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Stressprävention im Jugendalter: Evaluation und Optimierung eines settingbasierten Programmangebots

Allgemeines

Förderkennzeichen BMBF

01EL0401

laufende Projektnummer

2

Kurzbeschreibung

Ziel des Projektes war die Entwicklung und Optimierung eines neuen Stresspräventionsprogramms für das Jugendalter. Es wurde auf der Basis einer zuvor durchgeführten Bedarfsanalyse entwickelt und wird im Schulsetting implementiert. Es beruht vorrangig auf einem Problemlöseansatz und kann um weitere Module zur sozialen Unterstützung, zur Entspannung und zur kognitiven Umstrukturierung ergänzt werden. Nach ersten positiven Evaluationen wurde eine Weiterentwicklung vorgenommen, indem Maßnahmen zur Verbesserung der Zielgenauigkeit des Programmeinsatzes sowie der Nachhaltigkeit der Trainingswirkungen entwickelt und evaluiert wurden. Zur Erhöhung der Zielgenauigkeit sollen die Trainingsmodule in Abhängigkeit von der Bedürfnis- und Interessenlage der Jugendlichen zum Einsatz gelangen, während zur Verbesserung der Nachhaltigkeit der Trainingswirkungen ein zusätzlicher internetbasierter e-Support angeboten wird. Das optimierte Programm wird über das Gesundheitsförderungsprogramm der Techniker Krankenkasse bundesweit zur Primärprävention im Setting Schule eingesetzt. Darüber hinaus sind Publikationen der Projektergebnisse erfolgt.

Liste zuklappenKontaktdaten aller wissenschaftlicher Partner

Universität Bielefeld

Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft
Prof. Arnold Lohaus
Universitätsstr. 25
33615 Bielefeld
E-Mail: arnold.lohaus@uni-bielefeld.de

Projektförderung

Beginn / geplanter Beginn: März 2005 Ende / geplantes Ende: August 2008 BMBF-Förderphase 1

Institution/Institutionen des/der Präventionspartner?

  • Sozialversicherung (z.B. Krankenkasse, Unfallkasse)

Projektbeschreibung

gesundheitsbezogener Schwerpunkt des Projekts

  • Psyche / Stress

Liste zuklappenAusgangssituation und theoretischer Hintergrund der Studie

Jugendliche sind eine besonders anspruchsvolle Zielgruppe, wenn es um die Implementierung primärpräventiver Trainingsprogramme geht: Der Bedarf an Maßnahmen zur Förderung des Bewältigungspotentials im Umgang mit Stress und Problemen ist in der Adoleszenz zwar groß, doch häufig besteht das Problem, dass die Jugendlichen selbst nur ein geringes Interesse an entsprechenden Präventionsprogrammen haben. Es wurde daher Wert darauf gelegt, die Interessen von Jugendlichen über eine vorausgehende Bedarfsanalyse bei der Programmentwicklung zu berücksichtigen. Auch durch den Einsatz aktueller Medien (wie das Internet) wurde ein Beitrag dazu geleistet, das Interesse von Jugendlichen an dem Programm zu steigern.

Liste zuklappenHauptziele der Studie

Mit dem Projekt soll der Versuch unternommen werden, ein Stresspräventionsprogramm zu entwickeln und auf der Basis von Evaluationsstudien so zu optimieren, dass es den Interessen von Jugendlichen gerecht wird. Einen besonderen Stellenwert nimmt dabei das Internet ein, das als ein mittlerweile weit verbreitetes und attraktives Medium anzusehen ist, um gerade im Jugendalter gesundheitsrelevante Themen zielgruppengerecht zu vermitteln. Es wird dabei der Frage nachgegangen, ob mit sitzungsbegleitenden Internetangeboten für Jugendliche ein Zugewinn hinsichtlich der Effektivität eines Stresspräventionstrainings erzielt werden kann.

Liste zuklappenZielgruppe

Altersgruppe

  • Jugendliche und junge Erwachsene (15-25)
  • Schülerinnen und Schüler (11-14)

Projekt richtet sich an

nicht geschlechtsspezifisch

Personengruppe

  • Trifft nicht zu

Die Maßnahme wird in folgendem Setting durchgeführt:

  • Schule

Methodik und Studiendesign

Ziele, die das Projekt verfolgt?

  • Entwicklung und/oder Erprobung von Interventionen
  • Ermittlung des Bedarfs
  • Evaluation der Wirksamkeit von Maßnahmen
  • Zugangswege

Welche Intervention wurde durchgeführt?

  • Schulung / Kurs / Training
  • schriftlichen Informationen / Erstellen von Websites

Studiendesign

  • Experimentell
    • Interventionsstudie
      • Mit Kontrollgruppe

verwendete Methoden

  • Quantitative Methode: Standardisierte Befragung (Fragebogen/Interview)

gemessene Outcomes?

  • Gesundheit: Lebensqualität, Intermediäre Verhaltenparameter
  • Kompetenz / Empowerment
  • Akzeptanz / Zufriedenheit

Liste zuklappenBeschreibung von Methode und Vorgehensweise der Studie

Es wurden insgesamt fünf Teilstudien durchgeführt. In der ersten Studie mit 1988 Jugendlichen der siebten bis neunten Klasse wurde der Frage nachgegangen, in welchem Ausmaß eine Internetnutzung bei den Schülern verbreitet ist und welchen Stellenwert das Internet als Anlaufstelle bei Stress und persönlichen Problemen einnimmt. In der zweiten Studie mit 155 Schülern der siebten und achten Klasse wurde begleitend zu einem Stresspräventionstraining ein e-Support angeboten, wobei sich die zentrale Fragestellung hier auf die Nutzung dieses Internetangebotes bezog. In der dritten Studie wurde mit insgesamt 267 Jugendlichen der 7. und 8. Klasse ein Stresspräventionstraining durchgeführt, wobei 127 Jugendlichen zusätzlich die Möglichkeit geboten wurde, ein trainingsbegleitendes Online-Angebot zu nutzen. Weitere 91 Schüler bildeten eine Kontrollgruppe ohne Trainingsangebot. Hier sollte der Nutzen eines zusätzlichen Internetangebots analysiert werden. In der vierten Studie wurde die Effektivität eines reinen Online-Trainingsangebotes – auch im Vergleich zur klassischen Variante – geprüft, während in der fünften Studie abschließend die Effekte des optimierten Trainingsangebotes überprüft wurden.

Ergebnisse und Praxistransfer

(vorläufige) Ergebnisse

Es zeigte sich eine deutliche Verbesserung der Evaluationsergebnisse, wenn ein zusätzliches Internetangebot zur Verfügung stand. Hervorzuheben sind insbesondere die positiven Ergebnisse hinsichtlich des Wissenszugewinns und hinsichtlich der Trainingszufriedenheit. Es lässt sich weiterhin festhalten, dass auch ein reines Online-Training zu positiven Effekten vor allem hinsichtlich des Wissenszugewinns führt, wobei jedoch eine Überlegenheit des klassischen Face-to-Face-Trainings im Hinblick auf distale Programmziele zu konstatieren ist. Ergänzend ist festzustellen, dass mit einem ausschließlichen Internetangebot nur eine Teilmenge der Jugendlichen zu erreichen ist.

Liste zuklappen(geplanter) Praxistransfer

Das Stresspräventionstraining für Jugendliche wird mittlerweile über das Gesundheitsförderprogramm der Techniker Krankenkasse bundesweit im Setting Schule angeboten. Trainingsbegleitend wird dabei die Internetplattform für die Jugendlichen zur Verfügung gestellt.

Liste zuklappenPublikationen

Beyer, A. & Lohaus, A. (2006). Stresspräventionstraining im Jugendalter. Göttingen: Hogrefe.

Beyer, A. & Lohaus, A. (2007). Stressprävention im Jugendalter: Entwicklung eines Trainingsprogramms. In B. Röhrle (Hrsg), Prävention und Gesundheitsförderung, Band III: Kinder und Jugendliche. Tübingen: DGVT-Verlag.

Lohaus, A., Domsch, H. & Fridrici, M. (2007). Stressbewältigung für Kinder und Jugendliche. Heidelberg: Springer.

Fridrici, M. & Lohaus, A. (2007). Stressprävention für Jugendliche: Verbessert ein begleitendes e-Learning-Angebot die Effekte eines Trainingsprogramms? Zeitschrift für Gesundheitspsychologie, 15, 95-108.

Fridrici, M. & Lohaus, A. (2008). Sind Jugendliche „online“ besser zu erreichen? Zur Internetnutzung bei Stresspräventionsmaßnahmen für Jugendliche. Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie, 57, 39-59.

Fridrici, M., Lohaus, A. & Glass, C. (2009). Effects of incentives in web-based prevention for adolescents: Results of an exploratory field study. Psychology and Health, 24, 663-675.

Fridrici, M. & Lohaus, A. (2009). Stress prevention in secondary schools: Online versus face-to-face-training. Health Education, 109, 299-313.

Lohaus, A., Fridrici, M. & Maass, A. (2009). Stressprävention im Jugendalter: Effekte eines optimierten Trainingsprogramms mit Internetbegleitung. Zeitschrift für Gesundheitspsychologie, 17, 13-21.

Lohaus, A. (2009). Stressbewältigungskompetenzen. In A. Lohaus & H. Domsch (Hrsg.), Psychologische Förder- und Interventionsprogramme für das Kindes- und Jugendalter. Heidelberg: Springer.

Vierhaus, M., Maass, A., Fridrici, M., Hillebrand, R. & Lohaus, A. (2010). Effects of a stress prevention program addressing adolescents in different phases of behaviour change (zur Veröffentlichung eingereicht).

Weiterführende Informationen

Liste zuklappenProjektmaterialien

Zu dem Stressbewältigungstraining für Jugendliche gibt es ein Manual, Trainermaterialien, Schülermaterialien und eine trainingsbegleitende Internetplattform. Darüber hinaus werden Schulungen für Trainer angeboten.

Links

www.snake-training.de

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Logo der Medizinischen Hochschule Hannover

Logo des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf

Logo der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung