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MAN-GO!

Erfolgreiche Stressbewältigung im Betrieb

Ständig wachsende Anforderungen in der Arbeitswelt und steigende Jobunsicherheit bedingen eine wachsende Stressbelastung am Arbeitsplatz. Mehr als die Hälfte aller berufstätigen Menschen in der EU erlebt negativen Stress am Arbeitsplatz1. Zusammenhänge zwischen Arbeitsstress und der Entwicklung psychischer wie auch körperlicher Erkrankungen sind wissenschaftlich belegt. Allein der durch psychische Erkrankungen bedingte Produktionsausfall wird in Deutschland aktuell mit 3,3 Milliarden €  beziffert (BKK 2009). Vor diesem Hintergrund werden Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Motivation der Mitarbeiterschaft zu entscheidenden Wettbewerbsfaktoren für Unternehmen.

Finanziert durch das BMBF und finanziell und organisatorisch unterstützt durch die MAN Nutzfahrzeuge AG startete 2006 bei der MAN Nutzfahrzeuge AG (Werk München) das Präventionsprojekt „MAN-GO!“.

Im Rahmen des 3-jährigen interdisziplinären Forschungsvorhabens  (Arbeitsmedizin, Psychosomatik) wurde produktionsnahen Führungskräften die Teilnahme an einem Stressbewältigungs-Training am Arbeitsplatz angeboten. Begleitend fand ein jährlicher „Gesundheits-Check“ mit Befundrückmeldung und Lebensstilberatung statt.
In den Trainings wurde v.a. an der Verbesserung individueller Stressbewältigungsfähigkeiten und der Förderung sozialer Ressourcen gearbeitet. Neben einer Analyse der Stressursachen, wurde dabei besonders auf eine verbesserte Wahrnehmung körperlicher Anspannung, den Abbau unrealistischer Kontrollbestrebungen, Konfliktbewältigung und einen bewussteren Umgang mit negativen Gefühlen Wert gelegt.

In einem hochwertigen Studiendesign (randomisiertes Warte-/Kontrollgruppendesign) konnte ein nachhaltiger positiver Effekt des Stressbewältigungstrainings auf die Stressanfälligkeit belegt werden [1, 2]. Die Trainings förderten Gruppengefühl, Einfühlungsvermögen und soziale Netzwerkbildung unter den Teilnehmern und trugen zu besserem gegenseitigem Verständnis bei.  

Zudem zeigte sich in der Gesamtgruppe ein günstiger Einfluss auf Lebensstil (Zunahme der sportlichen Aktivität, Reduktion des täglichen Zigarettenkonsums) und Herz-Kreislauf-Gesundheit (Blutfette, Blutdruck).

Durch Rückmeldung der in den Trainings häufig genannten Arbeitsbelastungen an die Unternehmensleitung konnten auch strukturelle Veränderungen im Betrieb angestoßen werden: So wurden beispielsweise ein Pilotprojekt zur psychischen Gefährdungs- und Belastungsanalyse auf den Weg gebracht, Gesundheitszirkel initiiert und das Fortbildungsangebot um Seminare zu „gesundem“ Führungsstil erweitert.


Fazit
Das Projekt stieß sowohl bei den Teilnehmern als auch im Management auf sehr positive Resonanz. MAN-GO! ist „Gesprächsthema“ im Betrieb, Vorgesetzte wirken als Beispiel und haben Multiplikatorfunktion, Mitarbeiter spornen sich gegenseitig an und berichten auch von einer Breitenwirkung außerhalb des Betriebs.
Die ermutigenden Studienergebnisse und die positive Resonanz sowohl bei Teilnehmern als auch im Management trugen dazu bei, dass Stressprävention auch weiterhin bei der MAN Nutzfahrzeuge AG in München ein wichtiges Ziel auf der Unternehmensagenda ist.


Publikationen

  1. Limm H, Angerer P, Heinmüller M, Marten-Mittag B, Nater UM, Gündel H: Self-perceived stress reactivity is an indicator of psychosocial impairment at the workplace. BMC Public Health 2010, 10:252
  2. Limm H, Gündel H, Heinmüller M, Marten-Mittag B, Nater UM, Angerer P: Stress-Management interventions in the workplace improve perceived stress reactivity: a randomized controlled trial. Journal of Occupational Health Psychology 2010 (in press)


Wissenschaftliche Begleitung und Evaluation:

Prof. Dr. Harald Gündel
Universitätsklinikum Ulm
Zentrum für psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Am Hochsträß 8
89081 Ulm

PD Dr. Peter Angerer
Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial-, und Umweltmedizin
Ziemssenstr. 1
80336 München

Ansprechpartnerin:

Dr. Mechthild Heinmüller
Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin
Klinikum der Universität München
Ziemssenstr. 1
80336 München


Hier finden Sie das Präventionsprojekt "MAN-GO!" in der KNP-Projektdatenbank.


1Europäische Agentur für Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit


Quelle: Dr. Mechthild Heinmüller

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