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Aktivitäten der AG Methoden

wie bereits im Dezember angekündigt möchte die AG Methoden im Fachbereich Prävention der DGSMP Sie ganz herzlich zum Methodenworkshop „Sekundärdatenanalyse in der Präventionsforschung“ am 15. März 2013 in Hamburg einladen.

Die Analyse von Sekundärdaten, so z.B.  von Daten der gesetzlichen Krankenkassen oder GBE der Länder hat in den letzten Jahren in der Versorgungsforschung an Bedeutung gewonnen. Die wissenschaftliche Nutzung dieser Daten in der Präventionsforschung steht hingegen noch am Anfang, obgleich hierin eine Möglichkeit besteht methodisch die häufig kleineren Stichproben in Evaluationen von Maßnahmen sinnvoll zu ergänzen.

Vor diesem Hintergrund möchten wir Sie dazu einladen, Einblicke in die Möglichkeiten und methodischen Standards der Sekundärdatenanalyse in der Präventionsforschung zu erhalten. Gemeinsam mit Dr. Enno Swart, Institut für Sozialmedizin an der  Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, sollen folgende wichtige Fragen diskutiert und in thematischen Arbeitsgruppen vertieft werden:

Die Veranstaltung findet statt im
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Institut für Medizinische Psychologie (W26)
Martinistraße 52
20246 Hamburg

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an Frau Dr. Silke Pawils, Leitung der AG-Methoden, Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie (s.pawils@uke.de, 040/ 7410-53995). Ihre verbindliche Anmeldung mit Ihren Kontaktdaten schicken Sie bitte formlos per Mail bis 02.02.2013 an Dipl.-Psych. Anke Schwinn aschwinn@uke.de .

Wir freuen uns, Sie am 15. März in Hamburg begrüßen zu dürfen! (Einladung als PDF)


vergangene Veranstaltungen:

AG Methoden auf der DGSMP-Tagung am 13. September 2012

Workshop "Evaluationen in der Präventionsforschung - Diskussion methodischer Fragen"

Im Bereich der Präventionsforschung werden in den Sozialwissenschaften und der Epidemiologie übliche statistische Verfahren und Methoden angewendet, allen Schwierigkeiten der Passung zum Trotz, aber eben in Ermangelung spezifischer Methodenentwicklungen. Eine Diskussion methodischer Schwierigkeiten und auch der prinzipiellen Grenzen der Evaluation von Prävention ist notwendig, um an praktikablen Studiendesigns, aussagekräftigen Instrumentarien sowie an der Identifikation angemessener Zielgrößen auf der Prozess- und Ergebnisebene gemeinsam weiter zu arbeiten. In dem von der AG Methoden organisierten Workshop wurden in 15-minütigen Impulsreferaten jeweils ein methodisches Problem und seine möglichen Lösungen zur Diskussion gestellt.


1. Aktuell diskutierte Forschungsdesigns und ihre Chancen und Hürden in der Prävention

Impulsreferat: „Mixed-Method-Design und Kombination qualitativer und quantitativer Evaluationsmethoden!“ (Uwe Berger, Uniklinikum Jena) (PDF 176 KB)
Die Aussagekraft von Präventionsforschung kann durch die Kombination verschiedener Methoden erhöht werden. Auf quantitativer Seite sollte immer zuerst gründlich geprüft werden, ob ein RCT tatsächlich nicht möglich ist oder „nur“ mehr Einsatz, Kreativität usw. erfordert. Auch wenn eine Randomisierung nicht durchführbar ist, senkt eine Parallelisierung von Interventions- und Kontrollgruppe das Risiko systematischer Verzerrungen (sample-bias). Der Einsatz einer vorbehandelten Kontrollgruppe zusätzlich zur unbehandelten Kontrollgruppe erhöht die Aussagekraft der Studie. Entscheidende Messungen sollten mit standardisierten Instrumenten erhoben werden. Auf qualitativer Seite sind die Beurteilung der Machbarkeit (feasibilty), der Übertragbarkeit auf realistische Bedingungen („real world effectiveness“ anstelle von einfacher „efficacy“), der Nachhaltigkeit (sustainability) und der Effizienz (Kosten-Nutzen-Verhältnis) von besonderer Bedeutung und sollten in einer Prozessevaluation enthalten sein (unter Einbeziehung aller Akteure und Adressaten)Für die Frage des Wirksamkeitsnachweises therapeutischer Maßnahmen gibt es in der evidenzbasierten Medizin (EbM) klare methodische Maßstäbe von Evidenzgrad I (Vorliegen mehrerer randomisierter kontrollierter Studien, RCT) bis Evidenzgrad V (Expertenmeinung). Das Ideal eines RCT ist die placebo-kontrollierte Arzneimittelwirkungsstudie. Dieser sog. Goldstandard ist jedoch bereits bei Therapiestudien ohne Arzneimittel als Wirksubstanz häufig nicht realisierbar. Insbesondere bei komplexen Maßnahmen wie Psychotherapien, deren Wirkung sich auf mehreren Ebenen entfalten soll (Beziehungsebene, Person-Umwelt-Interaktion, Gesamt-Persönlichkeit, Syndrom-Ebene), sind sowohl Placebo-Bedingungen als auch eine randomisierte Zuweisung zu Interventions- und Kontrollgruppe im naturalistischen Setting häufig nicht machbar.

2. Datenerhebung im Praxisfeld: Prävention

Impulsreferat: „Nutzung routinemäßiger Gesundheitsberichterstattung zur Evaluation kommunaler Gesundheitsförderung als Beispiel der Sekundärdatenanalyse“ (Brigitte Borrmann, Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen) (PDF 3300 KB)
Für Zielgruppen wie Kinder, bildungsfrernde Eltern, Suchterkrankte, Altersheimbewohner, Migranten etc. ist häufig weder die Nutzung einer "5-fach gestuften" Likert-Skala noch die Vorgabe einer großen Itemanzahl sinnvoll durchführbar. Die qualitativen Zugänge zu diesen spezifischen Zielgruppen bergen indes die Problematik der geringen inferenzstatistischen Auswertbarkeit aufgrund geringer Stichprobengröße. Denn oft lassen die settingbezogenen Ansätze der präventiven Intervention keine Vergrößerung der Bruttostichproben zu. Im Rahmen der Sekundärdatenanalyse lässt sich die kommunale Gesundheitsberichterstattung zur Ergänzung bzw. Erweiterung der Datengrundlage nutzen.

3. Wirkevaluation in der Prävention

Impulsreferat: „Hürden und kreative Lösungen am Beispiel von Modellprojekten Frühe Hilfen“ (Ilona Renner, Nationales Zentrum Frühe Hilfen, Köln) (PDF 253 KB)
Eine sorgfältige Evaluation von Präventionsmaßnahmen ist ressourcenintensiv. In qualifizierter Weise gilt es zu prüfen, ob individuumsbezogene, schulische, gemeindeorientierte oder familienbezogene Maßnahmen zur Informationsvermittlung, Widerstandsbefähigung, Kompetenzförderung oder affektiven Erziehung dazu beitragen können, Wissen, Einstellungen oder Verhaltensweisen in Bezug auf gesunde Lebensweise zu verändern. Es erstaunt deshalb nicht, dass bisher nur wenige qualitativ hochwertige Studien existieren, deren sorgfältige Evaluation fundierte Schlussfolgerungen über Wirksamkeitsbedingungen und Wirksamkeitsmerkmale zulassen. Oft gilt es „kreative Lösungen“ für methodisch noch ungelöste Probleme zu finden, um Politik und Gesellschaft notwendige Antworten geben zu können, wie hier am Beispiel der Modellprojekte Frühe Hilfen.

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