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Projekt-Detailansicht

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Evaluation und Wirkungsnachweis der Programme 'PriMa' und 'Torera' zur Primär-Prävention von Ess-Störungen bei Schülerinnen ab dem 6. Schuljahr

Allgemeines

Förderkennzeichen BMBF

01EL0602

laufende Projektnummer

17

Kurzbeschreibung

Poster zum Projekt

Im Rahmen des Vorhabens wurden die Programme PriMa, TOPP, Torera und STARK als wissenschaftlich evaluierte primärpräventive Interventionen gegen Ess-Störungen (weiter-)entwickelt und etabliert. Ziel war der Nachweis der Wirksamkeit im Kontext einer insgesamt dreischrittigen umfassenden Evaluation (Level 1: Wirksamkeit, Level 2: Bewährung im Feld, Level 3: Verbreitung).

Für die Evaluation wurden überwiegend standardisierte Fragebogen eingesetzt (FBEK, KEDS, EAT-26, Wissenstest). Die Überprüfung der Wirksamkeit der Intervention erfolgte anhand mehrerer parallelisierter Prä-Post-Kontrollgruppen-Designs unter Teilnahme von über 100 Schulen mit ca. 2.500 Mädchen und knapp 1.000 Jungen der 6. Klasse und 7. Klasse.

Die Ergebnisse wurden in Diplomarbeiten und Promotionen sowie Publikationen in Fachzeitschriften und auf Kongressen veröffentlicht.

Die Programme können über die Thüringer Essstörungsinitiative e. V. (www.thessi.de) und das Heidelberger Präventionszentrum (GmbH) erworben werden.

Der Abschlussbericht wurde im Januar 2010 beim BMBF eingereicht (Download). Eine ausführliche Projektdokumentation liegt bereits als Buch vor.

Liste zuklappenKontaktdaten aller wissenschaftlicher Partner

Institut für Psychosoziale Medizin und Psychotherapie, Universitätsklinikum Jena

Institut für Psychosoziale Medizin und Psychotherapie
Prof. Dr. Bernhard Strauß
Stoystr. 3
07743 Jena
Telefon: 03641 936700
Fax: 03641 936546
E-Mail: bernhard.strauss@med.uni-jena.de

Institut für Psychosoziale Medizin und Psychotherapie
Dr. Uwe Berger
Stoystr. 3
07740 Jena
Telefon: 03641 937790
Fax: 03641 936546
E-Mail: uwe.berger@uni-jena.de

Projektförderung

Beginn / geplanter Beginn: Juli 2006 Ende / geplantes Ende: Juni 2009 BMBF-Förderphase 2

Institution/Institutionen des/der Präventionspartner?

  • Ministerien und Einrichtungen auf Bundes-, Landes- oder kommunaler Ebene

Bundesland / Bundesländer, in denen die Maßnahme statt findet

  • Thüringen

Projektbeschreibung

gesundheitsbezogener Schwerpunkt des Projekts

  • Bewegung
  • Ernährung
  • Psyche / Stress

Liste zuklappenAusgangssituation und theoretischer Hintergrund der Studie

Ein Viertel von über 1.000 befragten 12-jährigen Mädchen berichten ein gestörtes Essverhalten mit ständigen Sorgen um Figur und Gewicht, regelmäßigen Diäten oder selbst herbei geführtem Erbrechen. Das war der alarmierende Ausgangspunkt zur Entwicklung des Programms „PriMa“ (Primärprävention Magersucht für Mädchen der 6. Klasse), das auf neun Postern mit Szenen aus dem Leben der „Barbie-Familie“ sowie emotional ansprechenden Übungen basiert. Parallel hierzu wurde für Jungen der 6. Klasse das Programm "TOPP" konzipiert mit Schwerpunkt auf Übergewicht und Gruppendynamik. Das Folgeprojekt "Torera" für Mädchen und Jungen der 7. Klasse ist auf die Prävention von Bulimie, Fress-Attacken und Adipositas ausgerichtet und wird ergänzt durch eine Auffrischungsprojekt "STARK" für die 8. Klasse.

Liste zuklappenHauptziele der Studie

Jugendliche, Eltern und Lehrer sollen fit gemacht werden, der Entwicklung von Essstörungen und krankhaftem Übergewicht vorzubeugen. Kern von PriMa ist die psychische Stärkung der Mädchen, sich selbst aus der sog. „Barbie-Matrix“ zu befreien, der für viele übermächtigen Dynamik aus idealisierter Superschlankheit, Sehnsucht nach Anerkennung und rücksichtsloser Instrumentalisierung des eigenen Körpers. Parallel wurde im Rahmen eines Landesgraduiertenstipendiums das Programm „TOPP“ (Teenager ohne pfundige Probleme – Prävention Übergewicht für Jungen der 6. Klasse) konzipiert. Als Auffrischung und Erweiterung wurde zudem das Programm „Torera“ zur Prävention von Bulimie, Fressattacken und Adipositas für Mädchen und Jungen der 7. Klasse entwickelt.

Liste zuklappenZielgruppe

Altersgruppe

  • Schülerinnen und Schüler (11-14)

Projekt richtet sich an

Mädchen / Frauen

Personengruppe

  • Trifft nicht zu

Die Maßnahme wird in folgendem Setting durchgeführt:

  • Schule

Methodik und Studiendesign

Ziele, die das Projekt verfolgt?

  • Entwicklung und/oder Erprobung von Interventionen
  • Evaluation der Wirksamkeit von Maßnahmen

Welche Intervention wurde durchgeführt?

  • Informationsveranstaltungen
  • Schulung / Kurs / Training
  • Sonstiges: Manualbasierte Unterrichtslektionen
  • schriftlichen Informationen / Erstellen von Websites

Studiendesign

  • Experimentell
    • Interventionsstudie
      • Mit Kontrollgruppe

verwendete Methoden

  • Quantitative Methode: Standardisierte Befragung (Fragebogen/Interview)
  • Qualitative Methode: Experteninterview

gemessene Outcomes?

  • Gesundheit: Intermediäre Verhaltenparameter
  • Kompetenz / Empowerment

Liste zuklappenBeschreibung von Methode und Vorgehensweise der Studie

Das Gesamtpaket zur Gesundheitsförderung im Bereich des Ess- und Bewegungsverhaltens an Schulen (bestehend aus den Programmen PriMa, TOPP und Torera sowie flankierenden sekundärpräventiven Maßnahmen) wurde im Schuljahr 2007/2008 an 50 (PriMa) bzw. 40 (TOPP) Schulen in Thüringen etabliert und mittels Prä-Post-Kontrollgruppen-Design an drei Messzeitpunkten mit standardisierten Fragebogen hinsichtlich der Veränderungen des Ess- und Bewegungsverhaltens, des Selbstwerts und anderen relevanten Risikofaktoren evaluiert. Seit 2008 wird an ca. 30 Schulen Torera durchgeführt und evaluiert. Eine Auffrischungslektion für die 8. Klasse wurde 2009 erprobt (Programm "STARK").

Ergebnisse und Praxistransfer

(vorläufige) Ergebnisse

Die auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Etablierung des Gesamtpakets an den Thüringer Schulen erforderte zunächst eine Veränderung der Organisationsstruktur zwischen dem Präventionsträger und den Projektmitarbeitern unter Einbeziehung des Thüringer Instituts für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM). Die Wirkungs- und Prozess-Evaluation von PriMa wurde erfolgreich abgeschlossen und publiziert. Eine umfassende Evaluation nach internationalen Standards (Society for Prevention Research), die drei Stufen umfasst: Level 1 "Erprobung", Level 2 "Bewährung im Feld" und Level 3 "Verbreitung" wurde für die Programme PriMa und Torera durchgeführt und 2011 bzw. 2013 international publiziert (siehe "Publikationen").

Liste zuklappen(geplanter) Praxistransfer

Notwendige Kompromisse zwischen wissenschaftlichen Idealvorstellungen (abgeleitet aus einer 2007 publizierten Metaanalyse internationaler Präventionsprogramme zu Essstörungen von Stice et al.) und Erwartungen der Adressaten wurden in einer eigenen wissenschaftlichen Publikation erörtert. Zur Verbreitung der Programme außerhalb Thüringens wurde ein Kooperationsvertrag mit dem Heidelberger Präventionszentrum unter der Leitung von Dr. Andreas Schick zur gemeinsamen Nutzung der bereits etablierten Infrastruktur im Bereich
der Gewaltprävention (Programm „Faustlos“) abgeschlossen. Die Projektmaterialien sind gegen eine geringe Schutzgebühr und teilw. als kostenloser Download verfügbar (siehe www.thessi.de).

Liste zuklappenPublikationen

Berger, U., Schaefer, J.-M., Wick, K., Brix, C., Bormann, B., Sowa, M., Schwartze, D. & Strauss, B. (in press). Effectiveness of Reducing the Risk of Eating-Related Problems Using the German School-Based Intervention Program, “Torera”, for Preadolescent Boys and Girls. Prevention Science.

Berger, U., Schäfer, J.-M., Wick, K., Brix, C., Bormann, B., Sowa, M., Schwartze, D. & Strauß, B. (in Druck). Essstörungen wirksam vorbeugen mit den Schulprogrammen „PriMa“ und „Torera“ für Jugendliche in Klasse 6 und 7. Das Gesundheitswesen.

Berger, U. (2012). Prävention von Essstörungen - global denken, lokal handeln. In: W. Kirch, T. Hoffmann & H. Pfaff (Hrsg.), Prävention und Versorgung, 56-70. Stuttgart: Thieme.

Berger, U., Hentrich, I., Wick, K., Bormann, B., Brix, C., Sowa, M., Schwartze, D. & Strauß, B. (2012). Eignung des „Eating Attitudes Test“ EAT-26D zur Erfassung riskanten Essverhaltens bei 11- bis 13-Jährigen und Vorschlag für eine Kurzversion mit 13 Items. Psychotherapie, Psychosomatik, Medizinische Psychologie, 62, 223-226.

Berger, U., Bormann, B., Brix, C., Sowa, M., Wick, K., Schwartze, D. & Strauß, B. (2012). Prävention von Essstörungen und Adipositas im Setting Schule - Das Thüringer Modell. Dokumentation der KNP-Jahrestagung 2011 „Gesund aufwachsen in Kita, Schule, Familie und Quartier“. Forschung und Praxis der Gesundheitsförderung, 41, 131-138.

Berger, U., Wick, K., Brix, C., Bormann, B., Sowa, M., Schwartze, D. & Strauß, B. (2011). Primary prevention of eating related problems in the real world. Journal of Public Health, 19, 357-365. DOI 10.1007/s10389-011-0402-x

Berger, U., Wick, K., Hölling, H., Schlack, R., Bormann, B., Brix, C., Sowa, M., Schwartze, D. & Strauß, B. (2011). Screening riskanten Essverhaltens bei 12-jährigen Mädchen und Jungen: psychometrischer Vergleich der deutschsprachigen Versionen von SCOFF und EAT-26. Psychotherapie, Psychosomatik, Medizinische Psychologie, 61, 311-318.

Wick, K., Hölling, H., Schlack, R., Bormann, B., Brix, C., Sowa, M., Schwartze, D., Strauß, B. & Berger, U. (2011). BMI-Selbstauskünfte - Überprüfung der Praktikabilität einer Korrekturformel an einer Stichprobe 11- bis 13-jähriger Mädchen. Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz, 54, 752-759. DOI 10.1007/s00103-011-1284-3

Schwartze, D., Sowa, M., Bormann, B., Brix, C., Wick, K., Strauß, B. & Berger, U. (2011). Evaluation der Wirkung des schulbasierten Präventionsprogramms TOPP "Teenager ohne pfundige Probleme" auf adipositasrelevante Faktoren an Thüringer Schulen. Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz, 54, 349-356. DOI: 10.1007/s00103-010-1233-6

Wick, K., Brix, C., Bormann, B., Sowa, M., Strauß, B. & Berger, U. (2011). Real-world effectiveness of a German school-based intervention for primary prevention of anorexia nervosa in preadolescent girls. Preventive Medicine, 52, 152-158. doi:10.1016/j.ypmed.2010.11.022

Berger, U., Wick, K., Schwartze, D. & Strauß, B. (2010). Prävention von Essstörungen - vom Pilotprojekt zur Routinemaßnahme. Public Health Forum. Online publiziert 14. Okt 2010: DOI:10.1016/j.phf.2010.09.015

Berger, U. & Schick, A. (2009). Mit Barbie durch dick und dünn. Gehirn & Geist, 6, 46-52.

Berger, U. (2008). Essstörungen wirkungsvoll vorbeugen - Die Programme "PriMa", "TOPP" und "Torera" zur Prävention von Magersucht, Bulimie, Fressattacken und Adipositas. Stuttgart: Kohlhammer.

Berger, U., Bormann, B., Brix, C., Sowa, M. & Strauß, B. (2008). Evaluierte Programme zur Prävention von Essstörungen. Ernährung - Wissenschaft und Praxis, 2, 159-168. Abstract unter: http://dx.doi.org/10.1007/s12082-008-0165-0

Berger, U., Sowa, M., Bormann, B., Brix, C. & Strauß, B. (2008). Primary prevention of eating disorders: Characteristics of effective programs and how to bring them to broader dissemination. European Eating Disorders Review, 16, 173-183; available online: http://dx.doi.org/10.1002/erv.861

Berger, U., Ziegler, P., Strauß, B. (2008). PriMa für Barbie: Evaluation eines Programms zur Primärprävention von Magersucht bei Mädchen ab der 6. Klasse. Zeitschrift für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, 54, 32-45.

Berger, U., Joseph, A., Sowa, M. & Strauß, B. (2007). Die Barbie-Matrix: Wirksamkeit des Programms PriMa zur Primärprävention von Magersucht bei Mädchen ab der 6. Klasse. Psychotherapie, Psychosomatik, Medizinische Psychologie, 57(6),248-255. Berger, U. (2006). Primärprävention bei Ess-Störungen. Psychotherapeut, 51 (3), 187-196.

Weiterführende Informationen

Liste zuklappenProjektmaterialien

Flyer

Links

Projektbeschreibung auf der Homepage der Antragsteller:
www.mpsy.uniklinikum-jena.de/BMBF_Essst%C3%B6rungen.html
www.mpsy.uniklinikum-jena.de/PriMa___Co_.html

Heidelberger Präventionszentrum (Kooperationspartner für Vertrieb und Verbreitung):
www.h-p-z.de

Thüringer Essstörungsinitiative e. V., Link zum kostenlosen Download von Projektmaterialien: www.thessi.de

Download Schlussbericht unter:
http://edok01.tib.uni-hannover.de/edoks/e01fb10/625953053.pdf

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