Projekt-Detailansicht
Aktive Gesundheitsförderung bei alten Menschen im Kinzigtal - Prozess- und Ergebnisevaluation eines Interventionsprogramms im Kontext der Integrierten Versorgung von AOK-Patienten
Allgemeines
Förderkennzeichen BMBF
01EL0715laufende Projektnummer
48Kurzbeschreibung
Ziel der Studie ist eine Prozess- und Ergebnisevaluation des Programms "Aktive Gesundheitsförderung im Alter". Praxispartner ist die Gesundes Kinzigtal GmbH, die gemeinsam mit der AOK Baden Württemberg ein Modellprojekt zur Integrierten Versorgung im Kinzigtal durchführt. Die Interventionsgruppe besteht aus 468 Teilnehmern des Modellprojektes zur Integrierten Versorgung im Alter von über 60 Jahren. Im Rahmen der Prozessevaluation werden das Ausmaß der Zielgruppenerreichung, die Akzeptanz des Programms, förderliche und hemmende Faktoren der Durchführung sowie die Transferierbarkeit des Programms untersucht. Gegenstand der Ergebnisevaluation ist ein Vorher-Nachher-Vergleich (vier Messzeitpunkte) im Hinblick auf gesundheitsrelevante Einstellungen und Kenntnisse sowie im Hinblick auf die Zielbereiche der Intervention (Ernährung, Bewegung und soziale Partizipation) und den Gesundheitszustand. Neben Befragungen werden Daten der AOK zur Inanspruchnahme von Versorgungsleistungen und zu den Kosten für die gesundheitliche Versorgung herangezogen. Die Studie ermöglicht Aussagen zur Übertragbarkeit des Programms, zu längerfristigen Effekten und zu gesundheitsökonomischen Aspekten. Diese bilden für die Kostenträger eine Entscheidungsgrundlage für einen breiteren Einsatz des Programms.
Kontaktdaten aller wissenschaftlicher Partner
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Zentrum für Psychosoziale Medizin, Institut für Medizin-Soziologie
Prof. Alf Trojan
Zentrum für Psychosoziale Medizin - Institut für Medizin-Soziologie
Prof. Olaf von dem Knesebeck (Projektleitung)
Martinistr. 52
20251 Hamburg
E-Mail: o.knesebeck@uke.uni-hamburg.de
Otto-von-Guericke Universität Magdeburg
Institut für Sozialmedizin
Dr. Enno Swart
Universität Bremen
Zentrum für Sozialpolitik
Prof. Heinz Rothgang
Projektförderung
Beginn / geplanter Beginn: November 2007 Ende / geplantes Ende: Oktober 2010 BMBF-Förderphase 3Bundesland / Bundesländer, in denen die Maßnahme statt findet
- Baden-Württemberg
Projektbeschreibung
gesundheitsbezogener Schwerpunkt des Projekts
- Bewegung
- Ernährung
- Soziale Kompetenz
Ausgangssituation und theoretischer Hintergrund der Studie
Obgleich in den letzten Jahren zunehmend Programme zur Gesundheitsförderung im höheren Lebensalter entwickelt worden sind, besteht ein Mangel an systematisiertem Wissen über die Qualität und die Wirksamkeit dieser Programme. Eine viel versprechende Intervention ist das Programm "Aktive Gesundheitsförderung im Alter", das auf eigenverantwortliche Selbstbestimmung im Alter (Empowerment) setzt und auf drei Bereiche fokussiert:
- körperliche Aktivität,
- Ernährung sowie
- soziale Teilhabe (soziales Netz, soziale Vorsorge).
Das Programm ist bereits in einem städtischen Kontext (Hamburg) erfolgreich erprobt worden.
Hauptziele der Studie
Übergeordnetes Ziel der Studie ist eine Prozess- und Ergebnisevaluation des Programms "Aktive Gesundheitsförderung im Alter" in einem ländlichen Kontext. Praxispartner ist die Gesundes Kinzigtal GmbH, die gemeinsam mit der AOK Baden Württemberg ein Modellprojekt zur Integrierten Versorgung im Kinzigtal durchführt. Im Rahmen der Prozessevaluation werden das Ausmaß der Zielgruppenerreichung, die Akzeptanz des Programms, förderliche und hemmende Faktoren der Durchführung sowie die Transferierbarkeit des Programms untersucht. Gegenstand der Ergebnisevaluation ist ein Vorher-Nachher-Vergleich (vier Messzeitpunkte) im Hinblick auf gesundheitsrelevante Einstellungen und Kenntnisse sowie im Hinblick auf die Zielbereiche der Intervention (Ernährung, Bewegung und soziale Partizipation) und den Gesundheitszustand. Neben diesen Primärerhebungen werden Daten
der AOK zur Inanspruchnahme von Versorgungsleistungen und zu den Kosten für die gesundheitliche Versorgung herangezogen.
Zielgruppe
Altersgruppe
- Menschen im höheren erwerbsfähigen Alter (51-65)
- ältere Menschen (66-79)
Projekt richtet sich an
nicht geschlechtsspezifischPersonengruppe
- Trifft nicht zu
Methodik und Studiendesign
Ziele, die das Projekt verfolgt?
- Evaluation der Wirksamkeit von Maßnahmen
- Vernetzung bestehender Programme
- Zugangswege
Welche Intervention wurde durchgeführt?
- Beratung / Coaching / Hausbesuche
- Informationsveranstaltungen
- schriftlichen Informationen / Erstellen von Websites
Studiendesign
- Experimentell
- Interventionsstudie
- Mit Kontrollgruppe
- Ohne Kontrollgruppe
- Interventionsstudie
verwendete Methoden
- Quantitative Methode: Standardisierte Befragung (Fragebogen/Interview)
- Qualitative Methode: Leitfrageninterview
- Analyse von Sekundärdaten
- gesundheitsökonomische Analyse
gemessene Outcomes?
- Gesundheit: Lebensqualität, Intermediäre Verhaltenparameter
- Kompetenz / Empowerment
- Versorgungsdaten
- Zugangswege
- Akzeptanz / Zufriedenheit
- Direkte/indirekte Kosten
Beschreibung von Methode und Vorgehensweise der Studie
Die Interventionsgruppe besteht aus eingeschriebenen Teilnehmern des Modellprojektes zur Integrierten Versorgung im Alter von über 60 Jahren (N=468), die nicht pflegebedürftig sind und noch unabhängig und ohne kognitive Beeinträchtigungen zu Hause leben. Die Rekrutierung erfolgt über die an dem Modellprojekt „Gesundes Kinzigtal“ teilnehmenden Hausärzte sowie über den Praxispartner „Gesundes Kinzigtal GmbH“. Die Intervention besteht aus zwei Bausteinen. Zunächst werden die Teilnehmer von einem interdisziplinären Gesundheitsberater-Team in Vorträgen über verschiedene Aspekte wie Mobilität, psychische und kognitive Aktivität sowie sozialer Vorsorge informiert. Danach erhält jeder Teilnehmer im Rahmen einer Kleingruppenberatung eine individuelle Ernährungs- und Bewegungsempfehlung.
Für die Prozess- und Ergebnisevaluation kommt ein Methoden-Mix zur Anwendung, bei dem sowohl die Interventionsteilnehmer als auch die an der Organisation und Durchführung der Intervention beteiligten Akteure zu mehreren Zeitpunkten befragt werden. Während die Befragung der Interventionsteilnehmer quantitativ mittels standardisierter Fragebögen erfolgt, werden die beteiligten Akteure qualitativ mit Hilfe von Leitfrageninterviews befragt. Darüber hinaus werden Daten aus Primärerhebungen mit Sekundärdaten der AOK kombiniert.
Ergebnisse und Praxistransfer
(vorläufige) Ergebnisse
Die Evaluation des Programms in einem anderen Kontext soll Aussagen zur Übertragbarkeit vor allem auf ländliche Regionen, zu längerfristigen Ergebnissen (18 Monate nach der Intervention) und zu gesundheitsökonomischen Aspekten liefern. Zum jetzigen Zeitpunkt (Februar 2010) sind 361 Teilnehmer für das Projekt rekrutiert und befragt worden (t0). Insgesamt wurden 43 Interventionsveranstaltungen durchgeführt, die im Rahmen der Prozessevaluation systematisch dokumentiert wurden. Zudem fanden begleitende Befragungen der Programmdurchführenden und behandelnden Ärzte statt.
(geplanter) Praxistransfer
Im Hinblick auf die Verbreitung der Studienergebnisse ist vorgesehen, nicht nur in wissenschaftlichen Fachzeitschriften, sondern auch in praxisbezogenen Publikationsorganen zu veröffentlichen, um Kostenträger und Anbieter von Präventions- und Gesundheitsförderungsmaßnahmen für Personen im höheren Lebensalter zu erreichen. Darüber hinaus werden die Ergebnisse direkt an die Programmentwickler zur Nutzung in der von ihnen angebotenen Multiplikatorenschulung weitergegeben.
Weiterführende Informationen
Projektmaterialien
Jahresbericht Gesundes Kinzigtal GmbH 2008


