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Vergleichende Evaluation von präventiven Edukationsangeboten für Eltern

Allgemeines

Förderkennzeichen BMBF

01EL0609

laufende Projektnummer

24

Kurzbeschreibung

Unter Leitung von Prof. Klaus Hurrelmann bezieht sich das Vorhaben auf die Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen durch Elternedukation. Für bislang als schwer erreichbar geltende Elterngruppen (z.B. Bildungsferne, Alleinerziehende, Migranten) soll der Zugang zu präventiven Programmen durch Verankerung in Settings verbessert werden. Drei settingbasierte Programme werden auf Reichweite, Akzeptanz und Wirksamkeit hin überprüft: "Mit dem U-Boot auf Gesundheitskurs " der AOK zur Sensibilisierung für Vorsorgeuntersuchungen in Kitas (Projektteil C, Diana Sahrai), "Erwachsen werden" von Lions Quest zur schulbegleitenden Elternbildung (Projetteil A, Susanne Hartung) und das Elterntraining "STEP" an Schulen und in der Familienhilfe (Projektteil B, Sabine Kluwe). Mit der vergleichenden Evaluation werden förderliche und hemmende Bedingungen identifiziert, die eine Beteiligung vulnerabler Gruppen fördern bzw. hemmen. Die Projektteile setzen zusätzliche Schwerpunkte (soziale und kulturelle Differenzen, elterliches Sozialkapital, Gruppenkurse im Settingvergleich). Die Ergebnisse liefern wichtige Erkenntnisse und Leitlinien für die zukünftige Gestaltung präventiver Elternarbeit und die Senkung von Zugangsschwellen für benachteiligte Gruppen. Sie werden der Fachöffentlichkeit auf Tagungen, in Publikationen und Berichten vorgestellt.

Liste zuklappenKontaktdaten aller wissenschaftlicher Partner

Universität Bielefeld

Fakultät für Gesundheitswissenschaften, AG4: Prävention und Gesundheitsförderung
Prof. Klaus Hurrelmann

Projektförderung

Beginn / geplanter Beginn: Juli 2006 Ende / geplantes Ende: Dezember 2009 BMBF-Förderphase 2

Institution/Institutionen des/der Präventionspartner?

  • Sozialversicherung (z.B. Krankenkasse, Unfallkasse)
  • Verein

Bundesland / Bundesländer, in denen die Maßnahme statt findet

  • Berlin
  • Niedersachsen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Sachsen

Projektbeschreibung

gesundheitsbezogener Schwerpunkt des Projekts

  • Soziale Kompetenz
  • Sonstiges: Erziehungskompetenz, Arbeitspartnerschaft zwischen Eltern und Setting

Liste zuklappenAusgangssituation und theoretischer Hintergrund der Studie

Ausgangspunkt des Forschungsvorhabens bildetdas "Präventionsdilemma“ und die Idee der settingbasierten Prävention. Sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen werden von Präventionsprogrammen schwer erreicht. Vielversprechend scheint es,Programme in Settings zu verankern, wo diese Gruppen präsent sind und persönlich angesprochen werden können. Entsprechend untersucht BEEP Praxismodelle zur settingbasierten Verhaltensprävention. Das Projekt stellt diesem Vorgehen stets den „echten“ Settingansatz der Gesundheitsförderung gegenüber, der über die Einbindung verhaltenspräventiver Programme weit hinaus geht. BEEP betont, ausgehend von den Forschungsergebnissen, die Notwendigkeit verhältnispräventiver Bemühungen in Institutionen wie Kitas und Schulen, was eine gesundheitsförderliche Gestaltung der Arbeitsbedingungen (z.B. bessere Bezahlung der Setting-Mitarbeiter) einschließen muss. Bei der Erforschung von Bedürfnissen, Erwartungen und Einstellungen der Eltern in Erziehungsfragen bezieht sich BEEP außerdem auf das Sozialkapital-Konzept (Teilprojekt A) und Theorien zur kulturellen und sozialen Heterogenität (Teilprojekt C).

Liste zuklappenHauptziele der Studie

Das Projekt BEEP sucht nach Wegen, um die Teilhabe vulnerabler Elterngruppen an Elternbildung zu stärken, und die Zusammenarbeit zwischen diesen Eltern und Erziehungs- und Bildungseinrichtungen wie Kitas und Schulen zu verbessern. Um hinderliche und förderliche Faktoren der Inanspruchnahme präventiver Programme und der Elternbeteiligung in den Settings aufzudecken, untersucht BEEP Merkmale der Programme (z.B. Bedarfsgerechtigkeit, Lebensweltorientierung), Qualitäten der Elternarbeit in den Settings (z.B. Partizipationsmöglichkeiten) sowie auch elternseitige Faktoren (z.B. subjektiver Bedarf an Information und Unterstützung, Motivation). Die Ergebnisse sollen einerseits die Projektentwicklung zur präventiven Elternarbeit in der Praxis anstoßen, andererseits zu neuen Forschungsfragen in den Public Health-Sciences anregen. Die Untersuchung kultureller und sozialer Differenzen von Zielgruppen und die Entwicklung angemessener zielgruppenspezifischer Evaluationskriterien für gesundheitsfördernde Programme (hier insbes. präventive Familien-/Elternbildung, Elternarbeit), sind wichtige zukünftige Aufgaben in der gesundheitsbezogenen Forschung.

Liste zuklappenZielgruppe

Altersgruppe

  • Grundschüler und -schülerinnen (6-10)
  • Jugendliche und junge Erwachsene (15-25)
  • Klein- und Vorschulkinder (2-5)
  • Menschen im mittleren erwerbsfähigen Alter (26-50)
  • Schülerinnen und Schüler (11-14)

Projekt richtet sich an

nicht geschlechtsspezifisch

Personengruppe

  • Sozial benachteiligte Personen

Die Maßnahme wird in folgendem Setting durchgeführt:

  • Kindergarten / Kindertagesstätte
  • Schule
  • sonstige: Jugendhilfe

Methodik und Studiendesign

Ziele, die das Projekt verfolgt?

  • (Weiter-)Entwicklung von Erhebungsinstrumenten
  • Entwicklung und/oder Erprobung von Interventionen
  • Ermittlung des Bedarfs
  • Evaluation der Wirksamkeit von Maßnahmen
  • Identifikation von Zielgruppen
  • Zugangswege

Studiendesign

  • Experimentell
    • Interventionsstudie
      • Mit Kontrollgruppe
      • Ohne Kontrollgruppe
  • Beobachtend
    • Querschnittsstudie

verwendete Methoden

  • Quantitative Methode: Standardisierte Befragung (Fragebogen/Interview)
  • Qualitative Methode: Diskussionsrunde / Fokusgruppen, Experteninterview, Leitfrageninterview, Beobachtung

gemessene Outcomes?

  • Gesundheit: Intermediäre Verhaltenparameter
  • Kompetenz / Empowerment
  • Zugangswege
  • Akzeptanz / Zufriedenheit

Liste zuklappenBeschreibung von Methode und Vorgehensweise der Studie

Zur Erreichung der Evaluationsziele kommen in den Projektteilen A, B und C (siehe oben) teils gleiche, teils programm- und settingspezifischeMethoden zum Einsatz. BEEP bedient sich einer Kombination quantitativer und qualitativer Methodik. Erfolgsfaktoren präventiver Elternarbeit werden anhand von „Good Practice“ Beispielen identifiziert und vorgestellt. Reichweite, Akzeptanz und Bedarfsgerechtigkeit der Präventionsprogramme werden quantitativ in Form von schriftlichen Elternbefragungen erhoben. Die Teilprojekte A und C überprüfen zudem die Programm-Wirksamkeit im Fall-Kontrollgruppen-Design. Teilprojekt B hingegen geht explorativ vor und erstellt zielgruppenspezifische Wirkungskriterien.Um Gruppen einzubeziehen, die bei schriftlichen Befragungsformen herausfallen, ergänzen bei BEEP qualitative Eltern-Interviews die Ergebnisevaluation. Experteninterviews mit Multiplikatoren, Programmanbietern, Lehrern, Erziehern und Trainern geben Aufschluss über die Durchführbarkeit, Programmflexibilität und die Umsetzungsbedingungen in den jeweiligen Settings (Prozess- und Kontextevaluation).

Ergebnisse und Praxistransfer

(vorläufige) Ergebnisse

Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Anbindung von Präventionsprogrammen an Settings wie Schule, Kita oder Jugendhilfe geeignet ist, um die Teilhabe schwer erreichbarer Gruppen zu stärken. Schulen und Kindergärten sind Institutionen, zu denen alle Bevölkerungsgruppen Zugang haben. Hier können die Programme von allen wahrgenommen werden. Durch die zielgruppengerechte Programm-Gestaltung im Praxisprozess werden weitere entscheidende Hindernisse überwunden. Ansprache und Programm müssen an vielfältigen Lebenswelten orientiert werden, damit Elterngruppen jenseits der gebildeten (oberen) Mittelschicht sich wiederfinden. Guter persönlicher Kontakt zwischen Professionellen und Eltern und eine vertrauensvolle Gesprächsbasis ist grundlegend, denn diese Qualitäten übertragen sich auf Akzeptanz und Inanspruchnahme der angebundenen Programme. Die Ergebnisse zum U-Boot-Projekt zeigen, dass die meisten Eltern davon direkt von der Erzieherin erfahren. Ebenso gelingt die Beteiligung an Elternkursen nahezu ausschließlich über den persönlichen Kontakt. Das Teilprojekt A belegt, dass das Vertrauen auf gegenseitige Hilfe bei sozial benachteiligten Eltern herabgesetzt ist und empfiehlt, die vertrauensvolle Kommunikation zwischen pädagogischem Personal und diesen Eltern zu fördern.

BEEP belegt, dass eine gute präventive Elternarbeit und bedarfsgerechte Gestaltung von Elternbildungsangeboten eine anspruchsvolle Aufgabe ist, die viel Zeit und personelle Ressourcen bindet. Insbesondere wenn schwer zu erreichende Elterngruppen beteiligt werden sollen, und die Zusammenarbeit auf eine kulturell wie sozial heterogene Elternschafteinzustellen ist, wird dies zur Herausforderung.

Das Engagement und die Kompetenz des pädagogischen Personals sind für die Implementierung von Gesundheitsprojekten und die Elternarbeit essentiell. Darum bildet die richtige Ressourcenausstattung der Mitarbeiter im Setting und die Förderung ihrer Fertigkeiten in der interkulturellen und soziallagensensiblen Elternarbeit eine wichtige Grundlage für die Teilhabe sozial benachteiligter Eltern.

Liste zuklappen(geplanter) Praxistransfer

Im Förderzeitraum:

Rückmeldung von Ergebnissen auf Praktiker-Workshops; Versand von Zwischenberichten an interessierte Praxispartner und Multiplikatoren. Transfer auch fortlaufend im regelmäßigen Praxiskontakt . Abschlusstagung am 16.06.2009 in Bielefeld mit ca. 200 TeilnehmerInnen aus Wissenschaft und Praxis. Vorstellung der Ergebnisse in den Abschlussberichten.

In Planung/in Arbeit:

Erstellung von Empfehlungskatalogen für die zielgruppenspezifische und settingbezogene Elternbildung/Elternarbeit, z.T. in Zusammenarbeit mit Praktikern und Multiplikatoren; Publikationen in Praktiker-Fachzeitschriften; Erstellung von Expertisen für Modellprojekte mit verwandten Zielsetzungen.

Liste zuklappenPublikationen

Berichte:

Hartung, Susanne, Blanz, Elisabeth & Ogawa-Müller, Yulika (2009): Elternedukation und Elternarbeit im Setting Schule aus der Perspektive sozialer Ungleichheit. Evaluation des Elternbildungsprogramms „Erwachsen werden“, Elternarbeit im Setting Schule und der Sozialkapitalansatz. Abschlussbericht – Teilprojekt A. Bielefelder Evaluation von Elternedukationsprogrammen (BEEP), gefördert vom BMBF. (veröffentlicht als pdf auf der Seite der Universität Bielefeld)

Sahrai, Diana, Moor, Irene & Hastaoglu, Tuba (2009): Vorsorge und Elternarbeit vor dem Hintergrund kultureller Differenzen und sozialer Ungleichheiten. Die Vorsorgeuntersuchungen U1-U9, die Evaluation des Projekts „Mit dem U-Boot auf Gesundheitskurs“ und Elternarbeit im Setting Kita. Abschlussbericht – Teilprojekt C. Bielefelder Evaluation von Elternedukationsprogrammen (BEEP), gefördert vom BMBF. (veröffentlicht als pdf auf der Seite der Universität Bielefeld)

Hartung, Susanne, Kluwe, Sabine & Sahrai, Diana (2009): Neue Wege in der Elternarbeit. Evaluation von Elternbildungsprogrammen und weiterführende Ergebnisse zur präventiven Elternarbeit. Kurzbericht des BMBF-geförderten Projekts: Bielefelder Evaluation von Elternedukationsprogrammen (BEEP) anlässlich der Abschlusstagung am 16.06.2009 (als pdf veröffentlicht auf der BEEP-Projektseite der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld).

Hartung, Susanne & Bittlingmayer, Uwe H. (2008): Schulische Elternedukation im Spannungsfeld zwischen Gesundheitsförderung und Präventionsdilemma. Eine empirische Studie zur integrierten schulischen Elternedukation von „Erwachsen werden“. Zwischenbericht des BMBF geförderten Forschungsprojekts „Vergleichende Evaluation von Elternedukationsangeboten für Eltern“ – Projektteil Elternedukation im schulischen Setting (als pdf veröffentlicht auf der BEEP-Projektseite der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld).

Bittlingmayer, Uwe H., Sahrai, Diana & Sirch, Ulrike (2007): Die integrierte schulische Elternarbeit von „Erwachsen werden“. Eine Wirksamkeitsanalyse von Elternmaterialien an deutschen Schulen. Abschlussbericht der Bielefelder Begleitforschung.

Artikel:
Hartung, Susanne (i.E.): Was hält gesund? Gesundheitsressourcen: Von der Salutogenese zum Sozialkapital. In: Schott, Thomas & Hornberg, Claudia (Hrsg.), 20 Jahre Public Health in Deutschland: Bilanz und Ausblick.

Hartung, Susanne, Kluwe, Sabine & Sahrai, Diana (i.E.): Gesundheitsförderung und Prävention in Settings: Elternarbeit in Kitas, Schule und Familienhilfe. In: Schott, Thomas & Hornberg, Claudia (Hrsg.), 20 Jahre Public Health in Deutschland: Bilanz und Ausblick.

Hartung, Susanne (2009): Förderung von Sozialkapital als Präventionsmaßnahme? Einige theoretisch-normative Implikationen. In: Bittlingmayer, Uwe H., Sahrai, Diana & Schnabel, Peter-Ernst (Hrsg.), Normativität und Public Health. Dimensionen gesundheitlicher Ungleichheit, Wiesbaden: VS.

Weiterführende Informationen

Links

www.uni-bielefeld.de/gesundhw/beep

Kontakt:

susanne.hartung@uni-bielefeld.de

diana.sahrai@uni-bielefeld.de

sabine.kluwe@uni-bielefeld.de

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