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Gesundheit beginnt in der Familie

Allgemeines

Förderkennzeichen BMBF

01EL0604/0620

laufende Projektnummer

19

Kurzbeschreibung

Kinder in sozial benachteiligten Familien sind vielfältigen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt. Das Forschungsinteresse richtet sich darauf zu klären, inwieweit sozialpädagische Praxis, wie sie in großstädtischen Quartieren geleistet wird, zu verbessertem Gesundheitsbewusstsein, Gesundheitsverhalten und Gesundheitszustand der Kinder in den von diesen Projekten erreichten Familien führt. Durchgeführt wird die Erhebung zu drei Zeitpunkten. Qualitative Prozessevaluation (Projektteil Dt. Jugendinstitut, München) und quantitative Wirksamkeitsanalyse (Projektteil Uni Hamburg) arbeiten zusammen. Dabei wurden multiperspektivisch die Ebenen Leitung, Praktiker(innen) und Klient(inn)en mit leitfadengestützten Interviews zu ihren Projekterfahrungen befragt. Es sind Modelle zum Zusammenhang von Gesundheit und gesundheitsbezogenen ressourcenorientierten Interventionen vor dem Hintergrund zentraler Rahmenbedingungen wie Belastungsgrad er Familien und Ressourcenorientierung in den Einrichtungen entwickelt worden. Daneben ist ein Praxisleitfaden zu den grundlegenden Erkenntnissen über die praxisrelevanten kritischen Erfolgsfaktoren erstellt worden.

Liste zuklappenKontaktdaten aller wissenschaftlicher Partner

Deutsches Jugendinstitut e.V. (DJI)

Abteilung Familie und Familienpolitik
Dr. Karin Jurczyk


Universität Hamburg

Fakultät für Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bewegungswissenschaft - Fachbereich Psychologie - Arbeitsbereich Pädagogische Psychologie
Prof. Dr. Alexander Redlich
Von-Melle-Park 5
20146 Hamburg
Telefon: 04042838-5435
Fax: 04042838-3767
E-Mail: redlich@uni-hamburg.de

Projektförderung

Beginn / geplanter Beginn: August 2006 Ende / geplantes Ende: Februar 2010 BMBF-Förderphase 2

Institution/Institutionen des/der Präventionspartner?

  • Stiftungen

Bundesland / Bundesländer, in denen die Maßnahme statt findet

  • Bayern
  • Berlin
  • Hamburg

Projektbeschreibung

gesundheitsbezogener Schwerpunkt des Projekts

  • Bewegung
  • Ernährung
  • Psyche / Stress
  • Früherkennung von Krankheiten und Beeinträchtigungen
  • Übergewicht / Adipositas
  • Soziale Kompetenz

Liste zuklappenAusgangssituation und theoretischer Hintergrund der Studie

Das multimethodisch angelegte Forschungsprojekt „Gesundheit beginnt in der Familie. Evaluation innovativer Praxisprojekte“ startete im Oktober 2006 als Kooperationsprojekt zwischen dem Arbeitsbereich Pädagogische Psychologie am Fachbereich Psychologie der Universität Hamburg und dem Deutschen Jugendinstitut in München (DJI), Abteilung Familie und Familienpolitik. Es ist multimethodisch angelegt, wobei das DJI für die qualitative Evaluation verantwortlich ist, die Hamburger Arbeitsgruppe für die quantitative Wirksamkeitsevaluation.

Liste zuklappenHauptziele der Studie

Im Rahmen der qualitativen Evaluationsstudie gilt es zu klären, inwieweit Formen sozialer Arbeit in Großstädten zu verbessertem Gesundheitsbewusstsein, -verhalten und -zustand der Kinder und Jugendlichen führen. Dies wird am Beispiel von Kindern und Jugendlichen aus sozial benachteiligten und mehrfach belasteten Familien untersucht, die in den drei großstädtischen Standorten unterschiedliche Angebote sozialer Einrichtungen in Anspruch nehmen. Die Einrichtungen variieren in ihrer konzeptionellen Ausrichtung von einer Selbsthilfeorganisation über ein vernetztes Stadtteilangebot der Gesundheitsdienste bis hin zu einer ambulanten Jugendhilfemaßnahme im Rahmen der Hilfen zur Erziehung.

Liste zuklappenZielgruppe

Altersgruppe

  • Grundschüler und -schülerinnen (6-10)
  • Jugendliche und junge Erwachsene (15-25)
  • Schülerinnen und Schüler (11-14)

Projekt richtet sich an

nicht geschlechtsspezifisch

Personengruppe

  • Professionelle als Multiplikatoren
  • Sozial benachteiligte Personen

Die Maßnahme wird in folgendem Setting durchgeführt:

  • Region / Stadtteil / Nachbarschaft

Methodik und Studiendesign

Ziele, die das Projekt verfolgt?

  • (Weiter-)Entwicklung von Erhebungsinstrumenten
  • Evaluation der Wirksamkeit von Maßnahmen
  • Zusammenstellung für die Praxis

Welche Intervention wurde durchgeführt?

  • Beratung / Coaching / Hausbesuche
  • Sonstiges: Sozialpädagogische Angebote

Studiendesign

  • Experimentell
    • Interventionsstudie
      • Ohne Kontrollgruppe

verwendete Methoden

  • Quantitative Methode: Standardisierte Befragung (Fragebogen/Interview)
  • Qualitative Methode: Diskussionsrunde / Fokusgruppen, Experteninterview, Leitfrageninterview

gemessene Outcomes?

  • Gesundheit: Lebensqualität
  • Kompetenz / Empowerment
  • Versorgungsdaten
  • Strukturbildung
  • Zugangswege
  • Akzeptanz / Zufriedenheit

Liste zuklappenBeschreibung von Methode und Vorgehensweise der Studie

Im DJI-Untersuchungsteil der qualitativen Evaluationsstudie werden durch Hospitation und Auswertung von Praxismaterialien die strukturellen und kulturellen Besonderheiten der Einrichtungen erfasst. In leitfadengestützten Interviews werden die drei Ebenen Leitung, Praktikerinnen und Klientinnen/Teilnehmerinnen (Eltern und Kinder) im Hinblick auf ihre Wahrnehmung, Einschätzung und Bewertung des Gesundheitspräventionsansatzes befragt. In einem Zwischenschritt werden bilanzierende Workshops mit den Praktikerinnen durchgeführt, die sowohl einem Feedback an die Praxis als auch der weiteren Erhebung dienen.

Ergebnisse und Praxistransfer

(vorläufige) Ergebnisse

MitarbeiterInnen in der sozialen Arbeit werden als Fachkräfte für unterschiedliche Lebensfragen angesehen, als kompetente Akteure in Wohquartier. Darin liegt ihr Potential für eine gezielte Gesundheitsförderungsarbeit.

Im Folgenden werden relevante Ergebnisse der qualitativen Erhebung präsentiert:
Bei dem Vergleich der Fachkräfte- und NuterInnen Interviews wurde eine Diskrepanz zwischen der Selbseinschätzung der NutzerInnen bzgl. ihres Gesundheitszustandes und der Fremdeinschätzung durch die Fachkräfte sichtbar. Daraus folgt, dass beide Gruppen eine unterschiedliches Gesundheitsverständnis besitzen, das aus unterschiedlichen Einschätzungen beruht. Die NutzerInnen nehemen sich "gesünder" wahr als die Fachkräfte es tun.

Befragt man die NutzerInnen über ihre Beziehung zur Einrichtung und zu den Gründen, die sie dothin geführt haben, ergibt sich ein anderes Bild. Sie berichten über unterschiedlciehn Lebensprobleme, die sie zu bewältigen haben. Dazu gehören Verhaltensausfälligkeiten und Lernsschwierigkeiten der Kinder, erziehungsprobleme im Umgang mit Grenzen oder Pubertät, aber auch Arbeitslosigkeit und Geldmangel.

Die NutzerInnen berichten über die Veränderungen und Unterstützung sowie über die Rolle der Einrichtung bei der Verbesserung ihrer Lebnsqualität- und damit auch ihrer Gesundheit- gespielt hat: Dabei werden verschiedene Interventionsansätze deutlich: Partizipation, Empowerment, ressourcenorientierte Arbeit, Netzwerkarbeit und Problemlösungsansätze.

Liste zuklappen(geplanter) Praxistransfer

Der wissenschaftliche Ertrag des Projekts wird in Form von Handlungsempfehlungen einen Beitrag zur Strukturbildung und -entwicklung im Bereich der gesundheitlich präventiv engagierten Institutionen leisten. Zum Abschluss des Projekts ist ein Praxisleitfaden erschienen, der die gewonnenen Erkenntnissen über die praxisrelevanten kritischen Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren der gesundheitspräventiven Ansätze zusammenfasst. Darüber hinaus findet ein Vernetzungstreffen zwischen den drei Praxispartnern des Projektes sowie ein erstes Rückkopplungsgespräch mit der Berliner Einrichtung im Sommer 2008 statt. Schließlich fand eine Abschlusstagung im November 2009 statt, auf der die Ergebnisse an die Praxispartner sowie an die interessierte Fachöffentlichkeit rückgemeldet wurden.

Liste zuklappenPublikationen

Friedrich, S., Liberona, C., Oldemeier, K., Walter, V., Redlich, A., Höck, J., Sandmeir, G., Helming, E. (2010) Gesundheit beginnt in der Familie - eine Handreichung. Deutsches Jugendinstitut / Universität Hamburg (Hrsg.)

Friedrich, S., Redlich, A., Höck, J. (2009) Glaube als gesundheitsfördernde Ressource? Life, Webmagazin der Fakultät EPB, Universität Hamburg

Sibylle Friedrich, Jennifer Höck, Claudia Liberona et. Al (2009) Kinderarmut bekämpfen – Ansätze zur Verbesserung der Gesundheitschancen von Kindern im Alltag Kongressdokumentation „Armut & Gesundheit 2008“

Friedrich, S., Liberona, C., Höck, J., Redlich, A
(2008) Gesundheitsförderung durch Aktivierung familiärer Ressourcen? Stadtpunkte; Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V. (Hrsg.)

Friedrich, S., Redlich, A., Höck, J. & Jeschke, K. (2008) Wie kann eine Praxis angemessene Forschung im Rahmen der Gesundheitsförderung aussehen? In: Impulse – Newsletter zur Gesundheitsförderung, 59/2008, S.18-19

Höck, J. (in Vorbereitung) Entwicklung eines Fragebogens zur Ressourcenerkundung (Arbeitstitel) Diplomarbeit, Universität Hamburg

Redlich, A., Friedrich, S., Höck, J. (2008) Die Relevanz ressourcenorientierter Gesundheitsförderung Info_Dienst für Gesundheitsförderung, Gesundheit Berlin, 8 Jg., 2, S. 18-19

Friedrich, S., Höck, Jennifer, Redlich, Alexander (2008)
Familiäre Ressourcen, Belastungen und Kindergesundheit – Vorstellungen der quantitativen Ergebnisse des ersten Erhebungszeitpunktes des Projekts „Gesundheit beginnt in der Familie!“ Kongressdokumentation „Armut & Gesundheit 2007“

Friedrich, S., Höck, J. (2007) Tests zur Messung von Kindergesundheit im Vergleich. Ein Werkstattbericht Reihe Beratung & Training: Redlich, Alexander (Hrsg.), Universität Hamburg

Weiterführende Informationen

Liste zuklappenProjektmaterialien

Praxisleitfaden "Gesundheit beginnt in der Familie - eine Handreichung"

Abschlusstagung des Projektes 20.11.2009 (Flyer):

Vortrag von Claudia Liberona:" Wie gelingt Gesundheitsförderung für Kinder aus sozial benachteiligten Familien?"

Vortrag von Sibylle Friedrich: "Quantitative Projektergebnisse: Kann Soziale Arbeit indirekt zentrale Aspekte der Gesundheit der Kinder fördern?"

Resumee der Abschlusstagung

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