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Gesundheitsförderung durch Empowerment von Frauen im Setting Stadtteil - Evaluation des Projekts Stadtteilmütter in Berlin-Kreuzberg

Allgemeines

Förderkennzeichen BMBF

01EL0809

laufende Projektnummer

62

Kurzbeschreibung

Das Forschungsvorhaben evaluierte ein Praxisprojekt, das auf einem aufsuchenden Peergruppen-Ansatz basiert. Das Projekt sucht den Zugang zu Müttern aus sozial benachteiligten Familien, um eine möglichst frühe Förderung der Kinder zu erreichen. Sie werden von Frauen aus dem gleichen Kulturkreis aufgesucht, die zu Stadtteilmüttern (STM) qualifiziert wurden. Sie sollen die Erziehungs- und Gesundheitskompetenz der aufgesuchten Frauen stärken und sie zur Nutzung vorhandener Angebote anregen. Durch die Einbindung professioneller Akteure ist die Setting-Ebene einbezogen. Die Evaluation untersuchte die Durchführbarkeit und Wirksamkeit der Maßnahme durch ein multimethodisches Vorgehen. Es gelang, Frauen aus der Zielgruppe als STM zu gewinnen und zu schulen (n=67). Diese bewerten die Schulung und die Wirkung für sich und ihre Familien sehr positiv. In der aufsuchenden Arbeit konnten sie trotz vieler Hemmnisse Zugang zu 118 meist mehrfach belasteten Familien finden und dokumentieren. In Befragungen berichten die aufgesuchten Frauen (n=15, n=44) mehrheitlich von Wissens- und Kompetenzgewinnen in Erziehungs- und Gesundheitsfragen und positiven persönlichen Veränderungen für sich und ihre Kinder wie gestiegenem Selbstbewusstsein, verbesserten Beziehungen oder schulischen Leistungen. Als wesentliche Elemente für diese Erfolge wurde der Aufbau einer Vertrauensbasis sowie die emotionale und praktische Unterstützung durch die STM identifiziert. Durch den Aufbau von Elterncafés in Kindertagesstätten und Schulen wurden weitere Familien erreicht (n=191. Die Kooperationserfolge in den Einrichtungen waren abhängig davon, ob es gelang, die Mitarbeiter/innen der Einrichtungen in gemeinsame Kommunikations- und Zielfindungsprozesse einzubinden.

Liste zuklappenKontaktdaten aller wissenschaftlicher Partner

Charité - Universitätsmedizin Berlin

Berlin School of Public Health
Prof. Ulrike Maschewsky-Schneider

Projektförderung

Beginn / geplanter Beginn: Oktober 2008 Ende / geplantes Ende: September 2011 BMBF-Förderphase 4

Institution/Institutionen des/der Präventionspartner?

  • Einrichtungen der freien Wohlfahrt
  • Ministerien und Einrichtungen auf Bundes-, Landes- oder kommunaler Ebene

Bundesland / Bundesländer, in denen die Maßnahme statt findet

  • Berlin

Projektbeschreibung

gesundheitsbezogener Schwerpunkt des Projekts

  • Sonstiges: Stärkung der Erziehungs- und Gesundheitskompetenz von Eltern in einem sozial benachteiligten Stadtteil

Liste zuklappenAusgangssituation und theoretischer Hintergrund der Studie

Das zu evaluierende Projekt ist angesiedelt in einem der Stadtteile mit dem niedrigsten Sozialindex und dem höchsten Anteil von Migranten/innen in Berlin. Träger des Projekts Stadtteilmütter ist der Treffpunkt am Mehringplatz (tam) des Diakonischen Werks Berlin Stadtmitte, eine langjährig im Stadtteil verankerte Beratungseinrichtung.
Das Projekt qualifiziert Frauen der Zielgruppe, damit sie in aufsuchender Arbeit ihr Wissen an Frauen/Familien des gleichen Kulturkreises weitergeben. Die systematische Kooperation mit Verwaltung, Schulen und Kindertagesstätten ist gleichzeitiger Bestandteil des Vorhabens.
Das Projekt basiert auf einem aufsuchenden Peergruppen-Ansatz, der in Deutschland bisher noch wenig erforscht worden ist. Erkenntnisse und Konzepte der Frühförderung, des Empowerments und der Arbeit in Settings sind ebenfalls Bestandteil der Projektarbeit und dienen als theoretischer Rahmen für die Evaluation des Projekts.

Liste zuklappenHauptziele der Studie

Die Evaluation des beschriebenen Interventionsprojekts dient der Erfasssung der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität und der Formulierung von Gelingesbedingungen im Hinblick auf die mögliche Übertragbarkeit des Ansatzes auf andere Regionen. Es sollen hemmende und fördernde Faktoren bei der Umsetzung der Maßnahme identifiziert werden. Gegenstand der Untersuchung sind die Qualifizierung der Stadtteilmütter, ihr Einsatz in der Praxis der aufsuchenden Arbeit sowie die Kooperation der Professionellen mit dem Projekt sowohl in regionalen Netzwerken als auch darüber hinaus. Folgende Forschungsfragen sollen dabei beantwortet werden:

  • Gelingt es Frauen für das Training als Stadtteilmutter zu gewinnen?
  • Wenn ja, schließen sie es erfolgreich ab?
  • Sind sie mit der Ausbildung zufrieden?
  • Welche Auswirkung haben Ausbildung und praktische Tätiogkeit auf die persönliche Entwicklung der Stadtteilmütter?
  • Finden die Frauen Zugang zu schwer erreichbaren Frauen mit Hilfebedarf und gelingt es ihnen, deren Vertrauen zu gewinnen?
  • Wie beurteilen die aufgesuchten Frauen die Kontakte zu den Stadtteilmüttern?
  • Welche Interventionsziele der Frühförderung werden erreicht? Werden Vermittlungsangebote wahrgenommen?
  • Sind die professionelle Akteure zur Zusammenarbeit mit den Stadtteilmüttern bereit? Wie schätzen sie deren Arbeit ein?
  • Welche Möglichkeiten der Unterstüzung sehen sie?

Liste zuklappenZielgruppe

Altersgruppe

  • Grundschüler und -schülerinnen (6-10)
  • Jugendliche und junge Erwachsene (15-25)
  • Klein- und Vorschulkinder (2-5)
  • Menschen im mittleren erwerbsfähigen Alter (26-50)
  • Säuglinge (0-1)

Projekt richtet sich an

Mädchen / Frauen

Personengruppe

  • Bevölkerungsgruppen in risiko-erhöhten Lebensphasen
  • Sozial benachteiligte Personen

Die Maßnahme wird in folgendem Setting durchgeführt:

  • Familie / Haushalt
  • Kindergarten / Kindertagesstätte
  • Schule
  • sonstige: Stadtteil

Methodik und Studiendesign

Ziele, die das Projekt verfolgt?

  • (Weiter-)Entwicklung von Erhebungsinstrumenten
  • Evaluation der Wirksamkeit von Maßnahmen
  • Zugangswege

Welche Intervention wurde durchgeführt?

  • Beratung / Coaching / Hausbesuche
  • Schulung / Kurs / Training
  • Sonstige verhältnisbezogene Maßnahmen

Studiendesign

  • Beobachtend

verwendete Methoden

  • Quantitative Methode: Standardisierte Befragung (Fragebogen/Interview)
  • Qualitative Methode: Diskussionsrunde / Fokusgruppen, Experteninterview, Leitfrageninterview, Beobachtung
  • sonstiges : Auswertung von Dokumentationsbögen

gemessene Outcomes?

  • Kompetenz / Empowerment
  • Strukturbildung
  • Zugangswege
  • Akzeptanz / Zufriedenheit
  • Sonstiges : Nutzung von professionellen Angeboten, Kitabesuch

Liste zuklappenBeschreibung von Methode und Vorgehensweise der Studie

Multimethodisches Vorgehen unter Einsatz von qualitativen und quantitativen Verfahren und teilnehmender Beobachtung.

  • Wiederholte Befragung der Stadtteilmütter (qualitativ und teilstandardisiert)
  • Fokusgruppen mit Stadtteilmüttern
  • Wiederholte Befragung des Projektteams (qualitativ)
  • Auswertung von Dokumentationsbögen über die Hausbesuche und Kontakte der Stadtteilmütter
  • Leitfadengestützte Interviews mit aufgesuchten Frauen
  • Teilstandardisierte Befragung der ausgesuchten Frauen
  • Wiederholte Befragung der Experten/innen (qualitativ)

Ergebnisse und Praxistransfer

(vorläufige) Ergebnisse

Erfolgreiche Rekrutierung von Frauen unterschiedlicher ethnischer Zugehörigkeit, Alter und Bildungshintergrund für die Qualifizierung als Stadtteilmutter; Frauen sind Teil der Zielgruppe
Erfolgreiche Qualifizierung von insgesamt 49 Stadtteilmüttern; Themen u.a.:
Kindesentwicklung, Erziehung, Gesundheit, Rechte des Kindes
45 Frauen haben die Arbeit als Stadtteilmutter aufgenommen.
Als vorrangige Motivation für die Arbeit wurde genannt:

  • das Bedürfnis zu helfen
  • für sich selbst und die Familie etwas zu lernen

Überwiegend positive Reaktion von Ehemännern und vor allem der Kinder auf ihre Tätigkeit .

Liste zuklappen(geplanter) Praxistransfer

  • Weiterentwicklung wissenschaftlicher Instrumente der Qualitätssicherung
  • Überprüfung ihrer Anwendbarkeit
  • Identifikation externer und interner Qualitätsindikatoren als auch struktureller Bedingungen
  • Benennung von Erfolgsfaktoren für die Umsetzung derartiger Projekte
  • Aussagen über die Implementationsbedingungen in unterschiedlichen Akteursfeldern
  • Vermittlung der Ergebnisse in den wissenschaftlichen Diskurs zur Weiterentwicklung von Theorien und Methoden von Public Health
  • Weiterentwicklung der Qualitätsentwicklung zu partizipativen Ansätzen in der Gesundheitsförderung und Prävention
  • Diskussion des Stellenwerts der aufsuchenden peergruppen-basierten Arbeit im Gesamtkonzept von Gesundheitsförderung
  • Weiterentwicklung vorhandener Qualitätskriterien für gute Praxis und Transfer in übergeordnete Gremien und Institutionen
  • Transfer der Erkenntnisse in Lehre, Ausbildung und Fortbildung

Liste zuklappenPublikationen

Berg, G, Stolzenberg, R, Maschewsky-Schneider, U: Stadtteilmütter in Berlin-Kreuzberg - Erste Erfahrungen in der Evaluation eines Peergruppenprojektes. In: info-dienst 10/2008

Weiterführende Informationen

Liste zuklappenProjektmaterialien

Materialien zum Interventionsprojekt siehe Projektpartner tam (Diakonisches Werk)

Links

http://www.diakonie-stadtmitte.de/

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Logo der Medizinischen Hochschule Hannover

Logo des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf

Logo der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung