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Blutzuckertest und Primärprävention des Typ 2-Diabetes - Evaluation des Effekts evidenzbasierter Patienten-Information

Allgemeines

Förderkennzeichen BMBF

01EL0706

laufende Projektnummer

39

Kurzbeschreibung

Mittels einer web-basierten randomisiert-kontrollierten Studie wurde der Effekt einer eigens entwickelten web-basierten evidenzbasierten Patienteninformation (EBPI) über grenzwertig erhöhten Blutzucker mit den Standardinformationen zu Primärprävention des Diabetes auf die ‚informierte Entscheidung‘ verglichen. Die EBPI verbesserte signifikant das Wissen zum Thema erhöhte Blutzuckerwerte, steigerte allerdings auch den Entscheidungskonflikt und eine kritische Einstellung gegenüber Primärprävention. Die Absicht an einem Stoffwechseltest teilzunehmen, nahm ab.

Liste zuklappenKontaktdaten aller wissenschaftlicher Partner

Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ) - Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Institut für Biometrie und Epidemiologie
Prof. Dr. Dr. Andrea Icks (Projektleitung)
Auf'm Hennekamp 65
40225 Düsseldorf
Telefon: 0211-3382-333/354/259
Fax: 0211-3382-677
E-Mail: icks@ddz.uni-duesseldorf.de

Institut für Biometrie und Epidemiologie Institut für Klinische Diabetologie
Prof. Guido Giani

Institut für Biometrie und Epidemiologie Institut für Klinische Diabetologie
Dr Wolfgang Rathmann

Institut für Biometrie und Epidemiologie Institut für Klinische Diabetologie
Dr. Bettina Nowotny


Private Universität Witten/Herdecke

Institut für Pflegewissenschaft
Prof. Gabriele Meyer


Universität Hamburg

FB 13, IGTW - Gesundheit
Dr. Anke Steckelberg


mediStatistica

Dr. Burkhard Haastert


Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Koordinierungszentrum für Klinische Studien Universitätsklinikum Heinrich-Heine-Universität
Prof. Christian Ohmann


Institute of Health Economics and Health Care Management Helmholtz Zentrum München German Research Center for Environmental Health (GmbH)

Dr. Andreas Mielck

Projektförderung

Beginn / geplanter Beginn: Dezember 2007 Ende / geplantes Ende: November 2010 BMBF-Förderphase 3

Institution/Institutionen des/der Präventionspartner?

  • Sozialversicherung (z.B. Krankenkasse, Unfallkasse)

Bundesland / Bundesländer, in denen die Maßnahme statt findet

  • bundesweit

Projektbeschreibung

gesundheitsbezogener Schwerpunkt des Projekts

  • Früherkennung von Krankheiten und Beeinträchtigungen
  • Prävention von chronischen Erkrankungen (z.B. KHK, Diabetes)

Liste zuklappenAusgangssituation und theoretischer Hintergrund der Studie

Evidenzbasierte Patienteninformationen (EBPI) ist eine notwendige Voraussetzung der informierten Entscheidungsfindung, insbesondere im Bereich der Prävention. Eine objektive, auf der besten wissenschaftlichen Evidenz basierende Information für Verbraucher über grenzwertig erhöhten Blutzucker und zur primären Prävention von Diabetes, steht bislang aus. Wir haben eine Web-basierte EBPI zum Thema entwickelt und pilotiert.

Liste zuklappenHauptziele der Studie

Ziel des Vorhabens ist die online-basierte Evaluation des Einflusses einer im Rahmen des Projekts erarbeiteten evidenzbasierten Patienten­information (EBPI) im Vergleich zu einer Standardinformation zu "Prädiabetes" und Primär­prävention des Typ 2-Diabetes. Evaluiert werden:

  • Wissen über „Prä-Diabetes“ und Diabetes, (Stoffwechsel-)Tests, Möglichkeiten der Primärprävention des Diabetes
  • Einstellung zu einer Stoffwechseluntersuchung -Intention, an einem Stoffwechseltest teilzunehmen
  • Entscheidungskonflikt (Teilnahme an Stoffwechseltest)

des weiteren

  • Zufriedenheit mit der Information der NutzerInnnen nach evidenzbasierter Patienten­information (EBPI) im Vergleich zu einer Standard­information.

Liste zuklappenZielgruppe

Altersgruppe

  • Menschen im höheren erwerbsfähigen Alter (51-65)

Projekt richtet sich an

nicht geschlechtsspezifisch

Personengruppe

  • Personen mit spezifisch erhöhten Krankheitsrisiken
  • Sozial benachteiligte Personen

Die Maßnahme wird in folgendem Setting durchgeführt:

  • sonstige: Internet

Methodik und Studiendesign

Ziele, die das Projekt verfolgt?

  • Evaluation der Wirksamkeit von Maßnahmen
  • Sonstiges: Untersuchung des Einflusses einer evidenzbasierten Patienteninformation
  • Zugangswege

Welche Intervention wurde durchgeführt?

  • schriftlichen Informationen / Erstellen von Websites

Studiendesign

  • Experimentell
    • Interventionsstudie
      • Mit Kontrollgruppe
  • Sonstiges : Multicenter-Studie

verwendete Methoden

  • Quantitative Methode: Standardisierte Befragung (Fragebogen/Interview)

gemessene Outcomes?

  • Kompetenz / Empowerment
  • Zugangswege
  • Akzeptanz / Zufriedenheit

Liste zuklappenBeschreibung von Methode und Vorgehensweise der Studie

Die Datenerhebung erfolgte via selbstauszufüllenden Online-Fragebögen mit 42 Items im Zeitraum Oktober bis einschließlich Dezember 2009, die 1.120 Personen zugänglich waren. Befragt wurden Teilnehmer vor und nach dem Lesen der Information (innerhalb einer Internet-Sitzung) sowie zwei Wochen später. Es wurden fünf Outcomes erhoben: 1) Wissen zum Thema erhöhte Blutzuckerwerte (der primäre Endpunkt der Studie), 2) Teilnahmeabsicht an einem Stoffwechseltest, 3) Einstellung gegenüber einem Stoffwechseltest, 4) Entscheidungskonflikt und 5) Zufriedenheit mit der Information. Zudem wurden demographische Daten, bereits erfolgte Blutzuckertests sowie themenspezifisches „Vorwissen“ erfasst.

Ergebnisse und Praxistransfer

(vorläufige) Ergebnisse

1120 Personen gaben Ihr Einverständnis zur Studienteilnahme und wurden randomisiert (n=558 in der Interventions-, n=562 in der Kontrollgruppe). 786 Personen (n=373 in der Interventions-, n=413 in der Kontrollgruppe) füllten den ‚Wissensfragebogen’ vollständig aus und 466 randomisiert (n=227 in der Interventions-, n=239 in der Kontrollgruppe) eine Zweitbefragung nach zwei Wochen. Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung waren die Studienteilnehmer eher deutsch (Interventionsgruppe: 98,9%; Kontrollgruppe: 98,4%) und hatten eine höhere Schulbildung (Fachhochschulreife/Abitur; Interventionsgruppe: 58,6%; Kontrollgruppe: 62,2%). Der Anteil der Teilnehmer, die bereits an einem Blutzuckertest teilgenommen haben, war mit rund 80% relativ hoch (Interventionsgruppe: 83,0%; Kontrollgruppe: 79,5%).

Die Analyse des Wissens wurde primär an der Gesamtpopulation durchgeführt (n=1.120, fehlende Antworten als falsche Aussage gewertet). Der mittlere Wissensscore war in der Interventionsgruppe nach Lesen der Information signifikant höher als in der Kontrollgruppe (3,48 ±2,59, Median 4,00, Range 0–8, Q1 0,00, Q3 6,00, n=558 versus 3,15±2,04, Median 3,00, Range 0-8, Q1 1,00, Q3 5,00, n=562, Wilcoxon, p<0,01). Der mittlere Unterschied betrug 0,33 (95% Konfidenzintervall 0,07-0,60). Der dichotomisierte Wissensscore zeigte einen signifikant höheren Anteil von Personen mit ‚gutem’ Wissen in der Interventionsgruppe als in der Kontrollgruppe (44,27% versus 30,78%, Fisher’s Test, p<0,01). Auch in der Sensitivitätsanalyse an den Teilnehmern mit vollständig ausgefülltem Wissensfragebogen (n=786) war Wissen in der Interventionsgruppe nach Lesen der Information signifikant höher (5,01+/-1,57, Median 5,00, Range 0-8, Q1 4,00, Q3 6,00, n=373 versus 4,14+/-1,33, Median 4,00, Range 0-8, Q1 3,00, Q3 5,00, n=413, Wilcoxon, p<0,01).

Die sekundären Outcomes wurden bei den 466 Personen mit abgeschlossenem Follow-up analysiert. Die Teilnehmer der Interventionsgruppe berichteten nach Lesen der Information im Vergleich zu denen der Kontrollgruppe eine signifikant geringere Absicht, in den nächsten zwölf Monaten an einem Blutzuckertest teilzunehmen. Die Ergebnisse der Fragebögen zur Einstellung zeigten eine signifikant skeptischere Einstellung gegenüber einem Stoffwechseltest unter den Teilnehmern der Interventionsgruppe im Vergleich zu denen der Kontrollgruppe. Die Auswertung der Entscheidungskonflikt-Skala legte einen stärkeren Entscheidungskonflikt in der Interventionsgruppe offen, insbesondere beim Item ‚Unsicherheit’. Die Zufriedenheit mit der Information war in der EBPI- und in der Kontrollgruppe vergleichbar (kein signifikanter Unterschied).

Liste zuklappen(geplanter) Praxistransfer

Die Studie kann zum Prototyp für Web-basierte Informationen über Prävention und deren Evaluation werden.

Liste zuklappenPublikationen

Genz J, Haastert B, Meyer G, Steckelberg A, Müller H, Verheyen F, Cole D, Rathmann W, Nowotny B, Roden M, Giani G, Mielck A, Ohmann C, Icks A. Blood glucose testing and primary prevention of diabetes mellitus type 2 - evaluation of the effect of evidence based patient information (study protocol). BMC Public Health 2010; 10:15. doi:10.1186/1471-2458-10-15

Genz J, Haastert B, Müller H, Verheyen F, Cole D, Rathmann W, Nowotny B, Roden M, Giani G, Mielck A, Ohmann C, Icks A. Blood glucose testing and primary prevention of type 2 diabetes – evaluation of the effect of evidence-based patient information: a randomized controlled trial. Diabetic Medicine 2012; 29: 1011-1020

Weiterführende Informationen

Links

Die erstmalig zum Thema entwickelte und evaluierte EBPI kann unter folgenden Links aufgerufen werden:

http://www.diabetes-heute.uni-duesseldorf.de/diabetesundvorsorge/
http://www.uni-duesseldorf.de/PublicHealthUnit/de/ebpi_dia_01.shtml

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