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Prävention depressiver Störungen durch Gesundheitsförderung und Kompetenzsteigerung Jugendlicher - Eine Effectiveness Studie zur schulbasierten, universalen Primärprävention

Allgemeines

Förderkennzeichen BMBF

01EL0601

laufende Projektnummer

16

Kurzbeschreibung

Ziel des Vorhabens ist die Wirksamkeit eines universalen, schulbasierten Präventionsprogramms (LARS&LISA 2004) mittels einer kontrollierten, randomisierten Studie zu untersuchen. Das Training wird zum einen durch Experten (Psychologen), zum anderen durch Lehrer/innen mit 8. Hauptschulklassen durchgeführt. Eine Nachuntersuchung bis zu 18 Monaten soll prüfen, ob es durch beide Interventionsbedingungen gelingt, den Anstieg depressiver Symptomatik zu verhindern. Es werden in Haupt- und Gesamtschulen der Region Klassen der achten Jahrgangsstufe zur Teilnahme rekrutiert und vor sowie nach der Intervention im Abstand von 6 Monaten, 12 Monaten bis 18 Monaten nach Abschluss der Maßnahme nachuntersucht. Es kommen Interviews, Fragebögen und Lehrerbeurteilungen zur Anwendung. Eine derartige Evaluation würde zum einen den Transfer eines bereits erfolgreich bewährten Programms in einen bislang vernachlässigten Schultyp mit einer Überrepräsentativität sozial benachteiligter Gruppen belegen, zum anderen die breite Anwendung im Schulalltag durch Lehrer/innen ermöglichen und somit Nachhaltigkeit gewährleisten. Die Prävention depressiver Störungen ist von hoher sozialer und ökonomischer Relevanz.

Liste zuklappenKontaktdaten aller wissenschaftlicher Partner

Eberhard Karls Universität Tübingen

Fakultät für Informations- und Kognitionswissenschaften - Psychologisches Institut - Klinische und Entwicklungspsychologie
Prof. Martin Hautzinger

Projektförderung

Beginn / geplanter Beginn: März 2008 Ende / geplantes Ende: Dezember 2011 BMBF-Förderphase 2

Institution/Institutionen des/der Präventionspartner?

  • Ministerien und Einrichtungen auf Bundes-, Landes- oder kommunaler Ebene
  • Sozialversicherung (z.B. Krankenkasse, Unfallkasse)

Bundesland / Bundesländer, in denen die Maßnahme statt findet

  • Baden-Württemberg

Projektbeschreibung

gesundheitsbezogener Schwerpunkt des Projekts

  • Psyche / Stress
  • Früherkennung von Krankheiten und Beeinträchtigungen
  • Soziale Kompetenz

Liste zuklappenAusgangssituation und theoretischer Hintergrund der Studie

Die Global Burden of Disease Study der Weltgesundheitsorganisation konnte zeigen, dass Depressionen weltweit zu den häufigsten und beeinträchtigsten Erkrankungen gehören und durch erhebliche direkte und indirekte Folgekosten von enormer gesundheitsökonomischer Bedeutung sind. Besonders alarmierend ist hierbei, dass sich das Auftreten depressiver Störungen während der letzten Jahrzehnte systematisch und konstant in immer frühere Lebensabschnitte vor verlagert hat. So sind heute Depressionen bereits im Jugendalter weit verbreitetet. Nach nationalen wie internationalen epidemiologischen Studien leiden 15% - 20% der Kinder und Jugendlichen bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres unter mindestens einer depressiven Episode. Betrachtet man die Häufigkeit depressiver Störungen nach Schularten getrennt, so finden sich bei Haupt- und Realschülern höhere Werte als bei Gymnasiasten. Problematisch bei Depressionen im Kindes- und Jugendalter sind die Folgeerscheinungen und die Chronizität dieser rezidivierenden Erkrankung. So erhöht eine depressive Erkrankung bei Jugendlichen das Risiko sowohl für die Entwicklung einer Depression im Erwachsenenalter als auch für die Entwicklung anderer psychischer Störungen. Neben einem niedrigen Bildungsniveau ist das Alter der Jugendlichen ein wichtiger Risikofaktor für die Entwicklung von Depressionen. Insgesamt steigt die Gesamtzahl der Depressionen mit dem Alter an, wobei es zu einem starken Anstieg der Erkrankungsrate während der Pubertät kommt. Mit der Pubertät erfolgt auch eine Verschiebung der Geschlechtsverteilung zu ungunsten von Frauen und Mädchen. Während präpubertär keine Geschlechtsunterschiede bezüglich Depressivität bzw. negativer Affektivität vorliegen, sind Mädchen ab der Pubertät mindestens zwei- bis dreimal so häufig betroffen wie Jungen. Hieraus ergibt sich ein dringender Bedarf an effizienten Behandlungen, doch insbesondere einem effektiven Präventionsprogramm zur Verhinderung von Depressionen im Jugendalter und zur Milderung der vielfältigen Folgen depressiver Störungen bis ins Erwachsenenalter. Universale primärpräventive Programme dürfen als angemessene, zielführende und hilfreiche Vorbeugungsmaßnahmen von Depressionen bei Jugendlichen angesehen werden. Da bis vor kurzem kein nachgewiesen effektives, universelles, speziell auf Jugendliche ausgerichtetes Präventionsprogramm existierte, war es in den letzten Jahren das Ziel unserer Arbeitsgruppe ein solches Programm zu entwickeln und zu evaluieren. Besonders wichtig für die Zukunft ist hierbei die Durchführbarkeit eines solchen Programms durch Lehrer sicherzustellen, um die Integration in die alltägliche Lebenswelt zu erhöhen.

Liste zuklappenHauptziele der Studie

Gesamtziel des Vorhabens ist es das bei Realschülern erfolgreich evaluierte schulbasierte universale Präventionsprogramm „LARS&LISA“ für den Alltag in Hauptschulen zu adaptieren und zu evaluieren. Hierbei sollen die bisherigen Erfahrungen nicht nur der wissenschaftlichen Evaluation der Effektivität des Programms dienen, sondern ebenfalls dem Transfer der Forschungsergebnisse in den schulischen Alltag mit Unterstützung der Hauptverwaltung der Allgemeinen Ortskrankenkassen Baden Württemberg und der Schulbehörde (2 Regierungspräsidien des Landes Baden Württemberg, KuMi) um so eine breite Umsetzung des Programms durch Lehrer und damit eine langfristige Verbesserung der psychischen Gesundheit Jugendlicher ermöglichen. Erstes Ziel des Vorhabens ist die Überprüfung der Wirksamkeit (bezogen auf Depressivität, Kompetenzförderung, schulisches Verhalten) des Präventionsprogramms bei Schülerinnen und Schülern von Hauptschulen. Diese Ausweitung zielt also auch auf eine Reduktion ungleich verteilter Gesundheitschancen in der Bevölkerung ab. Zweites Ziel der Studie ist es, die Integration des Präventionsprogramms in den Schulalltag und damit in bestehende Strukturen zu erleichtern. Dies geschieht, indem das Programm nur noch von je einem Trainer/einer Trainerin pro Gruppe durchgeführt wird und die Gruppen nicht nur von Psychologen, sondern in einer weiteren Bedingung von Lehrern geleitet werden.

Liste zuklappenZielgruppe

Altersgruppe

  • Jugendliche und junge Erwachsene (15-25)
  • Schülerinnen und Schüler (11-14)

Projekt richtet sich an

nicht geschlechtsspezifisch

Personengruppe

  • Professionelle als Multiplikatoren
  • Sozial benachteiligte Personen

Die Maßnahme wird in folgendem Setting durchgeführt:

  • Schule

Methodik und Studiendesign

Ziele, die das Projekt verfolgt?

  • Entwicklung und/oder Erprobung von Interventionen
  • Evaluation der Wirksamkeit von Maßnahmen
  • Strukturbildung

Welche Intervention wurde durchgeführt?

  • Schulung / Kurs / Training

Studiendesign

  • Experimentell
    • Interventionsstudie
      • Mit Kontrollgruppe

verwendete Methoden

  • Quantitative Methode: Standardisierte Befragung (Fragebogen/Interview), Beobachtung

gemessene Outcomes?

  • Gesundheit
  • Kompetenz / Empowerment
  • Strukturbildung
  • Akzeptanz / Zufriedenheit
  • Sonstiges : Psychische Symptomatik, schulisches Verhalten

Liste zuklappenBeschreibung von Methode und Vorgehensweise der Studie

Der (varianzanalytische) Studienplan folgt einer kontrollierten, randomiserten Interventionsstudie mit 3 Untersuchungsbedingungen (2 Interventionsbedingungen: L&L durch Psychologen, L&L durch Lehrer sowie normaler Unterricht als Kontrollbedingung) und 4 Messpunkten (vor Intervention, nach Intervention, 6 und 12 Monaten nach Intervention). Geplant sind auch spätere Nachuntersuchungen (18 Monate). Da die Hauptschulen meist nur noch eine Jahrgangsklasse haben, erfolgt die Randomisierung über kooperierende Schulen aus der Region. Geplant ist pro Interventionsbedingung 250 Schüler einzuschließen. Die Eingangs-, Ausgangs- und Nachkontrolldiagnostik erfolgt durch nicht eingeweihte („verblindete“) Untersucher, wobei sowohl Schüler- als auch Lehrerurteile bzw. -verhalten erhoben werden. Die Trainer (Psychologen, Lehrer) werden in LARS&LISA (manualisiertes, stark strukturiertes Programm über 10 Doppelstunden in 10 Wochen) geschult und supervidiert.

Ergebnisse und Praxistransfer

(vorläufige) Ergebnisse

Aus dem Stand Januar 2010 ergibt sich folgendes vorläufiges Ergebnis: Die Pilotphase an drei Hauptschulklassen ist abgeschlossen. Seit September 2008 läuft die Hauptstudie. Bisher haben 34 Klassen (11 Psychologen-Klassen, 11 Lehrer-Klassen und 12 Kontroll-Klassen) teilgenommen. Zur Realisierung der Studienbedingungen wurden 19 Psychologen und 22 Lehrer eingesetzt. Anfang 2010 werden die ersten 12 Monats-Katamnesen realisiert. Die bisherigen Eindrücke deuten darauf hin, dass die Adaption von LARS&LISA an die Hauptschulen gelungen ist. Das LARS&LISA-Manual ist für Lehrer (Multiplikatoren) durch Fortbildungen für eine Trainingsdurchführung mit Supervision vermittelbar. Das Programm kommt bei Schülern und Lehrern gut an. Lehrer erleben es als passend, förderlich und hilfreich. Damit erweist sich das Programm auch an Hauptschulen als erfolgreich.

Liste zuklappen(geplanter) Praxistransfer

Erläuterung des (geplanten) Praxistransfers: Sollte sich das Vorhaben wie geplant bewähren, dann stehen Materialien, Unterrichtseinheiten und Trainingskonzepte zur Verfügungen, die den Schulen übers Internet oder als Druck zugänglich sind. Die Allgemeine Ortskrankenkasse finanziert die Gestaltung der Materialien bzw. der Netzseiten. Ausgebildete Trainer stehen zur Fortbildung von Interessierten zur Verfügung. Das Kultusministerium bzw. die Regierungspräsidien machen die Materialien über deren Verteiler den Lehrern, den Schulen und den Schülern zugänglich. Damit wären die Präventionsmaßnahmen für alle frei bzw. kostengünstig zugänglich.

Liste zuklappenPublikationen

Pössel, P., Horn, A. B., Seemann, S. & Hautzinger, M. (2004). Trainingsprogramm zur Prävention von Depressionen bei Jugendlichen. LARS&LISA: Lust An Realistischer Sicht & Leichtigkeit Im Sozialen Alltag. Hogrefe: Göttingen. (Programm für Realschulen).

Verschiedene Vortragseinladungen und Workshops (z.B. Vorträge an Schulen, Regierungspräsidien der Region, „Prävention psychischer Störungen – eine Herausforderung für die Zukunft“ Bayerische Landeskammer der Psychologischen Psychotherapeuten und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten).
Verschiedene Fortbildungsveranstaltungen für Lehrer und Psychologen.

Beitrag zu LARS&LISA im AOK-Magazin "Gesundheit und Gesellschaft" im Rahmen der Gesundheitsförderung (Ausgabe 9/09).

Zu dem hier dargestellten laufenden Projekt gibt es noch keine offiziellen Publikationen.

Weiterführende Informationen

Liste zuklappenProjektmaterialien

Strukturiertes Trainermanual zur Programmdurchführung, unterstützendes Filmmaterial zum Programm (DVD), CD-ROM mit allen Materialien (Arbeitsblätter für Schüler, Transparentfolienm Poster, Regieanweisung). Das Trainermanual beschreibt das Vorgehen detailliert und selbsterklärend, alle weiteren benötigten Materialien (Arbeitsblätter für Schüler, Transparentfolien, Poster, Regieanweisung) sind auf der CD-ROM zu finden und alle im Programm verwendeten Filme sind auf DVD vorhanden, so dass die Umsetzung des Programms einfach und benutzerfreundlich erfolgen kann. Zusätzlich empfehlen wir den Besuch einer Fortbildung zur Einführung in das Programm. Alle Materialien sind gegen Erstattung eines Selbskostenpreises zu erwerben.

Links

http://www.uni-tuebingen.de/psychologie/abtkpps/lars_und_lisa/index.htm

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