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Randomisiert-kontrollierte Multicenter-Studie zur Evaluation der deutschen Adaptation des US-amerikanischen Strengthening Families Program 10-14

Allgemeines

Förderkennzeichen BMBF

01EL0810

laufende Projektnummer

61

Kurzbeschreibung

Ein in den USA gut evaluiertes Programm zur familienbasierten Prävention von Suchtstörungen (Strengthening Families Program; SFP 10-14) wird für den deutschsprachigen Raum im Rahmen einer randomisiert-kontrollierten Multicenter-Studie evaluiert. Die Fragestellung ist, in wie weit die Befunde aus den USA unter besonderer Berücksichtigung von Familien in schwierigen sozialen Lagen in Deutschland repliziert werden können. Die Suchtprävention in Deutschland ist bisher vorwiegend durch schul- und gemeindebasierte Programme gekennzeichnet. Lassen sich die Befunde aus den USA replizieren, kann als Vorhabensziel die Erweiterung der hiesigen Suchtprävention um die wesentliche Säule der familienbasierten Prävention benannt werden. Das Forschungsvorhaben baut auf einer Pilotstudie auf, in der eine deutsche Adaption des SFP 10-14 entwickelt und getestet wurde. Für die Durchführung konnten etablierte Präventionsanbieter in vier deutschen Städten als Kooperationspartner gewonnen werden. Das Design ist kontrolliert-randomisiert, längs- und querschnittlich mit Messzeitpunkten zum Start und Follow-ups nach 6, 12 und 18 Monaten. Interventions- und Kontrollgruppe umfassen jeweils 144 Familien, die Kontrollgruppe erhält eine Minimalintervention. Als Untersuchungsinstrumente werden normierte Fragebögen zur Selbst- und Fremdbeurteilung eingesetzt. Urinanalysen objektivieren die Angaben der Kinder zum Substanzkonsum. Die Ergebnisse sollen im Rahmen englischsprachiger Publikationen verwertet werden. Im Falle entsprechender Ergebnisse soll die deutsche Version des Programms herausgegeben und breitflächig im deutschsprachigen Raum verbreitet werden.

Liste zuklappenKontaktdaten aller wissenschaftlicher Partner

Deutsches Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Prof. Rainer Thomasius

Dr. Peter-Michael Sack

Dr. Kay-Uwe Petersen

Dr. Martin Stolle


Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Zentrum für Psychosoziale Medizin - Deutsches Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters
Dr. Martin Stolle
Martinistr. 52
20251 Hamburg
E-Mail: m.stolle@uke.de

Projektförderung

Beginn / geplanter Beginn: Oktober 2009 Ende / geplantes Ende: Januar 2014 BMBF-Förderphase 4

Institution/Institutionen des/der Präventionspartner?

  • Einrichtungen der freien Wohlfahrt
  • Verein

Bundesland / Bundesländer, in denen die Maßnahme statt findet

  • Bayern
  • Hamburg
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachsen

Projektbeschreibung

gesundheitsbezogener Schwerpunkt des Projekts

  • Psyche / Stress
  • Sucht (z.B. Tabak, Alkohol)
  • Soziale Kompetenz

Liste zuklappenAusgangssituation und theoretischer Hintergrund der Studie

Sucht- und Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen gehören zu den wichtigsten entwicklungsbezogenen Störungen. Nachdem in der Vergangenheit im Suchthilfesystem vielfach der Fokus auf die späten Erscheinungsformen der Substanzmittelabhängigkeit lag, rückt zunehmend die Bedeutung der frühen Prävention im Kindes- und Jugendalter in den Blickpunkt des Interesses. Dabei sind schul- und gemeindebasierte Präventionsprogramme in Deutschland gut etabliert, wohingegen Ansätze zur familienbasierten Suchtprävention trotz viel versprechender Befunde aus den USA bisher nicht umgesetzt wurden. Das universelle familienbasierte Präventionsprogramm Familien stärken wurde vor mehr als 20 Jahren in den USA entwickelt und seitdem erfolgreich auf seine Wirksamkeit hin untersucht. Wirksamkeitsnachweise liegen auch für einen Katamnesezeitraum von bis zu 6 Jahren vor. Das Programm basiert auf dem sozioökonomischen Modell und fördert eine konsistente Erziehungshaltung bei den Eltern und stärkt die Selbstwirksamkeitserwartung und Selbstbehauptungsfähigkeiten der Kinder. Eine kultursensible Adaptation der US-amerikanischen Originalmaterialien an deutsche Verhältnisse erfolgte bereits im Rahmen einer Pilotstudie.

Liste zuklappenHauptziele der Studie

Aus den geschilderten Sachverhalten ergibt sich die übergeordnete Fragestellung nach der Replizierbarkeit der Befunde aus den USA durch eine nach kultursensiblen Gesichtspunkten adaptierte Version für Deutschland. Von besonderem Interesse sind Fragestellungen, die der Wirksamkeit des Programms bei den Jugendlichen, den Eltern und in der gesamten Familie nachgehen. Im Bereich der Jugendlichen ist dies unter anderem das Einstiegsalter in den Substanzkonsum und die durchschnittliche Konsummenge, aber auch die psychische Gesundheit und die Selbstwirksamkeitserwartung. Bei den Eltern wird das Erziehungsverhalten, die Selbstwirksamkeit in Erziehungsfragen, sowie die psychische Gesundheit untersucht. Der dritte Themenbereich umfasst das Familienfunktionsniveau und die Zufriedenheit mit dem Zusammenleben in der Familie, zu dem die gesamte Familie befragt wird.

Liste zuklappenZielgruppe

Altersgruppe

  • Schülerinnen und Schüler (11-14)

Projekt richtet sich an

nicht geschlechtsspezifisch

Personengruppe

  • Sozial benachteiligte Personen

Die Maßnahme wird in folgendem Setting durchgeführt:

  • Familie / Haushalt

Methodik und Studiendesign

Ziele, die das Projekt verfolgt?

  • Entwicklung und/oder Erprobung von Interventionen
  • Evaluation der Wirksamkeit von Maßnahmen

Welche Intervention wurde durchgeführt?

  • Schulung / Kurs / Training

Studiendesign

  • Experimentell
    • Interventionsstudie
      • Mit Kontrollgruppe

verwendete Methoden

  • Quantitative Methode: Standardisierte Befragung (Fragebogen/Interview)

gemessene Outcomes?

  • Gesundheit: Lebensqualität, Morbidität
  • Kompetenz / Empowerment

Liste zuklappenBeschreibung von Methode und Vorgehensweise der Studie

Es handelt sich um eine randomisiert-kontrollierte Multicenter-Studie mit einem Katamnesezeitraum von 18 Monaten vorgesehen. In vier Zentren durchlaufen jeweils 36 Familien der Interventionsgruppe das Programm. Die Kontrollgruppe wird pro Zentrum ebenfalls 36 Familien umfassen. Um sinnvoll zu Interventions- und Kontrollgruppe zuweisen zu können, werden in jedem Untersuchungszentrum per Zwillingsbildung zwei unter sozioökonomischen Gesichtspunkten vergleichbare Schulen aus unterschiedlichen Gebieten einander zugeordnet („matched pairs“). Die Zuweisung zur Interventions- bzw. Kontrollgruppe erfolgt zufällig. Das Gesamt N beträgt 288 Familien (jeweils 144 in Interventions- und Kontrollgruppe).

Ergebnisse und Praxistransfer

Liste zuklappen(geplanter) Praxistransfer

Neben hochrangigen Publikationen in einschlägigen englischsprachigen Journals wird Familien stärken im Falle entsprechender Ergebnisse als Standardprogramm der evidenzbasierten Familien-Suchtprävention im deutschsprachigen Raum etabliert werden können. Hieraus ergeben sich breit angelegte inhaltliche und strukturelle Verwendungsmöglichkeiten.

Liste zuklappenPublikationen

Stolle, M., Sack, P.-M., Stappenbeck, J. & Thomasius, R. (2010). Familienbasierte Prävention bei Kindern und Jugendlichen. Das Strengthening Families Program. Sucht, 56, 51-60.

Weiterführende Informationen

Liste zuklappenProjektmaterialien

Projektflyer "Familien stärken"
Broschüre über "Familien stärken"

Links

www.familien-staerken.info

Logo des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

Logo der Medizinischen Hochschule Hannover

Logo des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf

Logo der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung