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Effektivität der Beratung zur Jodsubstitution bei Schwangeren

Allgemeines

Förderkennzeichen BMBF

01EL0410

laufende Projektnummer

10

Kurzbeschreibung

Die Jodversorgung von Schwangere und Stillenden ist häufig nicht bedarfsgerecht. Vor diesem Hintergrund sowie der seit April 2004 nicht mehr gegebenen Verordnungsfähigkeit von jodhaltigen Präparaten aus präventiven Gründen sollte die Wirksamkeit der derzeit praktizierten Präventionsmaßnahme „Beratung“ entsprechend den Mutterschaftsrichtlinien untersucht werden.
An dem Forschungsprojekt nahmen 1.128 Wöchnerinnen in verschiedenen Regionen Deutschlands teil. Im Vordergrund standen Fragen zu Information und Beratung. Darüber hinaus wurde der aktuelle Jodstatus mittels Jod-im-Urin-Analyse erhoben. Ein zweiter Erhebungszeitpunkt wurde 1 Jahr post partum durchgeführt.

Ergebnisse & Fazit
Eine direkte Empfehlung zur Einnahme jodhaltiger Präparate in der Schwangerschaft erhielten 61 % der befragten Frauen. Eine ausdrückliche Empfehlung hat sich als der wesentlichste Einflussfaktor auf die Substitution erwiesen. 68% der befragten Frauen nahmen jodhaltige Präparate in der Schwangerschaft ein.
Für die Beratung und Information der Schwangeren zeigt sich eine signifikante Benachteiligung von Frauen mit niedriger Schulbildung. Frauen mit niedrigem Bildungsstand werden weniger informiert und beraten und substituieren entsprechend weniger.
Für die Stillzeit ist sowohl der Informations- als auch der Beratungsumfang deutlich geringer. Von den stillenden Frauen (die im Vergleich zu Schwangerschaft einen nochmals erhöhten Jodbedarf aufweisen) substituieren circa 50%.
Die Jodurie gilt als Parameter für die Jodversorgung. Nur in der Region München wird der für Schwangere und Stillende angestrebte Wert der medianen Jodurie von über 150 µg/l erreicht.

Die Forschungsergebnisse zeigen, dass zukünftig insbesondere die Beratung und Information von Stillenden und Schwangeren mit niedrigem Bildungsstand verbessert werden muss, da diese Gruppen von den bisherigen Präventionsmaßnahmen zur Sicherung der Jodversorgung nur höchstens zur Hälfte erreicht werden.

Um die Auswirkungen des Jodmangels auf die Gesundheit der Mütter und ihrer Kinder zu untersuchen bedarf es weiterer längsschnittlicher Studien.

Liste zuklappenKontaktdaten aller wissenschaftlicher Partner

Universität Osnabrück, FB8, Forschungsschwerpunkt Maternal and Child Health

Fachbereich Humanwissenschaften, Forschungsschwerpunkt Maternal and Child Health
Prof. Dr. Beate Schücking (Projektleitung); Silke Röhl Dipl. oec. troph. (FH), Dipl. Ghl. (wissenschaftliche Mitarbeiterin)
Albrechtstr. 28
49076 Osnabrück
Telefon: 0541-969-2559
Fax: 0541-969-2450
E-Mail: http://www.maternal-health.uos.de/


Klinikum München

Medizinische Klinik
Endokrinologisches Labor

Projektförderung

Beginn / geplanter Beginn: Oktober 2005 Ende / geplantes Ende: August 2009 BMBF-Förderphase 1

Institution/Institutionen des/der Präventionspartner?

  • Einrichtungen des Gesundheitssystems (z.Bsp. Krankenhaus, Arztpraxis, Ärztekammer)
  • Forschungseinrichtung
  • Sozialversicherung (z.B. Krankenkasse, Unfallkasse)

Bundesland / Bundesländer, in denen die Maßnahme statt findet

  • Bayern
  • Berlin
  • Hamburg
  • Niedersachsen

Projektbeschreibung

gesundheitsbezogener Schwerpunkt des Projekts

  • Ernährung
  • Sonstiges: Jodversorgung von Schwangeren und Stillenden

Liste zuklappenAusgangssituation und theoretischer Hintergrund der Studie

Vor dem Hintergrund des gesundheitlichen Einflusses einer bedarfsgerechten Jodversorgung auf den Schwangerschaftsverlauf, die fetale Entwicklung sowie die mütterliche und kindliche Schilddrüsengesundheit wird Schwangeren und Stillenden die Substitution von 100 bis 200 µg Jodid pro Tag empfohlen. Die Umsetzung ist jedoch problematisch und wenig untersucht.

Liste zuklappenHauptziele der Studie

Es wird die Beratungs- und Versorgungssituation zur Jodsubstitution von Schwangeren und Stillenden in verschiedenen Regionen Deutschlands untersucht. Forschungsfragen:

  1. Wie effizient werden derzeit schwangere Frauen und junge Mütter über den Jodbedarf in der Schwangerschaft und Stillzeit informiert?
  2. Wie effektiv ist die Umsetzung dieser Informationen, gemessen an der realen Jodversorgung (Jodgehalt des Urins) insgesamt und in unterschiedlichen Regionen Deutschlands?
  3. Gibt es bei den zu untersuchenden Zielgruppen (junge Mütter und Säuglinge) regionale Differenzen innerhalb Deutschlands in Bezug auf jodmangelbedingte Erkrankungen?
  4. Wie wirkt sich die Jodsubstitution auf Gesundheit und Wohlbefinden von Mutter und Kind im ersten postpartalen Jahr aus?
  5. Welche Frauen bilden Risikogruppen, bei denen innerhalb der Schwangerenvorsorge auf eine ausreichende Jodzufuhr verstärkt geachtet werden muss?

Liste zuklappenZielgruppe

Altersgruppe

  • Jugendliche und junge Erwachsene (15-25)
  • Menschen im mittleren erwerbsfähigen Alter (26-50)

Projekt richtet sich an

Mädchen / Frauen

Personengruppe

  • Bevölkerungsgruppen in risiko-erhöhten Lebensphasen

Methodik und Studiendesign

Ziele, die das Projekt verfolgt?

  • Ermittlung des Bedarfs
  • Identifikation von Zielgruppen
  • Zugangswege

Studiendesign

  • Beobachtend
  • Sonstiges : Multizenter-Studie

verwendete Methoden

  • Quantitative Methode: Standardisierte Befragung (Fragebogen/Interview)
  • Erhebung funktionaler und physiologischer Parameter
  • sonstiges : Jodstatus in Spontanurin mittels Cer-Arsenit-Methode

gemessene Outcomes?

  • Gesundheit: Intermediäre Verhaltenparameter
  • Kompetenz / Empowerment
  • Zugangswege
  • Akzeptanz / Zufriedenheit

Liste zuklappenBeschreibung von Methode und Vorgehensweise der Studie

In der multizentrischen Studie wurden 1128 Wöchnerinnen in zwei Erhebungszeitpunkten hinsichtlich der Beratung zur Jodsubstitution sowie der tatsächlichen Jodzufuhr während der Schwangerschaft und Stillzeit standardisiert in vier Regionen Deutschlands (Nord, Süd, Ost, Mitte) befragt. Während des stationären Wochenbetts wird der aktuelle Jodstatus anhand einer Spontanurinprobe ermittelt (Laboranalyse: Cer-Arsenit-Methode) (t1). In einer erneuten Befragung 1 Jahr postpartal werden Substitutionsangaben zur Stillzeit sowie maternale und kindliche Gesundheitsparameter erhoben (t2).

Ergebnisse und Praxistransfer

(vorläufige) Ergebnisse

Eine direkte Empfehlung zur Einnahme jodhaltiger Präparate in der Schwangerschaft erhielten 61 % der befragten Frauen. Eine ausdrückliche Empfehlung hat sich als der wesentlichste Einflussfaktor auf die Substitution erwiesen. Die Beratung zur Jodsubstitution ist - wenn sie durchgeführt wird - sehr effektiv: 9 von 10 Schwangeren nehmen bei erfolgter frauenärztlicher Empfehlung jodhaltige Präparate ein.
25% der befragten Frauen wurde zum Ende der Gravidität oder gar nicht zum Thema Jodbedarf informiert. 68% der befragten Frauen nahmen jodhaltige Präparate in der Schwangerschaft ein.
Für die Beratung und Information der Schwangeren zeigt sich eine signifikante Benachteiligung von Frauen mit niedriger Schulbildung. Frauen mit niedrigem Bildungsstand werden weniger informiert und beraten und substituieren entsprechend weniger.

Für die Stillzeit ist sowohl der Informations- als auch der Beratungsumfang deutlich geringer. Von den stillenden Frauen (die im Vergleich zu Schwangerschaft einen nochmals erhöhten Jodbedarf aufweisen) substituieren circa 50%.

Die Jodurie gilt als Parameter für die Jodversorgung. Nur in der Region München wird der für Schwangere und Stillende angestrebte Wert der medianen Jodurie von über 150 µg/l erreicht.Die Forschungsergebnisse zeigen, dass zukünftig insbesondere die Beratung und Information von Stillenden und Schwangeren mit niedrigem Bildungsstand verbessert werden muss, da diese Gruppen von den bisherigen Präventionsmaßnahmen zur Sicherung der Jodversorgung nur ungenügend erreicht werden.

Liste zuklappen(geplanter) Praxistransfer

weitere Präsentationen/Publikationen
Zielgruppe: Frauenärztliche Praxis, geburtshilfliche Kliniken

Liste zuklappenPublikationen

Röhl S, Schücking B, Schneider KTM (2006): Jodsubstitution und Jodstatus bei Wöchnerinnen. Eine multizentrische Studie. In: Geburtsh Frauenheilk 2006, Jg 67, Suppl 1: 118.

Röhl S, Schücking B, Schneider KTM (2007): Jodversorgung in der Schwangerschaft und Jodgehalt von Lebensmitteln. Beratungs- und Wissensdefizite bei Schwangeren. Zeitschrift für Geburtshilfe und Neonatologie, 211 Suppl 2: S153.

Röhl S, Schücking B, Schneider KTM (2007): Jodid-Substitutionspraxis. Unterschiede und Einfluss auf den Jodstatus von Wöchnerinnen. Zeitschrift für Geburtshilfe und Neonatologie, 211 Suppl 2: S153.

Schücking B, Röhl S, Schneider KTM (2007): Beratung zur Jodsubstitution in Schwangerschaft und Stillzeit. Welche Jod-Einnahme wir Schwangeren und Wöchnerinnen empfohlen? Zeitschrift für Geburtshilfe und Neonatologie, 211 Suppl 2: S121.

Röhl S, Schücking B (2008): Jodgehalte von Lebensmitteln. Einschätzungen von 1.200 Wöchnerinnen. Ergebnisse einer multizentrischen Studie. In: Aktuelle Ernährungsmedizin; 33: 148.

Röhl S, Schücking B (2008): Jodid-Substitution in der Schwangerschaft. Beratung und Einnahmepraxis. Ergebnisse einer multizentrischen Wöchnerinnen-Studie. In: Aktuelle Ernährungsmedizin; 33: 141.

Röhl S, Schücking B (2008): Wirksamkeit der frauenärztlichen Empfehlungen zur Jodid-Substitution. Ergebnisse einer multizentrischen Studie mit 1200 Wöchnerinnen. In: Geburtsh Frauenheilk, Jg 68: S79.

Röhl S, Schücking B (2008): Ärztliche Empfehlung zur Jodid-Substitution bei 1200 Schwangeren. Benachteilung von Schwangeren mit niedrigem Bildungsstand. In: Gesundheitswesen; 70: 460.

Röhl S, Schücking B (2009): Jodversorgung in der Schwangerschaft. Einfluss der ärztlichen Empfehlung und soziodemographischer Merkmale. Ergebnisse einer multizentrischen Studie mit 1128 Wöchnerinnen. In: Geburtshilfe und Frauenheilkunde, Band 2, Thieme Verlag; Stuttgart: 165

Röhl S (2009): Beratungs- und Versorgungssituation von Schwangeren und Stillenden. Aktuelle Tagungsberichte. Rundbrief Nr.26/09, Netz Netzwerk Frauen/Mädchen und Gesundheit Niedersachsen: 22-23.

Buchbeiträge:
Röhl S, Schücking B (2007): Identifikation von Versorgungsmängeln und Maßnahmen zur Sicherung der Versorgung mit Jod und Folsäure vor und in der Schwangerschaft. In: Kirch W, Badura B, Pfaff H (Hrsg.) Prävention und Versorgungsforschung. Springer Verlag: 807-818.

Röhl S, Schücking B (2010): Ergebnisse einer multizentrischen Studie mit 1128 Wöchnerinnen. In: Maier B, Braun C, Schuster D, Wegner A, Rauchfuß M (Hrsg.): Ver-bindung. Bindung, Trennung und Verlust in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Beiträge der 1. Drei-Länder-Tagung der DGPFG e.V., ÖGPGG und SAPGG. Mabuse-Verlag, Frankfurt am Main: 349-354.

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