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Memorandum II

Prävention und Gesundheitsförderung stärken: Herausforderungen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene

Forschungsbasierte Evidenz und praxisbasierte Erfahrungen bilden die zentralen Grundlagen für die wirksame Umsetzung präventiver Interventionen. Die vorliegenden Erkenntnisse des BMBF-Förderschwerpunktes Präventionsforschung (2004-2013) wurden deshalb in dem Meta-Projekt „Kooperation für nachhaltige Präventionsforschung“ (KNP) zusammengeführt, reflektiert und verdichtet. Im Rahmen jährlicher Strategietreffen von Wissenschaftlerinnen/Wissenschaftlern und Praktikerinnen/Praktikern wurden unter Beteiligung weiterer Expertinnen und Experten zentraler Praxis- und Politikfelder 3 Memoranden erarbeitet, die Empfehlungen zur Weiterentwicklung von Forschung und Praxis in Prävention und Gesundheitsförderung geben. Das Memorandum III richtet sich vor allem an Verantwortliche in Politik und Verwaltung auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene, in der Zivilgesellschaft sowie in den Betrieben. Seine Empfehlungen zeigen dringende Gestaltungsbedarfe für eine zukunftsfähige Politik insbesondere in den Feldern Gesundheit, Bildung, Arbeit und Soziales. Das Memorandum III bündelt die in den Forschungsprojekten extrahierten Erfahrungen und identifizierten Problemlagen. Mehr als die beiden vorigen Memoranden abstrahiert es von Details einzelner Projekte und versucht in 7 Empfehlungen, handlungsleitende Aspekte und Desiderata herauszuarbeiten, die in Praxis und Wissenschaft konsensfähig erscheinen. Wertungen sind dabei unvermeidbar. Prävention und Gesundheitsförderung sind eine Investition in die Zukunft: in die Gesundheit der Bevölkerung, in soziales Kapital und sozialen Frieden. Eine abgestimmte Wahrnehmung und nachhaltige Wirksamkeit dieser Gestaltungsaufgabe durch unterschiedliche Politikfelder, Lebensbereiche, Handlungsfelder und Akteursgruppen erfordert eine Verbesserung des Rahmens. Diese umfasst neben einer nationalen Gesamtstrategie eine Erweiterung der bisherigen Finanzierungsquellen, eine erweiterte rechtliche Verankerung, eine übergreifende Koordinierung und die Bildung eines Nationalen Kompetenzzentrums zur Entwicklung und Sicherung der Prävention und Gesundheitsförderung. Das Memorandum soll einen Diskurs anregen, von dem aus Anstöße für strukturbildende und stabilisierende Maßnahmen zur Sicherung der Nachhaltigkeit von Prävention und Gesundheitsförderung ausgehen.

Das Memorandum wurde in Das Gesundheitswesen 2015; 77(05): 382-388 (DOI: 10.1055/s-0035-1549949) publiziert.

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