungen für die ausführenden Akteure wie die Landesvereinigung für Gesundheit e. V. und den GKV-Spitzenverband vermittelt. Die bisher für Deutschland fehlende Toolbox wird den Schulen als integrativer Bestandteil der Intervention „Gesund Leben Lernen“ bereitgestellt. Erweist sich die BSC als förderlich, steht es als evaluiertes Managementinstrument den Schulen zur Verfügung.

Weiterführende Informationen

Links

Gesund Leben Lernen - Gesundheitsmanagement in Schulen

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Logo der Medizinischen Hochschule Hannover

Logo des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf

Logo der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung