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Projekt-Detailansicht

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Mehr als gewohnt. Stadtteile machen sich stark für die Gesundheitsförderung

Allgemeines

Förderkennzeichen BMBF

01EL0605

laufende Projektnummer

20

Kurzbeschreibung

Das Projekt zielte auf den Aufbau, die Weiterentwicklung und Evaluation von Strategien, Strukturen sowie Projekten der gesundheitsfördernden Stadtteilentwicklung. Ziel war es, einen praxistauglichen Implementationsansatz der Primärprävention für die Zielgruppen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene auszuarbeiten, der vor allem in sozial benachteiligten Stadtteilen einsatzfähig ist und dort zur Verminderung sozial bedingter Ungleichheit von Gesundheitschancen beisteuern kann. Gleichzeitig sollte ein Beitrag zur wissenschaftlichen Debatte über die Einsatzmöglichkeiten und Wirkungsweisen des Setting-Ansatzes als (Kern-)Strategie der Gesundheitsförderung sowie zur Methodendiskussion im Bereich partizipativer und aktivierender Evaluation geleistet werden.
Der Projektansatz wurde in drei Stadtteilen (Fürth-Innenstadt, Halle-Silberhöhe und Hamburg-Altona-Lurup), die Programmgebiete der „Sozialen Stadt“ sind oder waren, sich jedoch hinsichtlich ihrer Problemlagen, Handlungsbedarfe und Arbeitsstände der stadtteilorientierten Gesundheitsförderung unterscheiden, erprobt.
Um im Sinne der Zielsetzung erfolgreich zu sein, mussten in den Kommunen und Stadtteilen Lernprozesse initiiert werden. Hierbei spielte die prozessbegleitende Evaluation eine Schlüsselrolle: Analysen und Ergebnisse der Begleitforschung wurden kontinuierlich an die Akteure rückgekoppelt und beförderten den Dialog zwischen Praxis und Wissenschaft. Hierdurch entstand eine breite Akzeptanz für die angewandten Methoden und eine Basis für die Verstetigung der Qualitätsentwicklung in der Gesundheitsförderung im Stadtteil.

Liste zuklappenKontaktdaten aller wissenschaftlicher Partner

Deutsches Institut für Urbanistik (Difu)

Dr. Bettina Reimann
Zimmerstr. 13-15
10969 Berlin
E-Mail: reimann@difu.de

Projektförderung

Beginn / geplanter Beginn: August 2006 Ende / geplantes Ende: Juli 2009 BMBF-Förderphase 2

Institution/Institutionen des/der Präventionspartner?

  • Ministerien und Einrichtungen auf Bundes-, Landes- oder kommunaler Ebene
  • Sozialversicherung (z.B. Krankenkasse, Unfallkasse)

Bundesland / Bundesländer, in denen die Maßnahme statt findet

  • Bayern
  • Hamburg
  • Sachsen-Anhalt

Projektbeschreibung

gesundheitsbezogener Schwerpunkt des Projekts

  • Bewegung
  • Ernährung
  • Sonstiges: gesundheitsfördernde Stadtteilentwicklung

Liste zuklappenAusgangssituation und theoretischer Hintergrund der Studie

Das individuelle Gesundheitsverhalten, gesundheitlich belastende Lebensverhältnisse und sozialökonomische Parameter wie Einkommen, beruflicher Status und Bildung stehen in engem Zusammenhang. Dies hat zur Folge, dass mit Armut ein beträchtliches Gesundheitsrisiko verbunden ist. Da sich soziale und gesundheitliche Ungleichheiten räumlich abbilden, rückt der Stadtteil bei der Gesundheitsförderung in den Fokus. Damit stellt sich die Aufgabe, Stadtteilentwicklung und Gesundheitsförderung stärker als bislang üblich miteinander zu verknüpfen und gesundheitsfördernde Stadtteilentwicklung zu einem Thema in den Kommunen zu machen. Bislang liegen jedoch wenige Erfahrungen vor, wie der Setting-Ansatz auf Stadtteile übertragen werden kann. Strategien, Verfahren, Strukturen, Akteursspektrum und Projekte, die explizit die Gesundheitsförderung im Stadtteil befördern, sind bislang wenig erprobt und noch seltener evaluiert worden.Allerdings bieten die etablierten Strukturen der sozialen Stadtteilentwicklung P(rogramm „Soziale Stadt – Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf“) eine gute Voraussetzung für die Entwicklung des Settings Stadtteil.

Liste zuklappenHauptziele der Studie

Übergreifend zielte das Projekt auf den Aufbau, die Weiterentwicklung und Evaluation von Strategien, Strukturen sowie Projekten und Maßnahmen der gesundheitsfördernden Stadtteilentwicklung. Ziel war es, einen praxistauglichen Implementationsansatz der Primärprävention für die Zielgruppen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene auszuarbeiten, der vor allem in sozial benachteiligten Stadtteilen einsatzfähig ist und dort zur Verminderung sozial bedingter Ungleichheit von Gesundheitschancen beisteuern kann. Gleichzeitig sollte ein Beitrag zur wissenschaftlichen Debatte über die Einsatzmöglichkeiten und Wirkungsweisen des Setting-Ansatzes als (Kern-)Strategie der Gesundheitsförderung sowie zur Methodendiskussion im Bereich partizipativer und aktivierender Evaluation geleistet werden.

Der im Projekt entwickelte Ansatz zur Gesundheitsförderung wurde in drei Stadtteilen erprobt. Mit der Fallstudienanalyse wurde keine Repräsentativität, sondern Exemplarität angestrebt. Mittels der Fallstudien wurden die spezifischen Besonderheiten in den jeweiligen Einzelfällen einschließlich der maßgeblichen Rahmenbedingungen herausgearbeitet, um auf diese Weise zu einem tieferen Verständnis der kommunalen Praxis zu gelangen.

Liste zuklappenZielgruppe

Altersgruppe

  • Grundschüler und -schülerinnen (6-10)
  • Jugendliche und junge Erwachsene (15-25)
  • Klein- und Vorschulkinder (2-5)
  • Schülerinnen und Schüler (11-14)

Projekt richtet sich an

nicht geschlechtsspezifisch

Personengruppe

  • Professionelle als Multiplikatoren
  • Sozial benachteiligte Personen

Die Maßnahme wird in folgendem Setting durchgeführt:

  • Region / Stadtteil / Nachbarschaft

Methodik und Studiendesign

Ziele, die das Projekt verfolgt?

  • Entwicklung und/oder Erprobung von Interventionen
  • Entwicklung und/oder Optimierung von Qualitätssicherung
  • Strukturbildung
  • Zusammenstellung für die Praxis

Welche Intervention wurde durchgeführt?

  • Management-/Organisationsbezogene Intervention
  • Sonstige verhältnisbezogene Maßnahmen

Studiendesign

  • Experimentell

verwendete Methoden

  • Quantitative Methode: Standardisierte Befragung (Fragebogen/Interview), Beobachtung
  • Qualitative Methode: Diskussionsrunde / Fokusgruppen, Experteninterview, Leitfrageninterview, Beobachtung
  • Analyse von Sekundärdaten

gemessene Outcomes?

  • Kompetenz / Empowerment
  • Strukturbildung
  • Zugangswege

Liste zuklappenBeschreibung von Methode und Vorgehensweise der Studie

Der Setting-Ansatz für Stadtteile wurde mit den Verfahren der Stadtteilentwicklung, die sich insbesondere bei der Umsetzung des Programms „Soziale Stadt“ bewährt haben, verbunden. Der Ansatz wurde in drei Stadtteilen - Westliche Innenstadt (Fürth), Silberhöhe (Halle / Saale) und Altona Lurup (Hamburg) - erprobt. Die Stadtteile unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Problemlagen, Handlungsbedarfe und Arbeitsstände der gesundheitsfördernden Stadtteilentwicklung. Im gewählten Setting standen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene – häufig mit Migrationshintergrund - im Vordergrund. Der partizipative Evaluationsansatz entwickelte mit Kommunen, Krankenkassen, lokalen Einrichtungen und Akteuren gemeinsam Qualitätselemente für die Strategie-, Struktur- und Projektebene der gesundheitsfördernden Stadtteilentwicklung. Diese wurden im Rahmen der Fallstudienanalysen erprobt.

Ergebnisse und Praxistransfer

(vorläufige) Ergebnisse

Die Ergebnisse des Projektes sollen Kommunen und Krankenkassen Hilfestellungen bei der Umsetzung und Qualifizierung der gesundheitsfördernden Stadtteilentwicklung geben. Die Ergebnisse des Projektes leisten einen Beitrag zur Entwicklung von Erhebungsinstrumenten und Qualitätskriterien für die Qualitätssicherung von Strategien, Strukturen und Maßnahmen für die gesundheitsfördernde Stadtteilentwicklung. Ergebnisse konnten insbesondere in Hinblick auf die folgenden Aspekte gewonnen werden:

  • forschungstheoretische und anwendungsbezogene Auseinandersetzung mit dem gesundheitspolitisch noch nicht etablierten Setting „Stadtteil“,
  • methodische Innovation durch die Erarbeitung und Anwendung von Qualitätskriterien für die Gesundheitsförderung im Stadtteil,
  • exemplarische Umsetzung und Steuerung des Setting-Ansatzes zur Gesundheitsförderung im Rahmen integrierter Stadtteilentwicklung,
  • Nachweis, dass über das Setting Stadtteil Gesundheitsförderung eine starke Breitenwirkung erzielt und sozial benachteiligte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene erreicht werden können,
  • Nachweis, dass vorhandene Strukturen und Instrumente integrierter Stadtteilentwicklung (z.B. Quartiermanagement, Integrierte Entwicklungskonzepte, Verfügungsfonds) auch für die Gesundheitsförderung genutzt werden können;

im Erfolgsfall sind hiermit Synergien verbunden, die mit Blick auf die Kosten dazu beitragen, dass kommunale Mittel sowie Mittel des Bundes und der Länder effektiv für die gesundheitsfördernde Stadtteilentwicklung eingesetzt werden.

Liste zuklappen(geplanter) Praxistransfer

Die Ergebnisse des Projektes geben Kommunen und Krankenkassen Hilfestellungen bei der Umsetzung und Qualifizierung der gesundheitsfördernden Stadtteilentwicklung – bezogen auf Strategien, Strukturen und Maßnahmen. In Fürth Innenstadt beispielsweise wird die Umsetzung und Steuerung des Setting-Ansatzes zur Gesundheitsförderung im Rahmen integrierter Stadtteilentwicklung auch nach Ende der Projektlaufzeit erfolgreich weiter betrieben. Hierbei werden vorhandene Strukturen und Instrumente integrierter Stadtteilentwicklung (z.B. Quartiermanagement, Integriertes Entwicklungskonzept) stärker als bislang für die Gesundheitsförderung genutzt sowie neue Strukturen und Instrumente aufgebaut und eingesetzt (Geschäftsstelle Gesundheit, Verfügungsfonds Gesundheit). Die Fortführung der Geschäftsstelle Gesundheit nach Projektende gelingt über eine Bündelung von Mitteln des BKK Landesverbandes Bayern, Stiftungsgelder und kommunale Mittel. Der Verfügungsfonds Gesundheit, der über die Techniker Krankenkasse finanziert wird, trägt zur Förderung von bislang ca. 25 Mikroprojekten bei, die sich auf gesunde Ernährung, Bewegungsförderung und andere Themen zur Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen im Stadtteil richten. Eine Ko-Finanzierung ist hierbei über kommunale Mittel und Mittel aus dem Bund-Länder-Programm Soziale Stadt gelungen. In 2010 hat die Geschäftsstelle den 2. Platz der Internationalen Bodenseekonferenz für Gesundheitsförderung und Prävention 2010 erzielt. Zudem wurden wesentliche Projektergebnisse im Leitfaden Prävention des GKV-Spitzenverbandes (Setting Kommune / Stadtteil) aufgegriffen. Die im Projektverlauf entwickelten Qualitätskriterien werden somit in der Praxis erfolgreich angewendet und tragen zur Qualifizierung und Verstetigung der gesundheitsfördernden Stadtteilentwicklung bei. Der Praxistransfer verläuft damit ausgesprochen positiv. Die Ergebnisse eignen sich dafür, auf andere Stadtteile übertragen zu werden.

Liste zuklappenPublikationen

  • Bär, Gesine, Christa Böhme und Bettina Reimann (2009): Gesundheitsförderung und Stadtteilentwicklung, in: Detlef Kuhn, Ingrid Papies-Winkler und Dieter Sommer (Hrsg.): Gesundheitsförderung mit sozial Benachteiligten. Erfahrungen aus der Lebenswelt Stadtteil, Frankfurt am Main 2009, S. 249-259.
  • Bär, Gesine, Christa Böhme und Bettina Reimann (2009): Kinder- und jugendbezogene Gesundheitsförderung im Stadtteil. Difu-Arbeitshilfe. Berlin.
  • Reimann, Bettina, Christa Böhme und Gesine Bär (2010): Mehr Gesundheit im Quartier (Haupttitel) Prävention und Gesundheitsförderung in der Stadtteilentwicklung. Difu-Edition. Berlin.

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