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Projekt-Detailansicht

Evaluations- und Implementationsforschung Modellprojekt Pro Kind

Allgemeines

laufende Projektnummer

89

Kurzbeschreibung

Das Programm zielt auf eine Förderung der kindlichen emotionalen, kognitiven und sozialen Entwicklung sowie die Prävention von Vernachlässigung, Misshandlung und Missbrauch ab, indem es die Eltern zu den primären Adressaten der Intervention macht: Gesundheitsbezogenes Verhalten der Mutter wird bereits während der Schwangerschaft gefördert und die elterliche Bindung zum Kind wird über die Stärkung ihrer intuitiven Erziehungskompetenzen verbessert. Es wird auf den Auf- bzw. Ausbau der formellen und informellen Netzwerke der Mutter bzw. der Eltern hingewirkt. Darüber hinaus zielt das Projekt langfristig auch darauf ab, den Familien ökonomische Eigenständigkeit und damit Unabhängigkeit von Arbeitslosengeld und Sozialhilfe zu ermöglichen, womit sich die Hoffnung verbindet, staatliche Unterstützungskosten reduzieren zu können.

Liste zuklappenKontaktdaten aller wissenschaftlicher Partner

Medizinische Hochschule Hannover (MHH)

Klinik für Zahnerhaltung, Parodontologie und Präventive Zahlheilkunde
Prof. Dr. Hüsamettin Günay

Klinik für Zahnerhaltung, Parodontologie und Präventive Zahlheilkunde
Prof. Dr. W. Guertsen


Universität Rostock

Institut für Sonderpädagogische Entwicklungsförderung und Rehabilitation (ISER)
Prof. Dr. Tanja Jungmann


Leibniz Universität Hannover

Institut für Öffentliche Finanzen
PD Dr. Lutz

Projektförderung

Beginn / geplanter Beginn: April 2006 Ende / geplantes Ende: Dezember 2012

Die Förderung des Projektes erfolgte durch

  • Einrichtungen des Bundes: BMFSFJ
  • Einrichtungen der Bundesländer: SMS (Sachsen)
  • Stiftungen: Tui-Stiftung, Dürr-Stiftung, Reimann-Dubbers Stiftung

Bundesland / Bundesländer, in denen die Maßnahme statt findet

  • Bremen
  • Niedersachsen
  • Sachsen

Projektbeschreibung

gesundheitsbezogener Schwerpunkt des Projekts

  • Psyche / Stress
  • Gewaltprävention
  • Mundgesundheit
  • Sonstiges: Gesundheitsprävention, Frühe Hilfe

Liste zuklappenAusgangssituation und theoretischer Hintergrund der Studie

Das Programm und damit auch die Arbeit der Familienbegleiterinnen basieren auf der ökologischen Theorie von Bronfenbrenner (1992), der Bindungstheorie von Bowlby (1969) und der Selbstwirksamkeitstheorie von Bandura (1977, 1982). Das Hausbesuchsprogramm "Pro Kind - Wir begleiten junge Familien" arbeitet nach dem Vorbild des evidenzbasierten Nurse-Family Partnership (NFP) -Programms und richtet sich an sozial benachteiligte, erstgebärende Frauen und ihre Familien. Vermittelt über die Stärkung der elterlichen Selbstwirksamkeit, der Eltern-Kind-Bindung und formellen sowie informellen sozialen Unterstützung soll das Auftreten einer Kinderswohlgefährdung und kindlicher Entwicklungsverzögerung verhindert werden.

Liste zuklappenHauptziele der Studie

Die Evaluationsforschung untersucht im Rahmen einer randomisierten Kontrollgruppenstudie die Wirksamkeit des Hausbesuchsprogramms auf
1) die mütterliche und kindliche Gesundheit,
2) die weitere mütterliche Lebensplanung ( z. B. nachfolgende Schwangerschaften),
3) die kindliche Entwicklung und
4) die Inanspruchnahme weiterer sozialer oder gesundheitlicher Dienste.

Die Implementationsforschung beschäftigt sich mit den Fragen:
1) Wird die Zielgruppe erreicht?
2) Lässt sich das Programm wie geplant umsetzen?
3) Welche Änderungen des bisherigen Konzepts sind notwendig?

Liste zuklappenZielgruppe

Altersgruppe

  • Jugendliche und junge Erwachsene (15-25)
  • Klein- und Vorschulkinder (2-5)
  • Menschen im mittleren erwerbsfähigen Alter (26-50)
  • Säuglinge (0-1)

Projekt richtet sich an

nicht geschlechtsspezifisch

Personengruppe

  • Bevölkerungsgruppen in risiko-erhöhten Lebensphasen
  • Sozial benachteiligte Personen

Die Maßnahme wird in folgendem Setting durchgeführt:

  • Familie / Haushalt

Methodik und Studiendesign

Ziele, die das Projekt verfolgt?

  • Entwicklung und/oder Erprobung von Interventionen
  • Evaluation der Wirksamkeit von Maßnahmen
  • Zugangswege

Welche Intervention wurde durchgeführt?

  • Beratung / Coaching / Hausbesuche
  • Schulung / Kurs / Training

Studiendesign

  • Experimentell
    • Interventionsstudie
      • Mit Kontrollgruppe

verwendete Methoden

  • Dokumentenanalyse
  • Quantitative Methode: Standardisierte Befragung (Fragebogen/Interview), Beobachtung
  • Qualitative Methode: Experteninterview, Leitfrageninterview
  • Längsschnittstudie
  • sonstiges : Entwicklungstestungen der Kinder, Kosten-Nutzen-Analyse

gemessene Outcomes?

  • Gesundheit: Lebensqualität, Intermediäre Verhaltenparameter
  • Kompetenz / Empowerment
  • Versorgungsdaten
  • Zugangswege
  • Akzeptanz / Zufriedenheit
  • Direkte/indirekte Kosten

Liste zuklappenBeschreibung von Methode und Vorgehensweise der Studie

Die Begleitung in Form von Hausbesuchen beginnt bereits in der Schwangerschaft und wird bis zum zweiten Geburtstag des Kindes regelmäßig durch geschulte Familienbegleiterinnen (Hebammen und/oder Sozialpädagoginnen) fortgesetzt. Die praktische Umsetzung des Programmes erfolgt seit 2006 an 15 Standorten in den drei Bundesländern Niedersachsen, Bremen/Bremerhaven und Sachsen. Bis Dezember 2009 wurden insgesamt N = 755 Frauen in das Modellprojekt aufgenommen, von denen n = 394 Treatment erhielten.

Das KFN führt unter Leitung von Frau Prof. Dr. Tanja Jungmann (Universität Rostock) die Implementationsforschung sowie die biopsychosoziale Evaluation mit längsschnittlichem, randomisierten Kontrollgruppendesign zur Erfassung der Effektivität des Hausbesuchprogramms durch. Die Programmimplementation wird durch eine fundierte Forschung begleitet, die auf drei Ebenen (Kommunen, Projektleitung, Projektakteure) den Prozess der Implementation (z. B. Kooperationen, Vernetzung, Durchführungstreue, Durchführungsprobleme- und lösungen) dokumentiert. Die biopsychosoziale Evaluation untersucht zu 5 unterschiedlichen Messzeitpunkten längsschnittlich die Wirksamkeit des Programms auf die Mütter/Eltern, die Entwicklung der Kinder und die Eltern-Kind-Interaktion und spezifiziert Gründe der Wirkungen (Wirkmodell).

Im Rahmen der ökonomischen Kosten-Nutzen-Analyse (Leitung: PD Dr. Peter Lutz, Universität Hannover) wird das Verhältnis zwischen staatlichen Kosten und Einsparungen durch die Investition in Prävention ermittelt.

Ergebnisse und Praxistransfer

(vorläufige) Ergebnisse

Die Datenerhebung ist Mitte 2012 abgeschlossen. Zahlreiche Publikationen zu verschiedenen Themenbereichen liegen bereits vor, wobei diese Ergebnisse zumeist als vorläufig zu betrachten sind (s. Publikationen).

Liste zuklappenPublikationen

Adamaszek, K. & Jungmann, T. (2009). Das Modellprojekt Pro Kind - Wir begleiten junge Familien. Erscheint in: Deutsches Institut für Urbanistik, Aktuelle Beiträge zur Kinder- und Jugendhilfe. Berlin: Schriftenreihe der Arbeitsgruppe Fachtagungen Jugendhilfe.

Brand, T. & Jungmann, T. (2009). Implementation von kriminalpräventiven Programmen: Stand der Forschung und Desiderate. In: sofid Kriminalsoziologie + Rechtsoziologie 2008/2. http://www.gesis.org/dienstleistungen/fachinformationen/ servicepublikationen/sofid/themenbereiche/kriminalsoziologie/

Brand, T. & Jungmann, T. (2010). Zugang zu sozial benachteiligten Familien. Ergebnisse einer Multiplikatorenbefragung im Rahmen des Modellprojekts „Pro Kind". Prävention und Gesundheitsförderung, 5 (2), 109-114.

Brand, T., Kurtz, V. & Jungmann, T. (2012). Qualitätssicherung im Setting Familie - Umsetzungserfahrungen aus dem Modellprojekt "Pro Kind". Forschung und Praxis der Gesundheitsförderung, Bd. 41, Gesund aufwachsen in Kita, Schule, Familie und Quartier. Nutzen und Praxis verhaltens- und verhältnisbezogener Prävention - KNP-Tagung am 18. und 19. Mai 2011 in Bonn. Köln: BZgA

Brand, T. & Jungmann, T. (in press). Implementation differences of two staffing models in the German home visiting program "Pro Kind". Journal of Community Psychology.

Brand, T., Kurtz, V. & Jungmann, T. (im Druck). Zwischen Gesundheit und Sozialem. Vernetzung im Kontext Früher Hilfen. Gesundheitsförderung Konkret. Buchbeitrag zum Nationalen Präventionskongress.

Jungmann, T. (2010). Das Hausbesuchsprogramm des Modellprojektes „Pro Kind“. In R. Kißgen & N. Heinen (Hrsg.), Frühe Risiken und frühe Hilfen (S. 183-193). Stuttgart: Klett-Cotta.

Jungmann, T., Adamaszek, K., Helm, G., Sandner, M. & Schneider, R. (2010). Prävention von Kindeswohlgefährdung und Intervention im Kinderschutz. Vorläufige Befunde zur Wirksamkeit des Modellprojektes „Pro Kind“. IzKK-Nachrichten, Themenheft „Kinderschutz und frühe Hilfen“, 22-27.

Jungmann, T., Adamaszek, K. & Kolanowski, M. (2008). Prävention, die in der Schwangerschaft beginnt - Das Modellprojekt „Pro Kind“ und Familienhebammen in Niedersachsen und Bremen: Kooperation statt Konkurrenz. Hebammenforum, 1/2008, 25-28.

Jungmann, T., Brand, T. & Kurtz, V. (2011). Entwicklungsförderung im Rahmen Früher Hilfen – Vorläufige Befunde aus dem Modellprojekt „Pro Kind“. Verhaltenstherapie & psychosoziale Praxis, 43 (2), 291-302.

Jungmann, T., Kurtz, V. & Brand, T. (2008). Das Modellprojekt „Pro Kind“ – Eine Verortung in der Landschaft früher Hilfen. Frühförderung Interdisziplinär, 27, 67-78.

Jungmann, T., Kurtz, V., Brand, T., Sierau, S. & von Klitzing, K. (2010). Präventionsziel Kindergesundheit im Rahmen des Modellprojektes „Pro Kind“: Vorläufige Befunde einer längsschnittlichen, randomisierten Kontrollgruppenstudie. Bundesgesundheitsblatt - Bundesgesund¬heitsforschung - Bundesgesundheitsschutz, 53 (11), 1180-1187.

Jungmann, T. & Pfeiffer, C. (2010). Zur Notwendigkeit von Prävention aus kriminologischer Perspektive. In R. Kißgen & N. Heinen (Hrsg.), Frühe Risiken und frühe Hilfen (S. 17-46). Stuttgart: Klett-Cotta.

Jungmann, T. & Refle, M. (2011). Stärkung elterlicher Kompetenzen zur Prävention von Kindeswohlgefährdung. Frühe Kindheit, 03/11, 28-37.

Jungmann, T., Ziert, Y., Kurtz, V. & Brand, T. (2009). Preventing adverse developmental outcomes and early onset conduct problems through prenatal and infancy home visitation: The German pilot project "Pro Kind". European Journal of Developmental Science, 3 (3), 292-298.

Kurtz, V., Brand, T. & Jungmann, T. (2010). Förderung der kindlichen Entwicklung durch Frühe Hilfen? Vorläufige Ergebnisse einer längsschnittlichen, randomisierten Kontrollgruppenstudie zum Modellprojekt "Pro Kind". Prävention und Gesundheitsförderung, 5 (4), 347-352.

Kurtz, V., Brand, T., Maier-Pfeiffer, A., Hartmann, S. & Jungmann, T. (2012). Implementierung Früher Hilfen für Familien mit und ohne Migrationshintergrund - Ergebnisse des Modellprojekts „Pro Kind“, Prävention & Gesundheitsförderung, DOI 10.1007/s11553-012-0331-8.

Lutz, P. & Sandner, M. (2010). Kosten-Nutzen-Analyse: Effekte auf den (Wieder-)Einstieg in das Berufsleben. In I. Renner, A. Sann & Nationales Zentrum Frühe Hilfen (Hrsg.), Forschung und Praxisentwicklung Früher Hilfen (S. 104-124). Köln: Nationales Zentrum Frühe Hilfen.

Pfeiffer, C, Hosser, D., Maier-Pfeiffer, A. & Jungmann, T. (2005). Projektankündigung: Prävention durch Frühförderung – Modellversuch zur Prävention von Krankheit, Armut und Kriminalität für Kinder aus sozial benachteiligten Familien. IKK-Nachrichten 1-2/2005: Gewalt gegen Kinder, DJI e.V., 52-54.

Sierau, S., Brand, T., & Jungmann, T. (in press). Parental involvement in home visiting: Interpersonal predictors and correlates. Infant Mental Health Journal.

Sierau, S., Lehmann, E., & Jungmann, T. (2011). Fathers in disadvantaged families: The importance of parental self-efficacy and partnership satisfaction for infants' development and mothers' interactive style. Family Science, DOI:10.1080/19424620.2011.639141.

Ziert, Y., Kurtz, V. & Jungmann, T. (2010). Gesundheit und Gesundheitsverhalten der Mütter in der Schwangerschaft – Ergebnisse des Modellprojektes „Pro Kind“. In I. Renner, A. Sann & Nationales Zentrum Frühe Hilfen (Hrsg.), Forschung und Praxisentwicklung Früher Hilfen (S. 88-103). Köln: Nationales Zentrum Frühe Hilfen.

Weiterführende Informationen

Liste zuklappenProjektmaterialien

Brand, T./Jungmann, T. (im Druck): Kinder schützen, Familien stärken. Erfahrungen und Empfehlungen für die Ausgestaltung Früher Hilfen aus der "Pro Kind"-Praxis und Forschung. Weinheim: Beltz Juventa.

Links

www.stiftung-pro-kind.de

Logo des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

Logo der Medizinischen Hochschule Hannover

Logo des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf

Logo der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung