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Projekt-Detailansicht

Partizipation und Kooperation in der HIV-Prävention mit Migrantinnen und Migranten (PaKoMi)

Allgemeines

laufende Projektnummer

90

Kurzbeschreibung

Das Projekt "Partizipation und Kooperation in der HIV-Prävention mit Migrantinnen und Migranten" (PaKoMi) ist ein Projekt der Deutschen AIDS-Hilfe e.V., das von 2008-2011 durch die Forschungsgruppe Public Health am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) wissenschaftlich begleitet wurde.
Zielsetzung: Das PaKoMi-Projekt zielt darauf ab, die partizipative und kooperative Entwicklung von zielgruppenspezifischer HIV-Primärprävention mit Migrantinnen und Migranten zu fördern und zu untersuchen.
Hintergrund: Zu den gegenwärtigen Herausforderungen der HIV-Prävention in Deutschland gehören verbesserte Angebote der HIV-Primärprävention für besonders vulnerable Gruppen mit Migrationshintergrund. Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, ist eine enge Zusammenarbeit verschiedener Akteure in Wissenschaft und Praxis (insb. Anbieter gesundheitlicher und sozialer Dienste für Menschen mit Migrationshintergrund) notwendig. Zentral ist auch die Einbindung der jeweiligen Zielgruppen und Communities mit Migrationshintergrund, denn nur durch ihre Beteiligung (Partizipation) kann das lebensweltliche und kulturelle Wissen einfließen, das notwendig ist, um angemessene und wirksame Prävention zu entwickeln.
Vorgehen:
Phase 1: Bundesweite Befragung der Aidshilfen (n=90)
Phase 2: Lokale Fallstudien zur partizipativen und kooperativen Entwicklung der
HIV-Prävention mit Migrantinnen und Migranten vor Ort (n=4); Durchführung von Capacity-Building-Workshops
Phase 3: Partizipative Auswertung der Fallstudien und Weiterbildungs-
Workshops und Entwicklung von Verwertungsstrategien und Empfehlungen.

Liste zuklappenKontaktdaten aller wissenschaftlicher Partner

Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)

Dr. Hella von Unger
Reichpietschufer 50
10785 Berlin
E-Mail: unger@wzb.eu


Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin

Institut für Soziale Gesundheit
Prof. Dr. Michael T. Wright
Köpenicker Allee 39-57
10318 Berlin

Projektförderung

Beginn / geplanter Beginn: Oktober 2008 Ende / geplantes Ende: Oktober 2011

Die Förderung des Projektes erfolgte durch

  • Einrichtungen des Bundes: Bundesministerium für Gesundheit

Institution/Institutionen des/der Präventionspartner?

  • Ministerien und Einrichtungen auf Bundes-, Landes- oder kommunaler Ebene
  • Sonstiges
  • Verein

Bundesland / Bundesländer, in denen die Maßnahme statt findet

  • Berlin
  • Hamburg
  • Niedersachsen
  • Nordrhein-Westfalen
  • bundesweit

Projektbeschreibung

gesundheitsbezogener Schwerpunkt des Projekts

  • Prävention von Infektionskrankheiten
  • Sonstiges: Gesundheitsförderung

Liste zuklappenAusgangssituation und theoretischer Hintergrund der Studie

Fast jede dritte neue HIV-Diagnose in Deutschland betrifft eine Person mit Migrationshintergrund: Die betroffenen Personen kommen vor allem aus Hochprävalenzregionen (Subsahara-Afrika und Südostasien), aber auch aus Zentral-, West- und Osteuropa (RKI 2010). Die Gruppen unterscheiden sich nicht nur nach Herkunftsregion, sondern auch nach Infektionsrisiken und Geschlecht: während z.B. bei Personen aus Subsahara-Afrika mehrheitlich Frauen betroffen sind und überwiegend heterosexuelle Übertragungsrisiken vorliegen, betreffen die Neudiagnosen bei Personen aus zentral- und osteuropäischen Ländern mehrheitlich Männer, deren Infektionsrisiken auch gleichgeschlechtlichen Geschlechtsverkehr (Sex mit Männern) und Drogengebrauch einschließen. Die Infektionen werden sowohl aus den Herkunftsländern mitgebracht, als auch in Deutschland erworben. Über die Lebenswelten und Infektionsrisiken der verschiedenen vulnerablen Gruppen liegen bislang allerdings nur wenige Informationen vor. Um diese besser zu verstehen und Angebote der HIV-Primärprävention besser auf die Bedürfnisse von vulnerablen Migrant/innen abzustimmen, ist ein community-basierter Forschungsansatz geeignet.

Liste zuklappenHauptziele der Studie

Das übergeordnete Ziel des Projekts „Partizipation und Kooperation in der HIV-Prävention mit Migrantinnen und Migranten“ (PaKoMi) war es, die partizipative und kooperative Entwicklung von zielgruppenspezifischer HIV-Primärprävention für besonders vulnerable Gruppen mit Migrationshintergrund zu fördern und zu untersuchen. „Partizipativ“ bedeutet in diesem Zusammenhang die Zielgruppen und Communities mit Migrationsintergrund zu beteiligen. Das Verständnis von Partizipation orientiert sich dabei an einem Stufenmodel, das für die Qualitätsentwicklung in der Gesundheitsförderung und Prävention entwickelt wurde: Partizipation ist hier definiert als Beteiligung mit Entscheidungsmacht von (Wright/von Unger/Block 2010). HIV-Prävention nicht nur partizipativ (mit Migrantinnen und Migranten) sondern auch „kooperativ“ zu entwickeln, bedeutet mit verschiedenen Einrichtungen und professionellen Anbietern sozialer und gesundheitlicher Dienste zusammenzuarbeiten.

Zusammenfassend wurden folgende Ziele verfolgt:

  1. Lebenswelten und Bedürfnisse der vulnerablen Zielgruppen mit Migrationshintergrund besser verstehen
  2. Gemeinsam HIV-Prävention entwickeln: a) partizipativ (mit Migrant/innen) und b) kooperativ (mit verschiedenen Anbietern)
  3. Förderliche und hemmende Bedingungen von Partizipation und Kooperation untersuchen

Liste zuklappenZielgruppe

Altersgruppe

  • Jugendliche und junge Erwachsene (15-25)
  • Menschen im mittleren erwerbsfähigen Alter (26-50)

Projekt richtet sich an

nicht geschlechtsspezifisch

Personengruppe

  • Personen mit spezifisch erhöhten Krankheitsrisiken
  • Sozial benachteiligte Personen

Die Maßnahme wird in folgendem Setting durchgeführt:

  • Region / Stadtteil / Nachbarschaft
  • Verein / Kirchengemeinde
  • sonstige: verschiedene, z.B. Strassenstrich, Stricherkneipen, Strassenfeste, etc.

Methodik und Studiendesign

Ziele, die das Projekt verfolgt?

  • Entwicklung und/oder Erprobung von Interventionen
  • Ermittlung des Bedarfs
  • Identifikation von Zielgruppen
  • Zugangswege
  • Zusammenstellung für die Praxis

Welche Intervention wurde durchgeführt?

  • Sonstiges: Community-Building

Studiendesign

  • Beobachtend

verwendete Methoden

  • Dokumentenanalyse
  • Quantitative Methode: Standardisierte Befragung (Fragebogen/Interview)
  • Qualitative Methode: Diskussionsrunde / Fokusgruppen, Experteninterview, Leitfrageninterview, Beobachtung
  • sonstiges : Partizipative Methoden: Photovoice, Community-Mapping

Liste zuklappenBeschreibung von Methode und Vorgehensweise der Studie

Das dreijährige Forschungsprojekt umfasste drei Phasen mit fünf Komponenten:

Phase 1

1. Aufbau von Projektstrukturen

2. Bundesweite Fragebogen-gestützte Befragung der Aidshilfen (n=90)

Phase 2
3. Lokale Fallstudien: Partizipative und kooperative Entwicklung der HIV-Prävention mit Migrantinnen und Migranten in vier Städet (Berlin, Hamburg, Dortmund, Osnabrück); Durchführung community-basierter Forschungsprojekte mithilfe von Interviews, Fokusgruppen, teilnehmender Beobachtung, Mapping-Verfahren, Photovoice, etc.

4. Methodische Weiterbildung (Capacity-Building-Workshops)

Phase 3
5. Partizipative Auswertung der Fallstudien und Weiterbildungs-Workshops
6. Entwicklung von Verwertungsstrategien, Empfehlungen, Handbuch

Ergebnisse und Praxistransfer

(vorläufige) Ergebnisse

Die Befragung der Aidshilfen hat ermittelt welche Angebote, Erfahrungen und Bedarfe im Verband der Aidshilfen im hiblick auf die HIV-Prävention für und mit Migrant/innen bestehen (von Unger et al. 2011).

In den Fallstudien wurden mit verschiedenen Zielgruppen und Communities Lösungsansätze erkundet - es wurde gezeigt, dass auch mit sog. "schwer erreichbaren" Zielgruppen partizipativ geforscht und HIV-Prävention entwickelt werden kann.

Die lebenswelten und HIV-bezogenen Bedrüfnisse der vulnerablen Gruppen sind sehr unterschiedlich, ebenso wie die entwickelten Lösungsansätze - siehe PakoMi-Handbuch (von Unger/Gangarova 2011)

Liste zuklappen(geplanter) Praxistransfer

Nachhaltiger Anwendungsnutzen stellte eine Prämisse im PaKoMi-Projekt dar. Vor Ort wurde darauf geachtet, dass die Ergebnisse der Fallstudien umgesetzt werden, z. B. durch den Aufbau und die Verstetigung von Strukturen (MSO, Vereine, Kooperationen, etc.). Überregional und bundesweit wurde durch die Entwicklung von Empfehlungen und Produkte wie Handbuch und Video darauf hingewirkt, dass die Ergebnisse umgesetzt werden und die partizipativen Prozesse weitergeführt werden. Die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) trägt mit ihrem Seminar-Angebot und Folgeprojekten dazu bei, die Erfolge von PaKoMi zu verstetigen und den Ansatz der partizipativen Zusammenarbeit weiterzuentwickeln:

  • Community- und Praxis-Partner/innen wurden zu Multiplikator/innen („PaKomi-Botschafter/innen“) geschult;
  • Teile der Capacity-Building-Workshopreihe werden in Form von Fortbildungsseminaren weiter geführt (z.B. zur Methode des Community Mapping, zu interkultureller Kommunikation u.a.);
  • Modellprojekte in München, Berlin und Freiburg (2011-2012), in denen Personen mit Migrationshintergrund zu Multiplikator/innen der HIV-Primärprävention ausgebildet werden, beinhalten auch Trainings in partizipativen Methoden in ihrer Ausbildung und knüpfen direkt an die PaKoMi-Empfehlungen an;
  • Mit dem Selbsthilfe-Netzwerk Afroleben+ wird ein partizipatives Photovoice-Projekt durchgeführt, mit dem der partizipative Ansatz von dem bereich der HIV-Prävention in den Bereich der Sekundär-/Tertiärprävention transferiert wurde;

Liste zuklappenPublikationen

1. PaKoMi Handbuch (englisch/dt.)

  • von Unger, H., Gangarova, T. (2012). PaKoMi Handbook. HIV Prevention for and with Migrants. Berlin: Deutsche AIDS-Hilfe. http://www.pakomi.de/publikationen (142 Seiten).
  • von Unger, H., Gangarova, T. (2011). PaKoMi Handbuch. HIV-Prävention für und mit Migrantinnen und Migranten. Berlin: Deutsche AIDS-Hilfe. http://www.pakomi.de/publikationen (142 Seiten).

2. PaKoMi Video (dt./engl.) (23 min., 15 min., 3 min.)

  • Gangarova, T. & von Unger, H. (2011) Das PaKoMi-Video: HIV-Prävention für und mit Migrantinnen und Migranten. (Video 23 min.; 15 min., 3 min) (deutsch, englisch, französisch mit Untertiteln) Deutsche AIDS-Hilfe: Berlin. www.pakomi.de
  • Gangarova, T. & von Unger, H. (2011) PaKoMi-Video: Participation and cooperation in HIV prevention with im/migrant communities in Germany. (Video 23 min.; 15 min., 3 min) (english version) Deutsche AIDS-Hilfe: Berlin.

3. Veröffentlichungen in Fachzeitschriften (peer reviewed)

  • von Unger, H. (2012). Partizipative Gesundheitsforschung. Wer partizipiert woran? [79 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung, 13(1), Art. 7, URN: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs120176
  • von Unger, H., Klumb, S., Gangarova, T., Wright, M.T. (2011). Herausforderungen der HIV-Prävention für Migranten. Ergebnisse einer Befragung der Aidshilfen. Prävention und Gesundheitsförderung, 6 (1), 19-26.

4. Buchbeiträge und weitere Veröffentlichungen

Weiterführende Informationen

Links

www.pakomi.de

Logo des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

Logo der Medizinischen Hochschule Hannover

Logo des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf

Logo der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung