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Projekt-Detailansicht

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Programmentwicklung und Evaluation präventiver Bewegungsfördermaßnahmen für Erwachsene mittleren Alters unter besonderer Berücksichtigung von Frauen aus sozial benachteiligten Schichten

Allgemeines

Förderkennzeichen BMBF

01EL0402

laufende Projektnummer

3

Kurzbeschreibung

"Bewegung als Investition in Gesundheit: Das BIG-Projekt“ ist Modellprojekt für Bewegungsförderung bei Frauen in schwierigen Lebenslagen, z.B. Frauen mit Migrationshintergrund, Empfängerinnen von staatlichen Transferleistungen oder Alleinerziehenden, in Erlangen gelaufen. BIG zielte darauf,
a) innovative Maßnahmen zur Gesundheitsförderung über Bewegung zu konzipieren und mit Präventionsanbietern umzusetzen sowie
b) innovative Evaluationsansätze zu realisieren.

In einem umfassenden Ansatz der Partizipation wurden mit BIG Maßnahmen zur verhaltens- und verhältnispräventiven Bewegungsförderung gemeinsam mit Frauen in schwierigen Lebenslagen, Experten aus dem Bereich der Gesundheitsförderung sowie der öffentlichen Verwaltung und politischen Entscheidungsträgern in einem intersektoralen Ansatz in den Settings Wohnquartier, Betrieb und Sportverein geplant und umgesetzt. Die Maßnahmen umfassten

  1. Bewegungsprogramme (z. B. Fitness- und Ausdauerkurse),
  2. Bewegungsgelegenheiten (z.B. Frauenbadezeit, Gesundheitsseminare)
  3. Ausbildung (als Übungsleiterinnen) und
  4. Etablierung nachhaltiger Strukturen für Gesundheitsförderung mit Frauen in schwierigen Lebenslagen vor Ort (z.B. Koordinationsstellen oder Projektbüros).

Die zur Anwendung gekommene qualitative und quantitative Evaluationsmethodologie bewertete sowohl Dimensionen der Programmentwicklung (z.B. Beteiligung der Zielgruppe) als auch Dimensionen der Programmwirksamkeit (die Wirkung auf Risikofaktoren, Gesundheit, Gesundheitsverhalten; die Wirkung auf soziale, organisatorische und politische Kapazitäten der Gesundheitsförderung und die ökonomische Wirksamkeit).

Liste zuklappenKontaktdaten aller wissenschaftlicher Partner

Universität Erlangen

Institut für Sportwissenschaft und Sport
Prof. Alfred Rütten (Projektleitung)
Gebbertstr.123b
91058 Erlangen
Telefon: 09131-8525000
Fax: 09131-8525002
E-Mail: alfred.ruetten@sport.uni-erlangen.de


Institute of Health Economics and Health Care Management Helmholtz Zentrum München German Research Center for Environmental Health (GmbH)

Dr. Jürgen John


Goethe-Universität Frankfurt/Main

Abteilung Sportmedizin
Prof. Winfried Banzer

Projektförderung

Beginn / geplanter Beginn: Januar 2005 Ende / geplantes Ende: Dezember 2008 BMBF-Förderphase 1

Institution/Institutionen des/der Präventionspartner?

  • Bildungseinrichtung
  • Ministerien und Einrichtungen auf Bundes-, Landes- oder kommunaler Ebene
  • Unternehmen
  • Verband
  • Verein

Bundesland / Bundesländer, in denen die Maßnahme statt findet

  • Bayern
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Nordrhein-Westfalen

Projektbeschreibung

gesundheitsbezogener Schwerpunkt des Projekts

  • Bewegung
  • Soziale Kompetenz

Liste zuklappenAusgangssituation und theoretischer Hintergrund der Studie

BIG steht für Bewegung als Investition in Gesundheit - und die aktuelle wissenschaftliche Beweislage verspricht in der Tat vielfältige Renditen: Vorbeugung von Herz-Kreislauf- Erkrankungen, Diabetes und Krebs, Vermeidung von Bluthochdruck und Übergewicht, Linderung von Beschwerden (z.B. bei Rückenschmerzen), Verbesserung des körperlichen und seelischen Wohlbefindens, Entwicklung von Selbstvertrauen und sozialer Unterstützung.
Allerdings sind die Chancen auf diese Renditen ungleich verteilt: Diejenigen in unserer Gesellschaft, die aufgrund ihrer Bildung, ihres Einkommens und günstiger Lebensbedingungen ohnehin über die besseren Gesundheitschancen verfügen, bewegen sich deutlich mehr als die anderen - und profitieren so am meisten vom gesundheitlichen Nutzen der Bewegung. Nach den Ergebnissen der Bundesgesundheitsberichte 1998 und 2003 liegt der Anteil derjenigen, die keinen Sport betreiben, in der Oberschicht bei ca. 30%, in der Unterschicht dagegen rund doppelt so hoch. Speziell Frauen der Unterschicht schneiden dabei am schlechtesten ab (ca. 65% sportlich Inaktive bei den 30-60-jährigen). Die Nichtbewegerstudie 2008 hat diese Ergebnisse bestätigt.

Liste zuklappenHauptziele der Studie

Das BIG-Projekt hat das Ziel, die Chancen von Frauen in schwierigen Lebenslagen zu verbessern, an den vielfältigen positiven Effekten von Bewegung teilzuhaben. Dass dies nicht einfach ist, zeigt ebenfalls ein Blick auf die vorliegenden wissenschaftlichen Studien, nach denen Bewegungsinterventionen mit sozial benachteiligten Gruppen bisher nur in den seltensten Fällen nachhaltige gesundheitsförderliche Wirkungen erzielt haben. Das ist die praktische Herausforderung von BIG: diejenigen für Bewegung als Investition für Gesundheit zu gewinnen, die es am nötigsten haben, aber am schwierigsten zu erreichen sind. Die nicht minder große wissenschaftliche Herausforderung besteht darin, innovative Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen, mit denen sich eine nachhaltige Bewegungsförderung mit Frauen in schwierigen Lebenslagen realisieren lässt und zugleich angemessene Evaluationsinstrumente zu erarbeiten, mit denen die Wirkungen dieser Maßnahmen zu erfassen sind.

Liste zuklappenZielgruppe

Altersgruppe

  • Menschen im höheren erwerbsfähigen Alter (51-65)
  • Menschen im mittleren erwerbsfähigen Alter (26-50)

Projekt richtet sich an

Mädchen / Frauen

Personengruppe

  • Sozial benachteiligte Personen

Die Maßnahme wird in folgendem Setting durchgeführt:

  • Betrieb
  • Region / Stadtteil / Nachbarschaft
  • Verein / Kirchengemeinde

Methodik und Studiendesign

Ziele, die das Projekt verfolgt?

  • (Weiter-)Entwicklung von Erhebungsinstrumenten
  • Entwicklung und/oder Erprobung von Interventionen
  • Zugangswege

Welche Intervention wurde durchgeführt?

  • Informationsveranstaltungen
  • Schulung / Kurs / Training
  • Sonstige verhältnisbezogene Maßnahmen

Studiendesign

  • Experimentell
    • Interventionsstudie
      • Ohne Kontrollgruppe

verwendete Methoden

  • Dokumentenanalyse
  • Quantitative Methode: Standardisierte Befragung (Fragebogen/Interview)
  • Qualitative Methode: Diskussionsrunde / Fokusgruppen, Leitfrageninterview, Beobachtung
  • gesundheitsökonomische Analyse
  • Erhebung funktionaler und physiologischer Parameter
  • sonstiges :

gemessene Outcomes?

  • Gesundheit: Lebensqualität, Intermediäre physiologische und funktionale Parameter, Intermediäre Verhaltenparameter
  • Kompetenz / Empowerment
  • Strukturbildung
  • Zugangswege

Liste zuklappenBeschreibung von Methode und Vorgehensweise der Studie

Im BIG-Projekt kommt in drei Settings – Betrieb, Sportverein, Wohnquartier – ein multidimensionaler Interventionsansatz zur Anwendung, der Paradigmen aus der Gesundheitsförderung, Sportwissenschaft, Sportmedizin und Gesundheitsökonomie integriert. Die Evaluation bezieht sich sowohl auf den gesamten Prozess der Projektentwicklung und -umsetzung (z.B. unter dem Aspekt der Beteiligung der Zielgruppe) als auch auf die spezifischen Maßnahmen der multidimensionalen Intervention.


Für die Evaluation der multidimensionalen Interventionen kam zum einen für die sportmedizinische und gesundheitsökonomische der standardisierten Bewegungsprogramme eine Längsschnittstudie zur Anwendung, bei der physiologische Tests und eine standardisierte Befragung der Teilnehmerinnen dieser Programme zur Erhebung von Veränderungen der Gesundheit und des Gesundheitsverhaltens und der gesundheitsökonomischen Wirkungen verwendet wurden.


Zum anderen wurde die soziale Wirksamkeit aller Dimensionen der Intervention über qualitative Methoden der Datenerhebung (Dokumentenanalyse, Beobachtung und qualitative Interviews) erhoben.Dabei wurden die Parameter (1) Teilhabe der Zielgruppe (reach), (2) soziale Kapazitäten auf individueller, sozialer und der community Ebene, (3) organisatorische und (4) politische Kapazitäten unterschieden.

Ergebnisse und Praxistransfer

(vorläufige) Ergebnisse

Es konnte eine Reihe von Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit der BIG-Zielgruppe verwirklicht werden, die gerade in der Verbindung von verhaltens- und verhältnispräventiver Ausrichtung der verschiedenen Maßnahmen innovativen Charakter haben. Die Längsschnittuntersuchung zeigt, dass Frauen in schwierigen Lebenslagen mit den BIG Bewegungsaktivitäten erreicht wurden (Reach). Wirkungen auf physiologische Gesundheitsparameter (Blutdrucksenkung und Erhöhung der Herzfrequenzvariabilität) und Wirkungen auf das Gesundheitsverhalten (Steigerung der körperlichen Aktivierung) wurden nachgewiesen. Die qualitative Datenerhebung zeigt u.a. Wirkungen hinsichtlich Empowerment der Frauen auf individueller, organisatorischer und kommunaler Ebene.
In der auf Gesundheitsparameter bezogenen medizinische Evaluation ist es gelungen, das Evaluationsinstrumentarium – auch unter Berücksichtigung partizipativer Methoden bei der Entwicklung des Evaluationsdesigns– auf die Bedingungen und Bedürfnisse der Zielgruppe abzustimmen. Speziell wurden nur nichtinvasive Untersuchungsverfahren eingesetzt, die sich zudem auch in den ausgewählten Parametern (wie z.B. der Messung der Herzfrequenzvariabilität als Indikator für psychosozialen Stress) als kompatibel mit anderen BIG-Evaluationsansätzen erwiesen. Die in BIG durchgeführte Evaluation der Wirkungen der Assets-Analyse und der Analyse von Policy Optionen auf die Projektimplementierung ist in dieser Form erstmalig in Public Health methodologisch konzipiert und realisiert worden. Die Assets Evaluation hat dabei u.a. zu neuen Erkenntnissen über die Rolle von „social catalysts“ für die Erreichung von sozial benachteiligten Zielgruppen geführt. Die Bedeutung von partizipativen Evaluationsansätzen wird schon seit geraumer Zeit betont, aber auch von der Gesundheitsförderungspolitik wird die Beteiligung von Zielgruppen und anderen Stakeholdern an der Analyse und Bewertung von Projektwirkungen zunehmend gefordert. In BIG konnten eine Reihe neuer Erkenntnisse zu spezifischen methodologischen Aspekten partizipativer Evaluation gewonnen werden.

Liste zuklappen(geplanter) Praxistransfer

Auf der lokalen Ebene der Stadt Erlangen ist BIG inzwischen nachhaltig in den Strukturen der Stadtverwaltung verankert und wirkt so in weitere Bereiche der Stadtpolitik hinein.

Auf der Landesebene (Bayern) wurde BIG z.B. durch das Gesundheitsministerium als innovatives Modell für den Empowerment-Ansatz in der Gesundheitsförderung geführt und der Transfer von BIG in andere bayrische Städte wird vom Freistaat gefördert (Projekt BIGff, BIG.Bayern). Gegenwärtig wird das BIG.Manual als Handbuch für die Praxis konzipiert und die eigenständige Umsetzung durch Kommunen in Bayern erprobt.


Auf der nationalen Ebene hat das Bundesgesundheitsministerium BIG z.B. in den Nationalen Aktionsplan für Ernährung und Bewegung als innovativen Ansatz integriert und ebenfalls den BIG-Transfer in andere Bundesländer integriert (Projekte BIGGER, BIGGERt). Nach Ablauf der Projektförderung ist es überwiegend gelungen, die Projektangebote in lokalen Strukturen zu verankern.

Das ISS arbeitet darauf hin, den BIG-Ansatz weiter zu disseminieren.

Liste zuklappenPublikationen

Frahsa A, Rütten A, Abu-Omar K, Wolff A (2011). Movement as Investment for Health: Integrated evaluation in participatory physical activity promotion among women in difficult life situations. Global Health Promotion 18, 31-33.

Rütten A, Frahsa A (2011). Bewegungsverhältnisse in der Gesundheitsförderung: Ein Ansatz zur theoretischen Konzeptualisierung mit exemplarischer Anwendung auf die Intervionspraxis. Sportwissenschaft 41(1), 16-24.

Grimm, I. (2010): Bewegung als Investition in Gesundheit: Das BIG-Projekt. In: BZgA (Hrsg.): Gesundheitsförderung konkret, Band 5. Kriterien guter Praxis in der Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten. S. 194-201. Köln

Röger, U., Rütten A., Frahsa A., Abu-Omar, K. & Morgan, A. (accepted). Differences in individual empowerment outcomes of socially disadvantaged woman: effects of mode of participation and structural changes in a physical activity promotion program. International Journal of Public Health.

Rütten, A., Abu-Omar, K., Seidenstücker, S. & Mayer, S. (2010). Strengthening the assets of women living in disadvantaged situations: The German experience. In Morgan, A., Davies M., & Ziglio, E. (Hrsg.). Health Assets in a Global Context. Theory, methods, action, 197-221. New York u.a.: Springer.

Rütten, A., Abu-Omar, K., Frahsa, A., Morgan, A. (2009). Assets for policy-making in health promotion. A case study. Social Science and Medicine 69: 1667-1673.

Rütten A, Röger U, Abu-Omar K, Frahsa A. (2009) Assessment of organizational readiness for health promotion policy implementation: Test of a theoretical model, Health Promotion International 2009 24(3): 243-251.

Rütten, A., Röger, U., Abu-Omar, K, Frahsa, A. (2008). Empowerment von Frauen in sozial benachteiligten Lebenslagen: Das BIG- Projekt. Gesundheitswesen 70: 742-747.

Rütten, A., Abu-Omar, K., Levin, L., Morgan, A., Groce, N., Stuart, J. (2008). Research note: social catalysts in health promotion implementation. Journal of Epidemiology and Community Health 62, 560-565.

Rütten, A. (2006). Beyond sport and physical activity: the concept of movement in health promotion. Sozial- und Präventivmedizin 51, S. 252-253.

Rütten A, Abu-Omar K, Seidenstücker S, Mayer S. Movers for Health - Concept and Use of Assets in Promoting Healthy Behavior. Morgan A, Ziglio E (ed.): Health Assets. WHO (in print).

Weiterführende Informationen

Liste zuklappenProjektmaterialien

1. BIG Newsletter - Partizipation
2. BIG Newsletter - Interventionen
3. BIG Newsletter - Transfer
4. BIG Newsletter - Nachhaltigkeit und Weiterentwicklungen

5. BIG Newsletter - Neue Entwicklungen

Flyer Manual

Links

www.big-projekt.de
http://www.euro.who.int/socialdeterminants/socmarketing/20070813_2

Logo des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

Logo der Medizinischen Hochschule Hannover

Logo des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf

Logo der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung