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Projekt-Detailansicht

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Soziokulturelle Faktoren und Essstörungen im Jugendalter- Evaluation eines schulbasierten Präventionsprogramms

Allgemeines

Förderkennzeichen BMBF

01EL0607

laufende Projektnummer

22

Kurzbeschreibung

Das Projekt zielt darauf ab, der Entwicklung von gestörtem Essverhalten und Essstörungen entgegen zu wirken. Dazu soll ein universelles Präventionskonzept zur Umsetzung in den Klassenstufen 7-9 entwickelt und evaluiert werden. Es wird ein Programm entwickelt, in dem die Jugendlichen den Umgang mit Medien und der eigenen Altersgruppe lernen, aber auch protektive Faktoren, wie ein positives Selbstbild und soziale Kompetenzen, gestärkt werden. Die 9 Sitzungen umfassende kognitiv-verhaltensorientierte, interaktive Intervention soll von Lehrerinnen und Lehrern im Rahmen des regulären Unterrichts oder an Projekttagen realisiert werden. Die Evaluation des Ansatzes erfolgt in einem kontrollierten Design mit Messwiederholung. Zum Einsatz kommen validierte Fragebögen und Interviews. Die Akzeptanz des Ansatzes wird durch Schülerinnen und Schüler und die Lehrkräfte bewertet. Das entwickelte Präventionskonzept wird in einem Manual erfasst und die Lehrkräfte aller beteiligten Schulen werden in der Anwendung trainiert. Bei guten Effekten könnte dieses Trainingskonzept nicht nur weiteren Schulen angeboten werden, sondern auch in die Ausbildung von zukünftigen Lehrerinnen und Lehrern integriert werden.

Liste zuklappenKontaktdaten aller wissenschaftlicher Partner

Universität Potsdam

Institut für Psychologie
Prof. Petra Warschburger
Karl-Liebknecht-Str. 24-25
14476 Golm
Telefon: 0331/977-2874 (Sekr.)
Fax: 0331/977-2794
E-Mail: warschb@rz.uni-potsdam.de

Projektförderung

Beginn / geplanter Beginn: Juli 2006 Ende / geplantes Ende: Mai 2010 BMBF-Förderphase 2

Institution/Institutionen des/der Präventionspartner?

  • Kindertagesstätte, Schule

Bundesland / Bundesländer, in denen die Maßnahme statt findet

  • Brandenburg

Projektbeschreibung

gesundheitsbezogener Schwerpunkt des Projekts

  • Ernährung
  • Psyche / Stress
  • Sonstiges: Prävention von Essstörungen

Liste zuklappenAusgangssituation und theoretischer Hintergrund der Studie

Unzufriedenheit mit dem Aussehen und der eigenen Figur sind unter Jugendlichen weit verbreitet. Leider bleibt es oftmals nicht bei diesen Sorgen, sondern in vielen Fällen greifen Jugendliche zu ungesunden Maßnahmen, um ihr Gewicht zu kontrollieren. Bei einem hohen Anteil von Jugendlichen kann mittlerweile ein auffälliges Essverhalten festgestellt werden. Präventive Ansätze bieten die Möglichkeit einer solchen Entwicklung frühzeitig entgegenzuwirken.

Liste zuklappenHauptziele der Studie

Ziel des Projektes ist die Entwicklung und Evaluation eines schulbasierten Programms für Jugendliche zur Prävention von Essstörungen. Das Konzept soll darauf abzielen, Ressourcen der Jugendlichen (z.B. Selbstwert, Problembewältigungsfähigkeiten oder soziale Kompetenzen) zu stärken, um einen gesunden Umgang mit Problemen und dem Druck durch gesellschaftliche Schönheitsideale zu fördern. Ein weiteres Ziel ist es, die Verbreitung von Körperunzufriedenheit und gestörtem Essverhalten unter Jugendlichen zu erfassen und sowohl Risiko- als auch Schutzfaktoren für die Entstehung zu identifizieren.

Liste zuklappenZielgruppe

Altersgruppe

  • Schülerinnen und Schüler (11-14)

Projekt richtet sich an

nicht geschlechtsspezifisch

Die Maßnahme wird in folgendem Setting durchgeführt:

  • Schule

Methodik und Studiendesign

Ziele, die das Projekt verfolgt?

  • (Weiter-)Entwicklung von Erhebungsinstrumenten
  • Entwicklung und/oder Erprobung von Interventionen

Welche Intervention wurde durchgeführt?

  • Schulung / Kurs / Training

Studiendesign

  • Experimentell
    • Interventionsstudie
      • Mit Kontrollgruppe

verwendete Methoden

  • Quantitative Methode: Standardisierte Befragung (Fragebogen/Interview)
  • Qualitative Methode: Diskussionsrunde / Fokusgruppen
  • Längsschnittstudie

gemessene Outcomes?

  • Gesundheit: Lebensqualität, Intermediäre physiologische und funktionale Parameter, Intermediäre Verhaltenparameter
  • Kompetenz / Empowerment
  • Akzeptanz / Zufriedenheit

Liste zuklappenBeschreibung von Methode und Vorgehensweise der Studie

Das Programm wendet sich an Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 9 und wird von geschulten Lehrerinnen und Lehrern im Unterricht umgesetzt. Die Evaluation des Präventionsprogramms erfolgt im Rahmen eines längsschnittlichen Kontrollgruppen-Designs mit Befragung der Schüler vor Teilnahme und drei Monate bzw. ein Jahr nach Teilnahme am Programm.

Ergebnisse und Praxistransfer

(vorläufige) Ergebnisse

Mit Hilfe einer kontrollierten, randomsierten Studie mit mehr als 1.000 Schülern wurde das Vorgehen umfassend evaluiert. Signifikante Unterschiede über den Verlauf eines Jahres zeigten sich zwischen nicht-geschulter Kontrollgruppe und geschulter Interventionsgruppe bezüglich gestörtem Essverhalten, Körperunzufriedenheit, Internalisierung von Schönheitsidealen, erlebtem medialen Druck, Medienkompetenz und Ausmaß des zwanghaften Sporttreibens. Die Effektgrößen waren gering- bis mittelgroß (.13 bis .22), was indiziert, dass es bei ca. 10 bis 15% der Schülern zu einer Stärkung der Ressourcen bzw. Verringerung des Risikoverhaltens kam. Bezüglich der Nachhaltigkeit ist zu beobachten, dass diese Effekte sich auch langfristig etablierten. Die Effektstärke befindet sich für den Mediendruck (Jungen und Mädchen zusammen) bei d = .22 und für das auffällige Essverhalten bei d = .25 (Baseline-Unterschiede wurden kontrolliert).

Liste zuklappen(geplanter) Praxistransfer

Die Lehrer, die das Präventionsprogramm im Unterricht durchführen, haben im August 2007 an einer zweitägigen Schulung teilgenommen. Ihnen wurde Wissen über Essstörungen und die Prävention von Essstörungen vermittelt und sie wurden in das Präventionsprogramm eingearbeitet. Begleitend zur Durchführung des Präventionsprogramms in den Schulen wurden die durchführenden Lehrer durch die Projektmitarbeiter telefonisch und in gemeinsamen Treffen supervidiert.

Liste zuklappenPublikationen

Bonekamp, E. & Warschburger, P. (2008). Disordered eating and body dissatisfaction in aesthetic sports: A study of adolescent high-performance athletes. International Journal of Psychology, 43 (3&4).

Helfert, S. & Warschburger, P. (2008). Appearance-related social pressure as a risk-factor in the development of body dissatisfaction and disordered eating. International Journal of Psychology, 43 (3&4).

Helfert, S. & Warschburger, P. (2009). Fragebogen zum aussehensbezogenen sozialen Druck (FASD). Klinische Diagnostik und Evaluation, 3, 205-220.

Helfert, S. & Warschburger, P. (2011). A prospective study on the impact of peer and parental pressure on body dissatisfaction in adolescent girls and boys. Body Image, 8 (2), 101-109.

Hilbert, A, Buerger, A., Hartmann, A.S., Spenner, K., Czaja, J. & Warschburger, P. (2013). Eating Disorder Psychopathology across the Eating and Weight Disorders Spectrum in Youth: Psychometric Properties of the Eating Disorder Examination adapted for Children. European Eating Disorders Review.; Article first published online: 4 MAR 2013 | DOI: 10.1002/erv.2221.

Krentz, E.M. & Warschburger, P. (2011; in Druck). A longitudinal investigation of sports-related risk factors for disordered eating in aesthetic sports. Scandinavian Journal of Medical Science in Sports, doi: 10.1111/j.1600-0838.2011.01380.x

Krentz, E.M. & Warschburger, P. (2011). Sports-related correlates of disordered eating in aesthetic sports. Psychology of Sport and Exercise, 12, 375-382. doi:10.1016/j.psychsport.2011.03.004

Krentz, E.M. & Warschburger, P. (2011). Sports-Related Correlates of Disordered Eating: A Comparison between Aesthetic and Ballgame Sports. International Journal of Sport Psychology, 42, 548-564.

Mohnke, S. & Warschburger, P. (2011). Körperunzufriedenheit bei weiblichen und männlichen Jugendlichen: Eine geschlechtervergleichende Betrachtung von Verbreitung, Prädiktoren und Folgen. Praxis Kinderpsychologie & Kinderpsychiatrie, 60, 285-303.

Warschburger, P. (2008). Sociocultural factors and eating disorders in adolescence: Evaluation of a school-based prevention program. International Journal of Psychology, 43 (3&4).

Warschburger, P. (2009). Körperunzufriedenheit und gestörtes Essverhalten bei Jugendlichen. Praxis Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation, 85, 152-158.

Warschburger, P. (2010). Körperunzufriedenheit und gestörtes Essverhalten bei Jugendlichen. Praxis Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation, 85, 152-158.

Warschburger, P., Helfert, S. & Krentz, E.-M. (2011). POPS: a school-based prevention programme for eating disorders. Journal of Public Health, 19, 367–376. DOI 10.1007/s10389-011-0425-3

Warschburger, P. (2011). Psychische Gesundheitsförderung im Jugendalter. In KKH-Allianz (Hrsg.). Weißbuch Prävention 2010/2011. Gesund jung?!. Herausforderung für die Prävention und Gesundheitsförderung bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. (S.153-159). Berlin: Springer.

Weiterführende Informationen

Links

http://www.psych.uni-potsdam.de/counseling/index-d.html

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