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Projekt-Detailansicht

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Prävention der familialen Transmission von Depressionen bei Kindern depressiver Mütter

Allgemeines

Förderkennzeichen BMBF

01EL0613

laufende Projektnummer

27

Kurzbeschreibung

Das Ziel des Projekts war die Entwicklung, Evaluation und Implementierung eines Eltern-Kind-Trainings zur Prävention kindlicher Depression für die Hochrisikogruppe Kinder depressiver Mütter. Als Zugangsweg wurden Mutter-Kind-Kliniken gewählt, da hier Mütter mit psychischen Belastungen gemeinsam mit ihren überwiegend noch nicht psychisch auffälligen Kindern behandelt werden und die Rahmenbedingungen für ein präventives Angebot besonders günstig sind. Das EFFEKT-Training (ein Trainingsprogramm für Eltern und Kinder im Vorschulalter) wurde dabei zunächst an Zielsetzung des Projekts und Bedürfnisse der Kliniken angepasst. Therapeutinnen und Erzieherinnen wurden geschult und führten das Training 6 Monate lang durch. Hauptziele sind die Stärkung der mütterlichen Erziehungskompetenz und das Fördern der sozialen Kompetenz und der Problemlösefähigkeiten der Kinder. Als Kontrollgruppe wurde in den Kliniken die übliche Behandlung durchgeführt. Durch das Projekt konnten evidenzbasierte Aussagen zur Wirksamkeit eines primärpräventiven Programms bei der Hochrisikogruppe von kleinen Kindern depressiver Mütter mit Aussagen zu Einsetzbarkeit, Rahmenbedingungen und Effekten des Trainings generiert werden. Angestrebt wird die Etablierung eines evidenzbasierten präventiven Angebots in der Versorgungsstruktur.

Liste zuklappenKontaktdaten aller wissenschaftlicher Partner

IFT Institut für Therapieforschung, München

Prof. Gerhard Bühringer

Dr. Anneke Bühler (Ansprechpartnerin)
Parzivalstraße 25
80804 München
Telefon: 089/36080483
Fax: 089/36080469
E-Mail: buehler@ift.de

Projektförderung

Beginn / geplanter Beginn: Oktober 2006 Ende / geplantes Ende: Mai 2009 BMBF-Förderphase 2

Institution/Institutionen des/der Präventionspartner?

  • Einrichtungen der freien Wohlfahrt

Bundesland / Bundesländer, in denen die Maßnahme statt findet

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachsen
  • Schleswig-Holstein
  • Thüringen

Projektbeschreibung

gesundheitsbezogener Schwerpunkt des Projekts

  • Psyche / Stress
  • Soziale Kompetenz

Liste zuklappenAusgangssituation und theoretischer Hintergrund der Studie

Depressive Erkrankungen sind weit verbreitet (etwa jeder Sechste erkrankt im Laufe seines Lebens) und haben schwerwiegende Folgen sowohl für den Einzelnen als auch für die Gesellschaft. Kinder von Eltern mit einer depressiven Erkrankung stellen eine Hochrisikogruppe für die Entwicklung einer Depression dar. Das Wissen über protektive Faktoren legt nahe, dass dieses Risiko über eine möglichst frühzeitige Vermittlung bestimmter Fertigkeiten an Eltern und Kinder reduziert werden kann. Obwohl effektive Programme zur Vermittlung dieser Fertigkeiten entwickelt wurden, ist es häufig schwierig, die Zielgruppe zu erreichen. Mutter-Kind-Kliniken bieten einen einmaligen und idealen Zugangsweg, da hier Mütter mit psychischen Belastungen mit ihren jungen, überwiegend noch unauffälligen Kindern behandelt werden und die Rahmenbedingungen für ein präventives Angebot besonders günstig sind.

Liste zuklappenHauptziele der Studie

Ziel war es, ein bereits existierendes primärpräventives Programm speziell für die Risikogruppe junger Kinder (4-7 Jahre) depressiver Mütter umzugestalten und dieses bundesweit zu implementieren. Die Implementierung wurde wissenschaftlich begleitet und das Programm auf seine Wirksamkeit überprüft (evaluiert) .

Liste zuklappenZielgruppe

Altersgruppe

  • Grundschüler und -schülerinnen (6-10)
  • Klein- und Vorschulkinder (2-5)

Projekt richtet sich an

nicht geschlechtsspezifisch

Personengruppe

  • Personen mit spezifisch erhöhten Krankheitsrisiken

Die Maßnahme wird in folgendem Setting durchgeführt:

  • Krankenhaus / Rehaeinrichtungen

Methodik und Studiendesign

Ziele, die das Projekt verfolgt?

  • Entwicklung und/oder Erprobung von Interventionen
  • Evaluation der Wirksamkeit von Maßnahmen
  • Zugangswege

Welche Intervention wurde durchgeführt?

  • Schulung / Kurs / Training

Studiendesign

  • Experimentell
    • Interventionsstudie
      • Mit Kontrollgruppe

verwendete Methoden

  • Quantitative Methode: Standardisierte Befragung (Fragebogen/Interview)
  • Längsschnittstudie

gemessene Outcomes?

  • Gesundheit: Morbidität
  • Kompetenz / Empowerment
  • Akzeptanz / Zufriedenheit
  • Sonstiges : emotionales Befinden des Kindes

Liste zuklappenBeschreibung von Methode und Vorgehensweise der Studie

Bevor das Präventionsprogramm in den Kliniken eingeführt wurde, wurden in einer zeitlich vorgeschalteten Phase die Daten einer Kontrollgruppe (treatment-as-usual) erhoben. In Zusammenarbeit mit der Universität Erlangen/Nürnberg wurde das bereits bestehende und erprobte universelle Präventionsprogramm für Familien mit Kindergartenkindern EFFEKT (EntwicklungsFörderung in Familien: Eltern- und Kinder-Training, www.effekt-training.de ) um spezifische Elemente in Bezug
auf Depression ergänzt (z.B. Umgang mit dem Kind bei gedrückter Stimmung, kognitive Interventionen).

Hauptziele sind die Stärkung der mütterlichen Erziehungskompetenz und der Problemlösefähigkeiten der Kinder. Das Training wurde außerdem in Kooperation mit den durchführenden Kliniken an die Bedürfnisse und Rahmenbedingungen der Einrichtungen angepasst.

Das Programm, welches jeweils 6 Stunden für Mütter und Kinder sowie eine gemeinsame Stunde umfasst, wurde über einen Zeitraum von etwa einem halben Jahr in den Kliniken durchgeführt und hinsichtlich der Auswirkungen auf Kinder und Mütter überprüft. Die Outcome-Parameter (u.a. Erziehungskompetenz, emotionales Befinden des Kindes) wurden bei Aufnahme, bei Entlassung und sechs Monate nach Entlassung erhoben. Um ausreichend Power für die Berechnungen zu erhalten, wurden in Kontroll- und Interventionsgruppe mindestens 200 Mutter-Kind-Paare befragt.

Ergebnisse und Praxistransfer

(vorläufige) Ergebnisse

Hinsichtlich der Erreichung der Zielgruppe erwies sich der Zugangsweg Mutter-Kind-Klinik als erfolgreich. Die teilnehmenden Mütter berichteten eine stark erhöhte Depressivität, ein Viertel der Mütter gaben eine bereits diagnostizierte affektive Störung an. Gleichzeitig waren drei Viertel der teilnehmenden Kinder noch nicht in therapeutischer Behandlung gewesen.

Die Ergebnisse der Prozessevaluation zeigen, dass das depressionsspezifische Präventionsprogramm EFFEKT-E in Mutter-Kind-Kliniken sehr positiv von den Müttern aufgenommen wurde und sich nach Auskunft der Trainerinnen gut in die Regelleistungen integrieren ließ.

Im Rahmen der Wirksamkeitsüberprüfung waren mit der Teilnahme am Präventionsprogramm in der Kur im Vergleich zu den Regelleistungen dieser stationären Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahme kurz- und längerfristige Effekte auf emotionale Probleme von Kindern depressiver Mütter verbunden. Nach sechs Monaten konnte auch eine Beeinflussung der Hyperaktivität der Kinder verzeichnet werden. Auf andere externalisierende Verhaltensweisen waren keine Haupteffekte nachzuweisen. Ebenso wurde durch die Teilnahme am Präventionsprogramm nur kurzfristig das negative Erziehungsverhalten der Mütter abgeschwächt, das positive Erziehungsverhalten nahm keinen unterschiedlichen Verlauf in Interventions- und Kontrollgruppe. Die Effektstärken sind als klein zu bezeichnen. Deutliche Unterschiede gab es in der Entwicklung des Kompetenzerlebens (Zufriedenheit und Selbstwirksamkeit in der Mutterrolle) über den gesamten Untersuchungszeitraum. Ebenso war zumindest kurzfristig die Interaktion zwischen Mutter und Kind weniger gestört. Insgesamt ließen sich nur wenige Moderatoreffekte der Wirksamkeit nachweisen.

Liste zuklappen(geplanter) Praxistransfer

EFFEKT-E ist ein Trainingsprogramm, das von der Universität Erlangen-Nürnberg, geschult und vertrieben wird. www.effekt-training.de

Liste zuklappenPublikationen

Bühler A, Kötter C. Prävention der familialen Transmission der Depression bei Kindern depressiver Mütter. IFT Bericht. München: Institut für Therapieforschung; 2010

Bühler A, Kötter C, Jaursch S, Lösel, F. Prevention of familial transmission of depression: EFFEKT-E, a selective program for emotionally burdened families. J Public Health 2011; 19: 321-327

Kötter C, Stemmler M, Lösel F, Bühler A, Jaursch S. Mittelfristige Effekte des Präventionsprogramms EFFEKT-E für emotional belastete Mütter und ihre Kinder unter besonderer Berücksichtigung psychosozialer Risikofaktoren. Z Gesundheitspsychologie 2011; 19 (3): 122-133

Kötter C, Stemmler M, Bühler A, Lösel F. Mütterliche Depressivität, Erziehung und kindliche Erlebens- und Verhaltensprobleme. Kindheit und Entwicklung 2010; 19: 109-118

Kötter C, Bühler A, Jaursch S (2009) EFFEKT-E: Forschungsprojekt zur Prävention von Depression in Mutter-Kind-Kliniken. Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit 2009; 60: 374-380

Stemmler M, Kötter C, Bühler A, Jaursch S, Beelmann A, Lösel F (2013). Prevention of familial transmission of depression through a family oriented programme targeting parenting as well as the child’s social competence. Journal of Children’s Services, 8, 5-20

Weiterführende Informationen

Liste zuklappenProjektmaterialien

Die Materialien (Manual, Teilnehmerunterlagen) sind beim EFFEKT-Team der Universität Erlangen erhältlich.

Links

www.effekt-training.de

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Logo der Medizinischen Hochschule Hannover

Logo des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf

Logo der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung