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Evaluation und Optimierung eines zahnmedizinischen Präventionsprogramms für Kinder mit erhöhtem Kariesrisiko

Allgemeines

Förderkennzeichen BMBF

01EL0617

laufende Projektnummer

31

Kurzbeschreibung

Vorhabensbeschreibung: Kariesbefall ist bei Kindern bestimmter sozialer Gruppen überdurchschnittlich stark ausgeprägt. Deshalb ist die Entwicklung von Präventionsstrategien zur Kariesprophylaxe für sozial benachteiligte Kinder notwendig. Ein entsprechendes Programm mit selektiver Intensivprophylaxe wird in Marburg seit mehreren Jahren angeboten. Eine umfassende Evaluation und Optimierung der Programmbausteine ist im Rahmen der Hauptstudie erfolgt. Die gesammelten Daten von Kindern und ihrer Eltern enthalten umfassende Informationen zu Gewohnheiten der Zahngesundheit und der Zahnbehandlungsangst. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Mundgesundheitsverhalten abhängig vom Migrations- und Bildungshintergund ist. Die Aufstockung soll dazu dienen, durch eine erweiterte Datenanalyse Unterschiede in den sozialen Untergruppen aufzuzeigen. Die in der Hauptstudie entwickelten Instrumente zur Erfassung von Mundgesundheitsverhalten sollen drauf aufbauend weiterentwickelt werden. Arbeitsplan: Die Arbeitsplanung sieht vor, eine erweiterte Analyse der in der Hauptstudie gewonnen Datensätze durchzuführen und gruppenspezifische Versionen der bereits verwendeten Fragebögen zu erstellen.

Projektleitung: Prof. Klaus Pieper, Universität Marburg

Projektförderung

Beginn / geplanter Beginn: Juli 2006 Ende / geplantes Ende: Juni 2009 BMBF-Förderphase 2

Bundesland / Bundesländer, in denen die Maßnahme statt findet

  • Hessen
  • Niedersachsen

Projektbeschreibung

gesundheitsbezogener Schwerpunkt des Projekts

  • Mundgesundheit

Liste zuklappenAusgangssituation und theoretischer Hintergrund der Studie

Die Polarisierung des Kariesbefalls in bestimmten sozialen Gruppen macht die Entwicklung und Einführung einer Selektiven Intensivprophylaxe (SIP) für Kinder aus diesen Gruppen notwendig. Im Rahmen des Setting Ansatzes bietet sich dafür vor allem die Gruppenprophylaxe in Kindergärten und Schulen an, da hier viele der betroffenen Familien erreicht werden können. Der Aufforderung des Gesetzgebers, für Gruppen mit erhöhtem Kariesrisiko eine spezielle präventive Betreuung einzuführen, kamen bisher aber nur sehr wenige Präventionsanbieter nach. Ein adäquates Intensivprophylaxeprogramm wird in Marburg seit mehreren Jahren durchgeführt. Allerdings steht eine umfassende Evaluation und Optimierung der Programmbausteine noch aus.

Liste zuklappenHauptziele der Studie

Im Rahmen des geplanten Forschungsprojekts wurden zunächst die bisher gesammelten Daten zu den zahnmedizinischen Zielgrößen (Karies) in zwei Altersgruppen (4.- und 6.-Klässler) systematisch ausgewertet. In der derzeit laufenden Feldstudie erfolgt eine erweiterte Datensammlung zu Kariesbefall und Gingivazustand bei 6-, 10- und 12jährigen Schulkindern, die durch die Erfassung von Mundhygieneverhalten, Ernährungswissen, Einstellung zur Mundgesundheit und Zahnbehandlungsangst ergänzt wird. Damit sollen die Vorarbeiten und Planungen zu einer Prospektivstudie geleistet werden, die eine optimierte Version des Intensivprophylaxeprogramms erproben wird.

Liste zuklappenZielgruppe

Altersgruppe

  • Grundschüler und -schülerinnen (6-10)
  • Schülerinnen und Schüler (11-14)

Projekt richtet sich an

nicht geschlechtsspezifisch

Personengruppe

  • Sozial benachteiligte Personen

Die Maßnahme wird in folgendem Setting durchgeführt:

  • trifft nicht zu

Methodik und Studiendesign

Studiendesign

  • Beobachtend
    • Kohortenstudie

verwendete Methoden

  • Quantitative Methode: Standardisierte Befragung (Fragebogen/Interview)
  • Analyse von Sekundärdaten

gemessene Outcomes?

  • Gesundheit: Intermediäre physiologische und funktionale Parameter, Intermediäre Verhaltenparameter
  • Sonstiges : DMF-T/S, Zahnversiegelung

Liste zuklappenBeschreibung von Methode und Vorgehensweise der Studie

In der Vorstudie erfolgte eine retrospektive Auswertung EDV-registrierter Daten (DMF-T/dmf-t) aus jugendzahnärztlichen Untersuchungen in Marburger Brennpunktschulen sowie eine Erprobung der Fragebögen für die Hauptstudie. In der Hauptstudie wird eine Kohorten-Untersuchung in ausgewählten Schulen der Landkreise Marburg (Prüfgruppe mit Intensivprophylaxe/ Vergleichsgruppe I ohne Intensivbetreuung als interner Vergleich) und Osnabrück (Vergleichsgruppe II ohne Intensivbetreuung als externer Vergleich) durchgeführt. Als Messgrößen werden der DMF-T/S, der GI (Löe/Silness), Versiegelungen (quantitativ) sowie verhaltensbezogene Indikatoren der Mundgesundheit und Prophylaxeexposition erfasst.

Ergebnisse und Praxistransfer

(vorläufige) Ergebnisse

Hatte der mittlere DMF-T-Wert der Viertklässler vor Einführung der SIP bei 1,19 gelegen, so verringerte er sich nach deren Einführung auf 0,43. Bei den Sechstklässlern hatte der mittlere DMF-T vor Beginn der SIP 1,86 betragen. Die Gruppe mit Intensivprogramm wies einen deutlich niedrigeren Wert von 0,94 auf. Der Kariesrückgang war in beiden Altersgruppen signifikant (alpha<0,001). Der Pretest an 278 Eltern und ihren Kindern führte zur Erstellung aus-reichend reliabler Messinstrumente für Ernährungs- und Mundgesundheitsverhalten und Ernährungswissen (Cronbachs Alpha .55 - .74). Ernährungswissen und Mundpflegeverhalten korrelierten mit dem Einkommen der Eltern (.20/.27). Der Zusammenhang zwischen Elternangaben und denen ihrer Kinder stieg in allen Indikatoren mit zunehmendem Alter der Kinder an.

Liste zuklappen(geplanter) Praxistransfer

Als Voraussetzung für einen adäquaten Praxistransfer wird ein Leitfaden entwickelt, der
künftig auch in anderen Regionen Deutschlands zur Planung von Intensivprophylaxepro-
grammen genutzt werden kann. Die Ergebnisse der Studie sollen dabei in optimierten Versionen des Präventivprogramms umgesetzt werden, indem die Größe des Effekts der Prophylaxebausteine auf die Zielgrößen der Mundgesundheit bei unterschiedlichen Risiko-Teilgruppen berücksichtigt wird. Die in der Studie entwickelten Instrumente können zur Evaluation eingesetzt werden. Es ist geplant, die optimierte Version des Intensivprophylaxeprogramms in einer Prospektivstudie zu erproben.

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