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Projekt-Detailansicht

Kinder in Kitas (KiK)

Allgemeines

laufende Projektnummer

73

Kurzbeschreibung

Ziel:
Im Sinne einer möglichst frühzeitig einsetzenden Förderung sollen Kindertageseinrichtungen (Kitas) durch KiK im Bereich der Früherkennung von Entwicklungsgefährdungen und hinsichtlich des Einleitens individueller Fördermaßnahmen unterstützt werden.

Methoden:
KiK wird als randomisierte prospektive kontrollierte Studie in 12 Kitas in Mecklenburg-Vorpommern (M-V) durchgeführt. Als Instrument zur Früherkennung von Entwicklungsgefährdungen kam das „Dortmunder Entwicklungsscreening für den Kindergarten DESK 3–6“ zur Anwendung.

Bisher veröffentlichte Ergebnisse:
97% der befragten 71 Erziehenden bewerteten das DESK als hilfreiches Verfahren zum Erkennen von Entwicklungsgefährdungen. Das angebotene Training wurde
von über 90% der Erziehenden positiv bewertet. Das DESK 3–6 und das Training besitzen eine hohe Akzeptanz bei Erziehenden in M-V. Die Mehrheit der befragten Erziehenden beurteilt das DESK als geeignet, um Anzeichen von Entwicklungsgefährdungen zu erkennen. Die Übertragbarkeit der Trainingsinhalte in den Kita-Alltag wird von Erziehenden ebenfalls positiv bewertet.

Studienkoordination: Dr. Marco Franze
Projektleitung: Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann

Kontakt:
Dr. Marco Franze
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald Institut für Community Medicine Abteilung Versorgungsepidemiologie und Community Health Forschungsschwerpunkt Prävention Ellernholzstr. 1-2, 17487 Greifswald
Tel.: 0151 - 58 71 21 76 (03834 - 86 77 56), Fax: 03834 - 86 77 52 marco.franze@uni-greifswald.de

Liste zuklappenKontaktdaten aller wissenschaftlicher Partner

Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Community Medicine, Abteilung Versorgungsepidemiologie und Community Health, Forschungsschwerpunkt Prävention

Institut für Community Medicine, Abteilung Versorgungsepidemiologie und Community Health
Dr. Marco Franze (Ansprechpartner)
Ellernholzstr. 1-2
17487 Greifswald
Telefon: 03834 - 86 77 56
Fax: 03834 - 86 77 52
E-Mail: marco.franze@uni-greifswald.de

Institut für Community Medicine
Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann

Projektförderung

Beginn / geplanter Beginn: November 2008 Ende / geplantes Ende: Mai 2011

Die Förderung des Projektes erfolgte durch

  • Einrichtungen der Bundesländer: Ministerium für Soziales und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern

Institution/Institutionen des/der Präventionspartner?

  • Kindertagesstätte, Schule

Bundesland / Bundesländer, in denen die Maßnahme statt findet

  • Mecklenburg-Vorpommern

Projektbeschreibung

gesundheitsbezogener Schwerpunkt des Projekts

  • Bewegung
  • Früherkennung von Krankheiten und Beeinträchtigungen
  • Soziale Kompetenz
  • Sonstiges: sprachliche/kognitive Kompetenzen

Liste zuklappenAusgangssituation und theoretischer Hintergrund der Studie

In Mecklenburg-Vorpommern war im Schuljahr 2008/´09 eine erhebliche Zahl der Einschüler von Entwicklungsverzögerungen betroffen (Motorik: 16,4%, Sprache: 14,9%, emotional-soziale Kompetenzen: 12,4%). Solche und Ergebnisse des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys veranschaulichen die Notwendigkeit einer möglichst frühzeitig einsetzenden Förderung von Kindern.

Im Sinne einer effizienten Förderung in Kitas ist es sinnvoll, die kindliche Entwicklung systematisch zu beobachten und zu dokumentieren. Screeningverfahren verfolgen dabei das Ziel, Kinder zu identifizieren, bei denen aufgrund des Verdachts einer Entwicklungsgefährdung die Durchführung einer gesonderten Entwicklungsdiagnostik durch einen Fachdienst (z.B. Kinderarzt) angezeigt ist. Basierend auf einer Synopse von Beobachtungsbögen zur Beurteilung des kindlichen Entwicklungsstandes (Kliche et al., 2009) gibt es berechtigten Grund zur Annahme, dass Kitas häufig Verfahren mit nur geringer Qualität nutzen, besonders leistungsfähige Instrumente hingegen selten zur Anwendung kommen. Der Einsatz von Verfahren geringerer Qualität birgt neben einer Zeitverschwendung die Gefahren der Scheinorientierung, der Unterversorgung und „Fehlbehandlung“.

Liste zuklappenHauptziele der Studie

KiK soll dazu beitragen, die individuelle Förderung im Bereich der Kindertagesförderung
in M-V weiterzuentwickeln.

1. Früherkennung von Entwicklungsgefährdungen durch Kitas
2. Ergebnisrückmeldung an die Kitas und die Eltern
3. Einleiten erzieherischer Unterstützung

weitere Informationen hierzu: siehe Abschnitt "Beschreibung von Methode und Vorgehensweise der Studie"

Liste zuklappenZielgruppe

Altersgruppe

  • Klein- und Vorschulkinder (2-5)

Projekt richtet sich an

nicht geschlechtsspezifisch

Personengruppe

  • Professionelle als Multiplikatoren

Die Maßnahme wird in folgendem Setting durchgeführt:

  • Kindergarten / Kindertagesstätte

Methodik und Studiendesign

Ziele, die das Projekt verfolgt?

  • (Weiter-)Entwicklung von Erhebungsinstrumenten
  • Entwicklung und/oder Erprobung von Interventionen
  • Evaluation der Wirksamkeit von Maßnahmen

Welche Intervention wurde durchgeführt?

  • Anreize
  • Beratung / Coaching / Hausbesuche
  • Informationsveranstaltungen
  • Schulung / Kurs / Training
  • schriftlichen Informationen / Erstellen von Websites

Studiendesign

  • Experimentell
    • Interventionsstudie
      • Mit Kontrollgruppe

verwendete Methoden

  • Quantitative Methode: Standardisierte Befragung (Fragebogen/Interview)
  • Qualitative Methode: Diskussionsrunde / Fokusgruppen

gemessene Outcomes?

  • Gesundheit: Intermediäre Verhaltenparameter, Morbidität

Liste zuklappenBeschreibung von Methode und Vorgehensweise der Studie

  1. Früherkennung von Entwicklungsgefährdungen durch Kitas: Zur Anwendung kam das „Dortmunder Entwicklungsscreening für den Kindergarten (DESK 3-6)“ (Tröster et al., 2004). Dieses misst Kompetenzen von 3-6-Jährigen in den Bereichen Fein-/Grobmotorik, Sprache/Kognition und soziale Entwicklung. Die Durchführung erfolgte durch zuvor geschulte Erzieherinnen. Das DESK-Training war mit einer schriftlichen Befragung der Erziehenden zur Akzeptanz des DESK 3-6 verbunden. Diese beinhaltete auch eine Trainings-Bewertung.
  2. Ergebnisrückmeldung an Kitas und die Eltern: Zur Ergebnisrückmeldung erhielten die Kitas pro Kind zwei Exemplare eines Formblattes mit seinem individuellen Testergebnis (eines für interne Dokumentationszwecke der Kita und eines zur Weiterleitung an die Eltern).
  3. Einleiten erzieherischer Unterstützung: Hierzu erhielten Kitas der Interventionsgruppe zusätzlich ein speziell für den Interventionszeitraum abgestimmtes Übungsprogramm. Es beruht auf bereits bestehenden evidenzbasierten Programmen und dient der Förderung motorischer, sprachlich-kognitiver und sozial-emotionaler Kompetenzen. Das Programm soll von den Erziehenden selbst durchgeführt werden, erstreckt sich über insgesamt 20 Wochen und zielt auf eine möglichst tägliche Förderung ab.

Ergebnisse und Praxistransfer

(vorläufige) Ergebnisse

Bisher veröffentlichte Ergebnisse:
97% der befragten 71 Erziehenden bewerteten das DESK als hilfreiches Verfahren zum Erkennen von Entwicklungsgefährdungen. Das angebotene Training wurde
von über 90% der Erziehenden positiv bewertet. Die Erziehenden schätzten die eigene Kompetenz zur Früherkennung von Entwicklungsgefährdungen im Bereich Fein- und Grobmotorik nach dem Training signifikant höher ein als vor dem Training. Das DESK 3–6 und das Training besitzen eine hohe Akzeptanz bei Erziehenden in M-V. Die Mehrheit der befragten Erziehenden beurteilt das DESK als geeignet, um Anzeichen von Entwicklungsgefährdungen zu erkennen. Die Übertragbarkeit der Trainingsinhalte in den Kita-Alltag wird von Erziehenden ebenfalls positiv bewertet.

Liste zuklappen(geplanter) Praxistransfer

Aufgrund der Novellierung des Kindertagesförderungsgesetzes M-V und einer damit verbundenen neu formulierten nachgesetzlichen Verordnung erhalten ab dem Jahr 2011 auch weitere Kitas in M-V die Möglichkeit, das DESK einzusetzen (vgl. BeDoVO vom 14.12.2010). Im Falle ihrer Bereitschaft, das DESK für einen Zeitraum von 3 Jahren mindestens einmal jährlich anzuwenden und sich an einer wissenschaftlichen Evaluation zu beteiligen, werden die Anschaffungskosten für das Verfahren vom Land getragen. Ein finanzieller Ausgleich des mit der Beteiligung ebenfalls verbundenen zeitlichen Mehraufwands wurde durch die Verordnung festgelegt.

Das heißt, das auch weitere Kitas von den im Modellprojekt KiK entwickelten Trainingsmaßnahmen, Informations-/Unterrichtsmaterialien, Manualen / Leitfäden / Arbeitshilfen profitieren können.

Basierend auf den Erfolgen im Modellprojekt KiK sowie der o.g. gesetzlichen Änderungen kann eher von einer Übernahme des Projekts in den Regelbetrieb gesprochen werden.

Liste zuklappenPublikationen

Rudolph S, Franze M, Gottschling A, Hoffmann W. Entwicklungsgefährdungen im Bereich sozialer Kompetenzen bei 3-6-jährigen Kindern in Kindertageseinrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern: Prävalenz und Risikofaktoren (Originalartikel). KINDHEIT UND ENTWICKLUNG. 2013; 22(2):97-104.

Walter U, Gold C, Hoffmann W, Jahn I, Töppich J, Wildner M, Dubben S, Franze M, John J, Kliche T, Lehmann H, Naegele G, Nöcker G, Plaumann M, Pott E, Robra BP. Memorandum – Forschungsförderung Prävention. GESUNDHEITSWESEN. 2012; 74(8-9):526-532.

Franze M, Gottschling A, Hoffmann W. Kinder in Kitas in Mecklenburg-Vorpommern gezielt und evidenzbasiert fördern – Das Projekt „Summative Evaluation „KiföG M-V“ (Originalartikel). IMPULSE FÜR GESUNDHEITSFÖRDERUNG. 2012; 27.

Walter U, Gold C, Hoffmann W, Jahn I, Töppich J, Wildner M, Dubben S, Franze M, John J, Kliche T, Lehmann H, Naegele G, Nöcker G, Plaumann M, Pott E, Robra BP. Memorandum – Forschungsförderung Prävention. GESUNDHEITSWESEN. 2012; 74(8-9):526-532.

Gottschling A, Franze M, Hoffmann W. Entwicklungsverzögerungen bei Kindern. Screening als Grundlage für eine gezielte Förderung (Case-Report). DEUTSCHES ÄRZTEBLATT. 2012; 109(7):A 308-A 310.

Franze M, Gottschling A, Hoffmann W. Das Dortmunder Entwicklungsscreening für den Kindergarten (DESK 3-6) als Basis gezielter individueller Förderung in Kindertageseinrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern: Erste Ergebnisse des Modellprojekts "Kinder in Kitas (KiK)' zur Akzeptanz des DESK 3-6 bei Erziehenden. (Originalartikel). BUNDESGESUNDHEITSBLATT-GESUNDHEITSFORSCHUNG-GESUNDHEITSSCHUTZ. 2010; 12:1290-1297.

Weiterführende Informationen

Links

[sämtliche Links zuletzt abgerufen am 27.01.2011]

Institut für Community,Abteilung Versorgungsepidemiologie und Community Health, Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald (hier: Projektbeschreibung):

Link zur Publikation von Projektergebnissen im Bundesgesundheitsblatt:

Homepage des Ministeriums für Soziales und Gesundheit M-V zum Thema „Kindertagesförderung“:

Liste zuklappenweitere Bilder

Vierjährige einer "KiK-Kita" bei der Durchführung einer Aufgabe zur Feinmotorik (vorgezeichnetes Kreuz nachmalen)

Logo des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

Logo der Medizinischen Hochschule Hannover

Logo des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf

Logo der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung