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Evaluation einer zweistufigen Intervention für ältere Langzeitarbeitslose: Vermittlung von Bewältigungskompetenzen in Kombination mit einer Tätigkeitsgestaltung und Organisationsentwicklung jenseits des Erwerbsmarktes

Allgemeines

Förderkennzeichen BMBF

01EL0709

laufende Projektnummer

42

Kurzbeschreibung

Für die Zielgruppe der älteren Langzeitarbeitslosen soll ermittelt werden, welchen Beitrag zur Verbesserung des gesundheitlichen Befindens eine Kombination aus Verhaltens- und Verhältnisprävention leisten kann. Dabei stehen ältere Erwerbslose im Mittelpunkt, die staatlich-institutionalisierte Tätigkeitsangebote wie beispielsweise 1-Euro-Jobs nutzen oder selbstorganisierten Tätigkeiten im Sinne eines ehrenamtlichen Engagements nachgehen. Der Stichprobenumfang beläuft sich inklusive der Kontrollgruppen auf N=400. Nach umfangreichen Planungen und Abstimmungen mit den Kooperationspartnern und der Zusammenstellung der Fragebogenbatterie werden die Implementierung des Gesundheitsförderungsförderungsprogramms AktivA sowie die teils ergänzenden Gesundheitszirkel und motivierenden Gesundheitsgespräche evaluiert. Die gewonnenen Fragebogendaten werden varianzanalytisch ausgewertet, qualitative Daten aus der formativen Evaluation inhaltsanalytisch. Neben wissenschaftlichen Beiträgen soll ein Praxishandbuch publiziert werden, das die evaluierten Interventionen für potentielle Anwender aufbereitet. Ziel ist die Entwicklung eines Szenarios für eine breitere Umsetzung der evaluierten Maßnahmen.

Liste zuklappenKontaktdaten aller wissenschaftlicher Partner

TU Dresden

Institut für Arbeits-, Organisations- und Sozialpsychologie
Prof. Peter Richter
Zellescher Weg 17
01069 Dresden
Telefon: 0351/ 463 36940
E-Mail: peri@psychologie.tu-dresden.de

Projektförderung

Beginn / geplanter Beginn: Dezember 2007 Ende / geplantes Ende: Juni 2011 BMBF-Förderphase 3

Institution/Institutionen des/der Präventionspartner?

  • Ministerien und Einrichtungen auf Bundes-, Landes- oder kommunaler Ebene

Bundesland / Bundesländer, in denen die Maßnahme statt findet

  • Sachsen

Projektbeschreibung

gesundheitsbezogener Schwerpunkt des Projekts

  • Sonstiges: Gesundheitsförderung bei älteren Erwerbslosen

Liste zuklappenAusgangssituation und theoretischer Hintergrund der Studie

Arbeitslose ab 50 Jahren stellen in Deutschland eine zahlenmäßig bedeutsame Gruppe aller erwerbslos gemeldeten Personen dar. Das altersspezifische Arbeitslosigkeitsrisiko besteht vor allem in den geringen Wiedereingliederungschancen, was auch den überproportional hohen Anteil von Langzeitarbeitslosen in der Gruppe der älteren Erwerbslosen erklärt. Im Rahmen des Weltgesundheitstages 1999 wurde proklamiert, dass eine aktive Lebensgestaltung im Sinne eines selbständigen, selbstverantwortlichen und mitverantwortlichen (sozial-partizipativen) Lebens gute Voraussetzungen für ein gesundes Altwerden bietet. In einer Gesellschaft allerdings, in der Teilhabe wesentlich über Erwerbsarbeit organisiert ist, stehen die erwerbslosen Älteren vor einer besonders großen Herausforderung.

Liste zuklappenHauptziele der Studie

Das von den Antragstellern zu evaluierende Projekt richtet sich speziell an ältere Langzeitarbeitslose (50 - 65 Jahren) als besonders benachteiligte und in ihrer Gesundheit gefährdete Gruppe. Ziel ist es, durch eine Kombination aus Verhaltens- und Verhältnisprävention ein „model of good practice“ für die Gesundheitsförderung älterer Erwerbsloser zu schaffen. Vor diesem Hintergrund wird die Umsetzung in verschiedenen Settings (z.B. Bildungs- und Beschäftigungsträger vs. Selbsthilfeinitiativen und frei-gemeinnützige Tätigkeitsfelder) untersucht.

Liste zuklappenZielgruppe

Altersgruppe

  • Menschen im höheren erwerbsfähigen Alter (51-65)

Personengruppe

  • Sozial benachteiligte Personen

Die Maßnahme wird in folgendem Setting durchgeführt:

  • Betrieb
  • Hochschule / sonstige Bildungseinrichtung
  • Verein / Kirchengemeinde

Methodik und Studiendesign

Ziele, die das Projekt verfolgt?

  • Evaluation der Wirksamkeit von Maßnahmen
  • Zugangswege

Welche Intervention wurde durchgeführt?

  • Schulung / Kurs / Training
  • Sonstige verhältnisbezogene Maßnahmen

Studiendesign

  • Beobachtend
    • Fall-Kontroll-Studie

verwendete Methoden

  • Quantitative Methode: Standardisierte Befragung (Fragebogen/Interview), Beobachtung
  • Qualitative Methode: Beobachtung

gemessene Outcomes?

  • Gesundheit
  • Kompetenz / Empowerment
  • Akzeptanz / Zufriedenheit

Liste zuklappenBeschreibung von Methode und Vorgehensweise der Studie

Um eine differenzierte Evaluation der beiden großen Interventionsbausteine Verhaltens- und Verhältnisprävention zu ermöglichen, soll die Intervention abgestuft erfolgen, d.h. einmal kombiniert und einmal in Form eines alleinigen Angebotes des verhaltensbezogenen psychosozialen Trainingsprogramms „AktivA“. Um mögliche Veränderungen im Zusammenhang mit der Intervention nachweisen zu können, werden standardisierte Befragungs- und Beobachtungsverfahren wiederholt eingesetzt. Für die Prä- und Postmessung der alleinigen Verhaltensprävention wird ein zeitliches Intervall von einem Monat angesetzt (T1 zu T2), für die zusätzliche Messung der Verhältnisprävention ein Zeitraum von vier Monaten (T2 zu T3).
Zur Sicherung der Langzeiteffekte erfolgt eine Abschlussmessung im Abstand von einem Jahr (T4).

Ergebnisse und Praxistransfer

(vorläufige) Ergebnisse

Evaluation:
Bis Sommer 2009 wurden 623 Langzeiterwerbslose (nach SGB II) befragt. Davon erhielen 363 Personen ein AktivA-Training, 260 dienten als Kontrollgruppe. Die Ergebnisse zeigen, dass die Trainignsteilnehmer unmittelbar nach der Intervention statistisch signifikante Verbesserungen ihrer psychischen Gesundheit sowie ihres körperlichen Befindens angeben.

Strukturelle Ergebnisse:
Die Multiplikatorenausbildung für das AktivA-Training wurde im September 2009 in die sächsische ESF-Richtlinie zu "Einzelbetrieblichen Förderverfahren" aufgenommen. Betriebliche Organisationen können die Schulung ihres (z.B. sozialpädaogischen) Personals zu AktivA-Trainern darüber fördern lassen.

weitere Kooperationen:
Im Rahmen des Kooperationsverbundes „Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wirkt das Projekt in der Unterarbeitsgruppe „Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen“ mit. Ziel ist es, Erfahrungen aus verschiedenen Bundesländern und unterschiedlichen Projekten bis 2011 zu einer gemeinsamen Handlungsempfehlung zu verknüpfen.

Liste zuklappen(geplanter) Praxistransfer

Durch das Sächsisches Staatsministerium für Soziales (SMS) werden im Rahmen des Verbundprojektes Multiplikatorenschulungen gefördert. Diese begannen im April 2008. Damit ist eine Anwendung des AktivA-Trainings unabhängig von den Trainern der Universität in den Praxiseinrichtungen (Bildungs- und Beschäftigungsträger, gemeinnützige Organisationen) gewährleistet. Neben wissenschaftlichen Beiträgen soll ein Praxishandbuch publiziert werden, das die evaluierten Interventionen für potentielle Anwender aufbereitet. Gesundheitsökonomische Analysen und Experteninterviews sollen schließlich in die Entwicklung eines Szenarios für eine breitere Umsetzung der evaluierten Maßnahmen münden (Projektabschlussphase).

Liste zuklappenPublikationen

Rothländer, K. (2009). Training psycho-sozialer Kompetenzen für Arbeitslose am Beispiel des Gesundheitsförderungsprogramms AktivA. In A. Hollederer (Hrsg), Gesundheit von Arbeitslosen fördern! (S. 155-167). Frankfurt a.M.: Fachhochschulverlag.

Rothländer, K. und Richter, P. (2009). Gesund und mittendrin trotz Erwerbslosigkeit?! Ansätze zur Förderung der psycho-sozialen Gesundheit. Arbeitspapier No 6. Berlin: Friedrich-Ebert-Stiftung.

Rothländer, K., Mühlpfordt, S. & Richter, P. (2009). Training psycho-social skills to improve the health status of long-term unemployed. 11th European Congress of Psychology (ECP) (p. 134). Oslo, Norway, 7-10.7.

Kramer, J. & Mühlpfordt, S. (2009). „Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen“ im Kontext der Gesundheitsziele in Sachsen. In A. Hollederer (Hrsg), Gesundheit von Arbeitslosen fördern! (S. 12-38). Frankfurt a.M.: Fachhochschulverlag.

Weiterführende Informationen

Liste zuklappenProjektmaterialien

Poster Hannover

Links

http://aktiva.tu-dresden.de

http://www.gesunde.sachsen.de/115.html

http://tu-dresden.de/die_tu_dresden/fakultaeten/fakultaet_mathematik_und_naturwissenschaften/fachrichtung_psychologie/i3/arb_orga_psy

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