Wir setzen auf dieser Website Cookies ein. Diese dienen dazu, Ihnen Servicefunktionen anbieten zu können sowie zu Statistik- und Analysezwecken (Web-Tracking). Weitere Informationen dazu und die Widerspruchsmöglichkeit zum Web-Tracking finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Kreisdiagramm mit Pfeilen

Logo KNP

Seiteninhalt

Was hindert und erleichtert Eltern
den Zugang zu Präventionsangeboten?

Bereits im Kindes- und Jugendalter stellt Übergewicht bzw. Adipositas das dringlichste Gesundheitsproblem dar - einerseits wegen seiner nahezu epidemischen Verbreitung, andererseits wegen der zahlreichen damit verbundenen Folgeerkrankungen. Dies und die begrenzten Effekte von Gewichtsreduktionsprogrammen unterstreichen die Notwendigkeit von effektiven Präventionsprogrammen. Leider werden existierende Programme oftmals nicht in Anspruch genommen, gerade Risikogruppen werden nicht erreicht. Welche Überzeugungen und Wahrnehmungen der Eltern können dies erklären? Hierzu wurden 219 Mütter mit Vorschulkindern (im Alter zwischen 3 bis 6 Jahren) untersucht. Rund 50% der Mütter waren selbst übergewichtig und etwa ein Drittel wies ein Einkommen unterhalb der Armutsgrenze auf. Bereits 19% der Vorschulkinder waren übergewichtig.

Generell lässt sich festhalten, dass nur ein geringer Prozentsatz der Mütter eine Notwendigkeit für präventives Handeln sah. Rund 77% der Mütter würden im nächsten halben Jahr nicht an einem Präventionsprogramm teilnehmen, wobei die Bereitschaft bei Müttern mit einem bereits übergewichtigen Kind höher war. Die Teilnahmebereitschaft stieg deutlich an, wenn sie vom Arzt auf die Notwendigkeit einer solchen Programmteilnahme bzw. auf vorliegendes Übergewicht bei ihrem Kind hingewiesen würden.

Sind die Mütter überhaupt in der Lage, Übergewicht als solches zu erkennen und dieses auch als Gesundheitsrisiko wahrzunehmen? Hierzu wurden den Eltern Körpersilhouetten, die unterschiedliche Gewichtsgruppen repräsentieren, vorgelegt. 40% der Eltern hatten Schwierigkeiten die übergewichtigen Silhouetten korrekt zu erkennen - Mütter mit einer geringeren Bildung und solchen mit einem geringeren Einkommen fiel dies 3 bis 4mal so schwer als solche mit höherer Bildung bzw. Einkommen. Diese Aufgabe wurde noch schwerer, wenn sie den Gewichtsstatus ihres eigenen Kindes einschätzen sollten: Rund 60% aller Mütter waren dazu nicht in der Lage, vor allem übergewichtige Mütter und Mütter mit einem bereits übergewichtigen Kind. Barrieren, die gegen eine Programmteilnahme sprechen, wurden vor allem im organisatorischen und finanziellen Bereich gesehen, aber rund 20% der Mütter bezweifelte auch die Umsetzbarkeit der Vorschläge und ca. 36% befürchtete nichts Neues zu erfahren. Generell zeigte sich jedoch, dass die Mütter mehr positive als negative Erwartungen an die Programmteilnahme knüpften. Darüber hinaus zeigte sich, dass die Mütter sich als relativ kompetent im Umgang mit möglichen Barrieren, die einer Programmteilnahme entgegenstehen (wie z.B. der Partner „zieht nicht mit“), einschätzten - vor allem, wenn sie selbst bereits übergewichtig waren.

Die Einschätzung des Gewichtsstatus von Vorschulkindern fällt vielen Mütter schwer. Auch wird das gesundheitliche Risiko, das mit Übergewicht verbunden ist, häufig unterschätzt. Die Rückmeldung vom Arzt zum aktuellen Gewichtsstatus des Kindes, aber auch zum Gefährdungspotential, scheint vielversprechend, um die Teilnahmebereitschaft von Eltern für Präventionsprogramme zu erhöhen.


Kontakt:
Prof. Dr. P. Warschburger
Universität Potsdam
Institut für Psychologie
warschb@uni-potsdam.de

Hier finden Sie ausführliche Informationen in der KNP-Projektdatenbank

weitere Projekte von Prof. Warschburger im Förderschwerpunkt: Soziokulturelle Faktoren und Essstörungen im Jugendalter - Evaluation eines schulbasierten Präventionsprogramms


Quelle: Prof. Dr. P. Warschburger

Logo des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

Logo der Medizinischen Hochschule Hannover

Logo des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf

Logo der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung