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GKV-KNP-Workshop
„Familie, Kinder und Jugendliche“

4. März 2013 in Berlin

Die Kooperation für nachhaltige Präventionsforschung (KNP) organisierte im März 2013 in Berlin in Zusammenarbeit mit dem GKV-Spitzenverband einen Workshop für Vertreterinnen und Vertretern der Krankenkassen. Nach der guten Resonanz des ersten Workshops zum Thema „Betriebliche Prävention und Gesundheitsförderung“ im September 2012 sollte auch dieser Workshop zum Thema „Familie, Kinder und Jugendliche“ gezielt die Kontaktherstellung zwischen Präventionsanbietern und den Projektvertretern des Förderschwerpunktes Präventionsforschung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ermöglichen.

Forschungsprojekte
Vier Forschungsprojekte stellten ihre Ergebnisse vor, darüber hinaus konnten durch direkten und persönlichen Austausch zwischen den Beteiligten Möglichkeiten der Übernahme von wissenschaftlich erprobten Präventionsangeboten in die Praxis diskutiert werden.

Evaluation eines Mentorenprojekts im Grundschulalter zur Prävention von gesundheitsgefährdendem Verhalten bei sozial benachteiligten Schülerinnen und Schülern
Prof. Dr. Hildegard Müller-Kohlenberg
Das ehrenamtliche Mentorenprojekt „Balu und Du“ hat zum Ziel, Grundschulkinder aus sozial benachteiligten Familien individuell durch die Bereitstellung eines ehrenamtlichen Mentors/ einer Mentorin in ihrer Entwicklung zu fördern und ihnen durch informelles Lernen im Alltag wichtige Kompetenzen zu vermitteln. Im Rahmen der Interventionsstudie wurde die Wirksamkeit der Begleitung auf die Verbesserung des Gesundheitsverhaltens untersucht. In Vorläuferstudien konnten bereits deutliche Effekte in Hinblick auf die Verbesserung des Sozialverhaltens der Kinder ermittelt werden.


Evaluation und Wirkungsnachweis der Programme „PriMa“ und „Torera“ zur Primärprävention von Ess-Störungen bei Schülerinnen ab dem 6. Schuljahr
PD Dr. Uwe Berger
Die schulbasierten Primärpräventionsprogramme „PriMa“ und „Torera“ haben das Ziel, Jugendliche, Eltern und Lehrer zu befähigen, der Entwicklung von Essstörungen und krankhaftem Übergewicht vorzubeugen. In manualisierten Unterrichtslektionen werden die entsprechenden Kompetenzen vermittelt. Dabei konnte im Rahmen der Evaluation die Wirksamkeit in Bezug auf eine Verbesserung des Essverhaltens und des Körperselbstwert bei Mädchen und Schülern der Risikogruppen festgestellt werden


Evaluation von PALME - Präventives Elterntraining für alleinerziehende Mütter geleitet von ErzieherInnen
Prof. Dr. Matthias Franz
Zielgruppe des strukturierten, emotionszentrierten Elterntrainings sind alleinerziehende Mütter mit Kindern im Vorschulalter, die überproportional hohen psychosozialen Belastungen ausgesetzt sind. Im Rahmen der prospektiven randomisierten, kontrollierten Studie wurde die Wirksamkeit des Trainings auf psychischen und psychosomatischen Belastungsmaße der Mutter sowie des kindlichen Problemverhaltens untersucht. Dabei zeigte sich eine nachhaltige Verbesserung der psychischen Beeinträchtigungen (u.a. Depressionen) sowie der emotionalen Kompetenzen der Mütter.


Förderung der seelischen Gesundheit/ Resilienz in Kindertageseinrichtungen in Quartieren mit besonderen Problemlagen
Prof. Dr. Fröhlich-Gildhoff
Es wurde ein Präventionskonzept zur Förderung der seelischen Gesundheit in Kindertageseinrichtungen implementiert, das auf den Ebenen: Weiterbildung und Supervision der Fachkräfte, Kurse für Kinder, Beratung und Kurse für Eltern und Vernetzung im Sozialraum ansetzt. Die Schaffung neuer niedrigschwelliger Strukturen soll die Inanspruchnahme von präventiven Leistungen erleichtern sowie eine Verbindung zwischen Gesundheits- und Bildungsförderung realisiert. Das Programm erwies sich in der Evaluation als wirksam.


Fazit des Workshops
Die verschiedenen Projekte wurden angeregt diskutiert und es spiegelte sich das große Interesse der Krankenkassen am Thema „Familie, Kinder und Jugendliche“ wieder. Kritisch hinterfragt wurde unter anderem eine mögliche Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen, wenn die expliziten Projektziele neben Gesundheit auch den Bereichen: Bildung, allgemeine Lebenskompetenz oder Jugendhilfe zugehörig sind. Alle Teilnehmer waren sich darin einig, dass zukünftig der Praxistransfer bis hin zur Umsetzung in der Regelversorgung auf kommunaler Initiative basieren sollte. Mit Vertretern der Bereiche Bildung, Kinder- und Jugendhilfe, Gesundheitsämtern, kommunalen Anbietern und Krankenkassen lassen sich Fragen der Kostenübernahme dann anteilig gestalten und aushandeln. Neben dieser Vision, die in einigen wenigen Kommunen Deutschlands schon langsam Gestalt annimmt, wurden die Pausen für konkrete Verabredungen zwischen einigen Forschungsvertretern mit Verantwortlichen der Krankenkassen genutzt.
Alle Teilnehmer des GKV-KNP-Workshops waren sich schließlich einig, dass dieser Tag ein sehr gewinnbringender im Sinne von Kontaktanbahnung und Wissenserwerb war.

Bei Interesse an weiteren evaluierten Präventionsangeboten aus dem BMBF-Förderschwerpunkt „Präventionsforschung“ kann unter www.knp-forschung.de auf eine umfangreiche Datenbank und nützliche Informationen zurückgegriffen werden.


Hintergrundinformation:
Das BMBF richtete von 2004-2012 erstmals einen Förderschwerpunkt Präventionsforschung ein, in dem 60 Projekte zur primären Prävention und Gesundheitsförderung sowie das Meta-Projekt „Kooperation für nachhaltige Präventionsforschung“ (KNP) gefördert werden/wurden. Mit dem Förderschwerpunkt wurden bislang vernachlässigte Zielgruppen (z.B. Kinder und Jugendliche, ältere Menschen, Migrantinnen und Migranten) in der Primärprävention und Gesundheitsförderung explizit adressiert. Es wurden Maßnahmen konzipiert und hinsichtlich ihrer (Kosten-)Effektivität überprüft, Zugangswege zu einer Zielgruppe oder einer Lebenswelt erprobt sowie Konzepte der Qualitätssicherung weiter entwickelt. Die Projekte sollten zudem einen innovativen Beitrag zur Weiterentwicklung der Methodik leisten. Im Rahmen des Meta-Projekts „Kooperation für nachhaltige Präventionsforschung“ (KNP) werden Ergebnisse des Förderschwerpunkts zusammengeführt. Ziel ist es, die Akteure aus Politik, Praxis und Wissenschaft stärker zu vernetzen, um den Praxistransfer der Präventionsangebote wirksamer zu gestalten.

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