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Projekt-Detailansicht

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(Kosten-)Effektivität des Zugangsweges über muttersprachliche Präventionsberater zur Optimierung des Gesundheitsverhaltens von Migranten am Beispiel Suchtprävention, Gesundheits- und Präventionsverhalten von Personen mit/ohne Migrationshintergrund

Allgemeines

Förderkennzeichen BMBF

01EL0405

laufende Projektnummer

6

Kurzbeschreibung

MHH-Logo

Das von 5/2005 bis 12/2008 geförderte Projekt widmet sich zum einen der Evaluation der Erreichbarkeit türkisch- und russischsprachiger Migranten durch muttersprachliche Präventionsberater; dabei wird der Frage nachgegangen, welche Zugangsstrukturen (Komm-, Zugeh-, Mischstruktur) sich für präventiv orientierte Sucht-Informationsveranstaltungen besonders eignen. Das Projekt gibt zum anderen Aufschluss über das Gesundheits- und Präventionsverhalten, die Inanspruchnahme gesundheitsförderlicher Maßnahmen und mögliche Barrieren der Inanspruchnahme von Personen mit und ohne Migrationshintergrund.

In die explorative quantitative Evaluationsstudie wurden drei Arten von Stichproben einbezogen: (1) Repräsentative Stichproben der 16-64-jährigen Population der Stadt Hannover über das Einwohner-Melderegister (EMR) und ein Onomastikverfahren: Migranten aus der ehemaligen Sowjetunion (n=300), der Türkei (n=299), Personen ohne Migrationshintergrund (n=271), (2) Teilnehmer russisch- (n=436) bzw. türkischsprachiger (n=386) Informationsveranstaltungen zu Suchtprävention sowie (3) muttersprachliche Präventionsberater (RU: n=20, TR n=14).

Die drei EMR-Stichproben unterscheiden sich signifikant hinsichtlich Geschlechts- und Altersverteilung, sozioökonomischem Status und Akkulturation. Ähnliche Unterschiede bestehen zwischen den Migrantengruppen der Teilnehmer der Informationsveranstaltungen.

Liste zuklappenKontaktdaten aller wissenschaftlicher Partner

Medizinische Hochschule Hannover (MHH)

Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung
Prof. Dr. Ulla Walter (Projektleitung)
Carl-Neuberg-Str. 1
30623 Hannover
Telefon: 0511-532 4455
Fax: 0511-532 5347
E-Mail: walter.ulla@mh-hannover.de

Abt. Sozialpsychiatrie und Psychotherapie
Prof. Dr. Wielant Machleidt (Projektleitung)

Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung
PD Dr. Christian Krauth (Projektleitung)

Projektförderung

Beginn / geplanter Beginn: Mai 2005 Ende / geplantes Ende: Dezember 2008 BMBF-Förderphase 1

Institution/Institutionen des/der Präventionspartner?

  • Verein

Bundesland / Bundesländer, in denen die Maßnahme statt findet

  • Niedersachsen

Projektbeschreibung

gesundheitsbezogener Schwerpunkt des Projekts

  • Sonstiges: Gesundheits- und Präventionsverhalten, Informationsverhalten hinsichtlich Gesundheit, Inanspruchnahme gesundheitsförderlicher Maßnahmen

Liste zuklappenAusgangssituation und theoretischer Hintergrund der Studie

Personen mit Migrationhintergrund nehmen einen Anteil von knapp 20% an der Gesamtbevölkerung Deutschlands ein und haben oftmals einen schlechteren Zugang zur Gesundheitsversorgung als Personen ohne Migrationshintergrund. Zur Förderung der Gesundheit sind bei dieser als schwer erreichbar geltenden Zielgruppe neben der Kenntnis ihres Gesundheits- und Präventionsverhaltens kulturspezifische Zugangswege erforderlich, um Informations- und Kompetenzdefizite sowie Zugangsbarrieren auszugleichen. In der Praxis bewährt hat sich der Einsatz muttersprachlicher Präventionsberater.

Liste zuklappenHauptziele der Studie

Das Projekt widmet sich zum einen der Evaluation der Erreichbarkeit türkisch- bzw. russischsprachiger Migranten durch muttersprachliche Präventionsberater. Dabei wird der Frage nachgegangen, welche Zugangsstrukturen (Komm-, Zugeh-, Mischstruktur) sich für die Rekrutierung von Teilnehmern an präventiv orientierten Sucht-Informationsveranstaltungen besonders eignen. Untersucht wird, inwieweit sich die über verschiedene Zugangswege erreichten Personen untereinander und im Vergleich zu repräsentativen Stichproben unterscheiden, zum anderen wird die Kosteneffektivität der Zugangswege betrachtet.

Das Projekt untersucht weiterhin das Gesundheits- und Präventionsverhalten, die Inanspruchnahme gesundheitsförderlicher Maßnahmen, mögliche Barrieren der Inanspruchnahme sowie Möglichkeiten zu deren Überwindung bei Migranten aus der ehemaligen Sowjetunion und aus der Türkei im Vergleich zu Personen ohne Migrationshintergrund.

Liste zuklappenZielgruppe

Altersgruppe

  • Altersgruppenunabhängig

Projekt richtet sich an

nicht geschlechtsspezifisch

Personengruppe

  • Sozial benachteiligte Personen

Die Maßnahme wird in folgendem Setting durchgeführt:

  • sonstige: Community

Methodik und Studiendesign

Ziele, die das Projekt verfolgt?

  • Entwicklung und/oder Erprobung von Interventionen
  • Ermittlung des Bedarfs
  • Identifikation von Zielgruppen
  • Zugangswege

Welche Intervention wurde durchgeführt?

  • Informationsveranstaltungen

Studiendesign

  • Beobachtend
    • Querschnittsstudie

verwendete Methoden

  • Quantitative Methode: Standardisierte Befragung (Fragebogen/Interview)
  • Qualitative Methode: Leitfrageninterview
  • gesundheitsökonomische Analyse
  • sonstiges : zweisprachige Erhebungsinstrumente

gemessene Outcomes?

  • Gesundheit: Lebensqualität, Intermediäre Verhaltenparameter
  • Kompetenz / Empowerment
  • Zugangswege
  • Direkte/indirekte Kosten

Liste zuklappenBeschreibung von Methode und Vorgehensweise der Studie

Repräsentative Stichproben. Aus per Zufallsverfahren gezogenen Einwohnermelderegister-Stichproben (EMR) von Hannoveraner Bürgern wurden anhand eines Onomastikverfahrens russisch- und türkischstämmige bzw. deutsche Personen identifiziert; diese dienten als Grundlage für die Rekrutierung der Befragungspersonen für die repräsentativen Stichproben der Studie. 300 Personen aus der ehemaligen Sowjetunion, 299 türkischstämmige Migranten und 271 deutsche Personen wurden mittels eines eigens entwickelten Fragebogens zu ihrem Informations-, Gesundheits- und Präventionsverhalten befragt.

Teilnehmer an Informationsveranstaltungen. Ausgehend von einer Bestandsaufnahme über migrantenspezifische Communities wurden über vier verschiedene Zugangswege Teilnehmer an russisch- bzw. türkischsprachigen Informationsveranstaltungen zu Suchtprävention rekrutiert.

Muttersprachliche Präventionsberater. Für die Stichprobe muttersprachlicher Präventionsberater wurden Personen rekrutiert, die am Ethnomedizinischen Zentrum e.V. Hannover zu muttersprachlichen Suchtmediatoren ausgebildet worden waren.

Datenerhebung und Instrumente. Die Datenerhebung erfolgte anhand ein- bzw. zweisprachiger Fragebögen mit weitgehend standardisierten Instrumenten zur Gesundheit und gesundheitsbezogenen Lebensqualität, sozialen Unterstützung, psychischen Belastung, Depressivität, zu Suchtverhalten (Nikotin, Alkohol), präventivem (Ernährung, Bewegung, Tabakentwöhnung) und Informationsverhalten sowie zur Inanspruchnahme gesundheitsförderlicher Maßnahmen. Zudem wurden neben demographischen Merkmalen bei Migranten Akkulturation und Aufenthaltsdauer erfasst. Die Daten wurden im Rahmen der EMR-Stichprobe persönlich von muttersprachlichen, geschulten Interviewern erhoben. Bei den Teilnehmern der Informationsveranstaltungen sowie den Mediatoren wurden die Fragebögen als Selbstausfüller eingesetzt. In die gesundheitsökonomische Analyse wurden die Mediatoren, die Teilnehmer und die Leiter der Informationsveranstaltungen einbezogen.

Ergebnisse und Praxistransfer

(vorläufige) Ergebnisse

Charakteristika der Stichproben. Die drei EMR-Stichproben unterscheiden sich signifikant hinsichtlich Geschlechts- und Altersverteilung, sozioökonomischem Status, die Migranten zusätzlich hinsichtlich Aufenthaltsdauer und Akkulturation. Ähnliche Unterschiede bestehen zwischen den Migrantengruppen bei den Teilnehmern der Informationsveranstaltungen.

Präventions- und Gesundheitsverhalten. Die drei Stichproben unterscheiden sich in z.T. signifikantem Ausmaß hinsichtlich des Informations- und des Gesundheitsverhaltens sowie im Ausmaß psychischer Belastung.

Zugangswege – Effektivität und Kosteneffektivität. Insgesamt wurden 61 Informationsveranstaltungen zu Suchtprävention durchgeführt, davon sechs russisch- und acht türkischsprachige in der Komm-Struktur, 20 russisch- und 11 türkischsprachige in der Zugeh-Struktur sowie sieben russisch- und acht türkischsprachige in einer Mischstruktur. Die über die einzelnen Zugangswege erreichten Teilnehmer unterscheiden sich hinsichtlich demographischer und sozioökonomischer Kriterien, aber auch hinsichtlich ihrem Informations- und Gesundheitsverhalten signifikant. Auch bei den Kosten und der Kosteneffektivität lassen sich signifikante Unterschiede der Zugangswege ausmachen.

Liste zuklappen(geplanter) Praxistransfer

Zum Transfer der Ergebnisse in die Versorgungspraxis sollen diese mit Experten der Wissenschaft, Versorgungspraxis und Politik im Hinblick auf ihre Übertragbarkeit sowie die Optimierung der Versorgungsstrukturen erörtert werden. Darüber hinaus wurden und werden die Ergebnisse auf Tagungen wie z.B. dem jährlich in Berlin stattfindenden Armutskongress vorgestellt. Angestrebt wird, die Ergebnisse in das internationale Städtenetzwerk gegen Sucht einzubringen, in dem die Stadt Hannover als Träger des Ethno-Medizinischen Zentrums e.V. eingebunden ist. Zentrale Ergebnisse sollen auch niedrigschwellig publiziert werden (z.B. Public Health Forum).

Die Daten zur Gesundheit und zum Gesundheitsverhalten von Migranten können Politik und Versorgungspraxis als Hinweise dafür dienen, welche Subzielgruppen (Alter, Geschlecht, Migrationsgeneration etc.) in welchen Bereichen spezifische Unterstützung benötigen.

Für die Praxis wird das Projekt konkrete Ansätze zur Förderung effektiver Zugangswege, bzw. bei schlechter Wirksamkeit (und/oder Wirtschaftlichkeit) möglicherweise auch Empfehlungen für eine Einstellung bislang praktizierter Zugangswege bieten. Zudem werden sich Hinweise zu einer Optimierung der sich hinsichtlich Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit bewährten Verfahren für die Praxis ergeben. Die Studie zeigt darüber hinaus Ansatzpunkte zur praktischen und wissenschaftlichen Weiterentwicklung z.B. für weitere Zielgruppen auf.

Liste zuklappenPublikationen

Veröffentlichungen in Büchern und Zeitschriften (nach Aktualität)

Bisson S, Gerken U, Salman R, Krauth C, Machleidt W, Walter U (im Druck). Angebote zur Suchtprävention für Migranten. Public Health Forum 67 (16).

Bondar A, Salman R, Krauth C, Walter U, Machleidt W (im Druck). Prävention bei Migranten am Beispiel der Suchtprävention. In: Machleidt W, Heinz, A (Hrsg.), Praxis der interkulturellen Psychiatrie und Psychotherapie. Migration und psychische Gesundheit. Urban und Fischer Elsevier. München.

Bondar A, Walter U, Krauth C, Salman R, Machleidt W (2008). Suchtprävention ohne Migrantinnen? Wege zu einem gemeinsamen Handlungsansatz. In: Borde T, David M (Hrsg.), Frauengesundheit, Migration und Kultur in einer globalisierten Welt. Mabuse-Verlag. Frankfurt am Main: 97-106.

Gerken U, Salman R, Krauth C, Machleidt W, Bisson S, Kimil A, Walter U (2008). Von muttersprachlichen Präventionsberatern werden Migranten besser erreicht. Public Health Forum 59 (16): 20-21.

Walter U, Salman R, Krauth C, Machleidt W (2007). Migranten gezielt erreichen: Zugangs-wege zur Optimierung der Inanspruchnahme präventiver Maßnahmen. Psychiatrische Praxis 34: 349-353.

Walter U, Krauth C, Kurtz V, Salman R, Machleidt W (2007). Gesundheit und gesundheitliche Versorgung von Migranten unter besonderer Berücksichtigung von Sucht. Der Nervenarzt 78 (9): 1058-1061.


Publizierte Abstracta von Vorträgen und Postern (nach Aktualität)

Walter U, A‘Walelu O, Gerken U, Kimil, A, Krauth C, Salman R, Machleidt W (2008). Preventive behaviour of Russian- and Turkish-speaking migrants in Hannover (Germany) and its impact on their quality of life. 16th EUPHA Conference, Lisbon, Portugal, 6.-8. November 2008. European Journal of Public Health 18 Supplement 1, 184.

Gerken U, A‘Walelu O, Kimil A, Krauth C, Salman R, Machleidt W, Walter U (2008). Accessibility of migrants by means of information events regarding addiction prevention using active and passive recruitment strategies in Hannover (Germany). 16th EUPHA Conference, Lisbon, Portugal, 6.-8. November 2008. European Journal of Public Health 18 Supplement 1, 183.

Gerken, U, Bisson S, Krauth C, Machleidt W, Salman R, Walter U (2008). Gesundheitsbezogene Lebensqualität von russisch- und türkischsprachigen Migranten in Hannover. Vortrag auf der 44. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP) „Versorgungspraxis - Versorgungsforschung - Gesundheitspolitik“. Hannover, 17.-19. September 2008. Gesundheitswesen 2008, 7: 452.

Gerken, U, Bisson S, Krauth C, Machleidt W, Salman R, Walter U (2008). Gesundheitsbezogenes Informationsverhalten von russisch- und türkischsprachigen Migranten. Vortrag auf der 44. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP) „Versorgungspraxis - Versorgungsforschung - Gesundheitspolitik“. Hannover, 17.-19. September 2008. Gesundheitswesen 2008, 7: 447.

Gerken, U, A’Walelu O, Bisson S, Krauth C, Machleidt W, Salman R, Walter U (2008). Erreichbarkeit von russisch- und türkischsprachigen Migranten über Informationsveranstaltungen mit Zugeh- und Kommstruktur zum Thema Suchtprävention. Vortrag auf der 44. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP) „Versorgungspraxis - Versorgungsforschung - Gesundheitspolitik“. Hannover, 17.-19. September 2008. Gesundheitswesen 2008, 7: 452.

A’Walelu O, Bisson S, Gerken, U, Machleidt W, Salman R, Walter U, Krauth C (2008). Kosten und Kosteneffektivität der Zugangswege zur Förderung des Gesundheits- und präventiven Verhaltens von Migranten. Vortrag auf der 44. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP) „Versorgungspraxis - Versorgungsforschung - Gesundheitspolitik“. Hannover, 17.-19. September 2008. Gesundheitswesen 2008, 7: 448.

Walter U, A’Walelu O, Gerken U, Kimil A, Krauth C, Salman R, Machleidt W (2007). Reaching migrants: differentiating active and passive recruitment strategies. 15th EUPHA Conference, Helsinki, Finland, 11.-13. Oktober 2007. European Journal of Public Health, Supplement 2, 17: 191-192.

Bondar A, Machleidt W (2007). Addiction among Russian and Turkish migrants in Germany: Developing prevention Strategies. Vortrag auf dem 15th Congress of Association of European Psychiatrists, Madrid, Spanien. European Psychiatry, 22: 33.

Bondar A, Machleidt W (2007). Inanspruchnahmeverhalten präventiver Gesundheitsmaßnahmen bei russisch- und türkischsprachigen Migranten. Vortrag auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde, Berlin. Der Nervenarzt, 78: 501.

Bondar A, Machleidt W (2006). Preventive health behaviour of migrants. Vortrag auf dem 14th Congress of Association of European Psychiatrists, Nizza, Frankreich. European Psychiatry, 1: 203.

Bondar A, Machleidt W (2006). Prävention von Suchterkrankungen bei russischsprachigen Migranten. Vortrag auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde, Berlin. Der Nervenarzt, 3: 432.

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