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Multimodale Optimierung der Versorgung von Säuglingen mit mehrfach ungesättigter Fettsäure mit der Beikost - psychologische und sensorische Begleitstudien

Allgemeines

Förderkennzeichen BMBF

0315680A

Kurzbeschreibung

Im Gegensatz zum Thema Stillbereitschaft oder Einführung von Beikost existieren kaum Forschungsergebnisse bezüglich der Beikostauswahl und der betreffenden Einstellungen der Mutter. So haben Fokusinterviews gezeigt, dass Mütter eher befürchten, ihre Kinder könnten zu wenig als zuviel essen. Diese Befürchtungen schlagen sich häufig in einer verfrühten Zufütterung und der Auswahl von als schmackhaft für das Kind angenommenen Nahrungsmitteln nieder.

Neueste Studien haben gezeigt, dass die Exposition gegenüber einer geschmacklich variationsreichen Gemüseauswahl in der Beikost die Akzeptanz von Gemüse, aber auch von neuen Lebensmitteln generell, bis in das Kindesalter erhöht. Eine wiederholte Darbietung von verschiedenen Geschmackseindrücken (mere exposure effect) führt zu einer Präferenzsteigerung.

Die Gewöhnung an Nahrungsmittel kann über die Einstellungen der Mutter und ihr Steuerungsverhalten in der Essenssituation erreicht werden. Mittlerweile konnten in der Forschung verschiedene Steuerungsstile von Eltern differenziert werden, die sich auf das Ernährungsverhalten der Kinder auswirken.

In den Studien wurde nicht explizit auf die Akzeptanz von Fisch mit Bezug zu einer fettsäureoptimierten Beikost bei Säuglingen fokussiert. In dieser Studie sollen daher mütterliche Steuerungsstile in Zusammenhang mit der Beikost, insbesondere mit Fisch, identifiziert und untersucht werden.

Liste zuklappenKontaktdaten aller wissenschaftlicher Partner

Universität Potsdam

Institut für Psychologie
Prof. Petra Warschburger
Karl-Liebknecht-Str. 24-25
14476 Golm
Telefon: 0331/977-2874 (Sekr.)
Fax: 0331/977-2794
E-Mail: warschb@rz.uni-potsdam.de


Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE)

Priv.Doz.Dr. Mathilde Kersting

Projektförderung

Beginn / geplanter Beginn: August 2010 Ende / geplantes Ende: Dezember 2013

Institution/Institutionen des/der Präventionspartner?

  • Einrichtungen des Gesundheitssystems (z.Bsp. Krankenhaus, Arztpraxis, Ärztekammer)

Bundesland / Bundesländer, in denen die Maßnahme statt findet

  • Berlin
  • Brandenburg
  • Nordrhein-Westfalen

Projektbeschreibung

gesundheitsbezogener Schwerpunkt des Projekts

  • Ernährung

Liste zuklappenAusgangssituation und theoretischer Hintergrund der Studie

Die Kenntnisse über die Auswirkungen von Geschmackswahrnehmungen in ‚sensiblen’ Phasen der frühen Kindheit auf die Prägung von Geschmackspräferenzen sind in den letzten Jahren erheblich erweitert worden. Bereits pränatal nimmt der Fetus über das Fruchtwasser und postnatal über die Muttermilch Geschmacksstoffe aus der Nahrung der Mutter und damit aus seinem späteren Ernährungsumfeld wahr. Intensive Geschmackswahrnehmungen
mit aromatisierter oder stark hydrolysierter Säuglingsnahrung lassen sich
noch im Kindes- und sogar im Erwachsenenalter in entsprechenden Geschmackspräferenzen nachweisen.
Neueste Studien haben gezeigt, dass die Exposition gegenüber einer geschmacklich variationsreichen Gemüseauswahl in der Beikost die Akzeptanz von Gemüse, aber auch von neuen Lebensmitteln generell, bis in das Kindesalter erhöht. Verglichen mit Eltern in Frankreich sind Eltern in Deutschland gegenüber einer variantenreicheren Gemüsebeikost reserviert. Die Akzeptanz von Fisch oder anderen Lebensmitteln mit Bezug zu einer fettsäureoptimierten Beikost wurde unseres Wissens bisher noch nicht untersucht.

Liste zuklappenHauptziele der Studie

Hauptziel der psychologisch-sensorischen Teilstudie ist die Verifizierung einer frühkindlichen Geschmacksprägung am Beispiel des Fischverzehrs sowie die
Untersuchung des Einflusses elterlicher Einstellungen und Steuerungsstile. Langfristig soll so die Bereitstellung evaluierter Strategien zur Förderung des kindlichen Fischverzehrs bzw. der fettsäureoptimierten Beikost sicher gestellt werden. Dazu sollen mütterliche Einstellungen gegenüber Ernährungsparametern sowie eigene Geschmackspräferenzen multimodal erfasst und in ihrem Einfluss auf den Konsum der fettsäureoptimierten Beikost untersucht werden. Gleichzeitig soll eine Analyse des Einflusses elterlicher Steuerungsstrategien auf die Akzeptanz und den Konsum von fettsäureoptimierter Beikost erfolgen.

Liste zuklappenZielgruppe

Altersgruppe

  • Säuglinge (0-1)

Projekt richtet sich an

nicht geschlechtsspezifisch

Die Maßnahme wird in folgendem Setting durchgeführt:

  • Familie / Haushalt

Methodik und Studiendesign

Ziele, die das Projekt verfolgt?

  • (Weiter-)Entwicklung von Erhebungsinstrumenten
  • Entwicklung und/oder Erprobung von Interventionen

Welche Intervention wurde durchgeführt?

  • Sonstiges

Studiendesign

  • Experimentell
    • Interventionsstudie
      • Mit Kontrollgruppe

verwendete Methoden

  • Quantitative Methode: Standardisierte Befragung (Fragebogen/Interview), Beobachtung
  • Erhebung funktionaler und physiologischer Parameter

gemessene Outcomes?

  • Gesundheit: Intermediäre Verhaltenparameter
  • Kompetenz / Empowerment

Liste zuklappenBeschreibung von Methode und Vorgehensweise der Studie

In Repräsentativbefragungen von Müttern 0-3-jähriger Kinder sollen zunächst Informationen über mütterliche Einstellungen, Selbstwirksamkeit- und Handlungsergebniserwartung zu kindlichen Fischkonsum, die zur Anwendung kommenden Steuerungsstrategien sowie das kindliche Essverhalten gesammelt werden. Weiterhin sollen diese Untersuchungen der Instrumentenkonstruktion für die Befragungen im Interventionsverlauf dienen.

Während der kontrollierten Interventionsstudie erfolgt eine zweimalige Elternbefragung (kindliches Alter 4-6 und 10 Monate) zu den oben bereits beschriebenen Konstrukten. Außerdem erfolgt zu beiden Messzeitpunkten ein Sensoriktest, bei dem die kindliche Fischakzeptanz sowie der Einfluss der Interaktion zwischen Mutter und Kinder während der Fütterung analysiert werden soll.

Ergebnisse und Praxistransfer

(vorläufige) Ergebnisse

Anhand zweier Repräsentativbefragungen (mit insgesamt 3000 Müttern 0-3-jähriger Kinder) wurden erste Skalen zur mütterlichen Selbstwirksamkeits- und Handlungsergebniserwartung sowie der elterlichen Steuerung im Säuglingsalter bezüglich des kindlichen Fischkonsums validiert. Inhaltlich zeigte sich, das die mütterlichen Einstellungen zum Fischkonsum sowohl vom sozialen Status der Mutter als auch ihrem eigenen Fischverzehr abhängen.

Weiterhin wurde in Vorbereitung auf die Sensorikmessungen eine Pilottestung mit 10 Kindern (6-14 Monate) zur Erprobung einer geeigneten Methode zur Erfassung der kindlichen Akzeptanz fischhaltiger Beikost durchgeführt. Hierbei zeigte sich, das alle Kinder den fischhaltigen Brei gut akzeptierten, obwohl sie bisher noch keinen Fisch bekommen hatten. Zur Analyse der kindlichen Akzeptanz wurde weiterhin auf Grundlage der Beobachtungsdaten ein Kategoriesystem entwickelt.

Liste zuklappen(geplanter) Praxistransfer

Die zu erwartenden Ergebnisse des Projektes ermöglichen eine Steigerung der kindlichen Präferenz für Fisch, indem eine frühzeitige Prägung auf Fisch durch die Eltern zugelassen wird. Eine Etablierung präventiver Angebote kann über die Kenntnisse der elterlichen Einstellungen gegenüber Fisch in der Beikost sowie über die Erkenntnisse aus der Interventionsstudie erreicht werden. Diese Ergebnisse ermöglichen eine Erhöhung des Konsums sowie eine adäquate Versorgung von LC-PUFA.

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